TT-Bayernliga Nord: Spielbericht TS Arzberg – TV Hilpoltstein II 4:9
(mu) – Die Ausganglage für die Hilpoltsteiner Zweite war alles andere als günstig für die weite Auswärtsfahrt zum Tabellenachten TS Arzberg, denn beim Tabellenachten der Tischtennis-Bayernliga musste man gleich drei Stammspieler ersetzen: neben Rainer Frisch waren kurzfristig noch der Topakteur der Liga, Felix Bindhammer, und das Ausnahmetalent Hannes Hörmann ausgefallen.
Dass am Ende mit dieser Aufstellung ein mit 9:4 auch noch deutlicher Sieg herausspringen würde, hätte vor Spielbeginn wohl keiner zu hoffen gewagt. Zurückzuführen war der Sieg auf eine überragende Mannschaftsleistung, in der insbesondere die ins höhere Paarkreuz aufgerutschten Akteure überraschende Punktgewinne einfahren konnten.
So rutschte der in der Rückrunde bislang unglückliche Materialkünstler Tarik Mahroum ins vordere Paarkreuz, um sich dort mit den beiden Tschechen Karel Komenda und Jan Zak zu messen. Und gleich zu Beginn der Einzel setzte Mahroum ein Riesenausrufezeichen: in einem hauchdünnen Match gegen Komenda wehrte er zunächst drei Matchbälle seines Gegners ab, ehe er völlig überraschend noch mit 12:10 triumphierte – eine herausragende Leistung des Nürnberger Unternehmers. So musste er sich kaum grämen, dass er um ein Haar auch noch gegen Zak gewonnen hätte, am Ende eines knappen Viersatzduells fehlte ihm dabei nicht viel.
Nicht minder überzeugen konnte TV-Kapitän Tobias Mulack, der nach der starken Leistung gegen Rugendorf erneut in der Mitte ran durfte: gegen den Deutsch-Tschechen Roman Vavrinek zeigte die Kämpfernatur eine sensationelle Leistung, blieb stets fokussiert und beendete mit seiner harten Vorhand die Begegnung mit einem nie erwarteten 11:7 im Entscheidungssatz. In seinem zweiten Einzel durfte er mit einem weiteren tollen Sieg auch die Begegnung beenden: gegen Jiri Provaznik agierte er nicht ganz so spektakulär, dafür abgeklärter und mit der nötigen Ruhe – am Ende siegte er knapp mit 3:1, und der Jubel in der Hilpoltsteiner Box über das 9:4 war ohrenbetäubend.
In den Doppeln war man eingangs wieder mal nicht gut aus den Startlöchern gekommen: die neu formierten Golavsek/Seitz harmonierten auf Anhieb gut und siegten glatt in vier Sätzen, während die ebenfalls stark spielenden Mahroum/Hegenberger dem Einserdoppel knapp unterlegen waren und Mulack/Christoph im Dreierdoppel zu viele Chancen liegen ließen.
Jaka Golavsek, diesmal auf Position eins aufgeboten, hatten mit Komenda wie auch Zak mehr Mühe, als ihm lieb war. Doch dass der kleine Slowene mit der Bilderbuchtechnik ein großes Kämpferherz besitzt, wissen längst alle in der Burgstadt: gegen den wild angreifenden Zak holte er einmal mehr in dieser Spielzeit einen 0:2-Satzrückstand auf, gegen den baumlangen Linkshänder Komenda wehrte er eine ganze Reihe Satzbälle zum 2:2-Ausgleich ab, ehe er in der Verlängerung knapp mit 3:1 triumphierte. Ein abermals starker Auftritt des slowenischen Top fünf-Akteurs.
Ganz stark präsentierte sich in seinem ersten Einzel Florian Seitz, der nach einem Jahr Verletzungspause ein gelungenes Comeback feierte und den guten Jiri Provaznik relativ sicher in vier Durchgängen niederhalten konnte. Seine künstlerischen Aufschläge und sein tolles Ballgefühl hat der Familienvater offensichtlich nicht verloren in der langen Pause.
Hinten schließlich setzte man wieder auf die gegen Rugendorf schon erfolgreichen Youngster Alexander Christoph und Bastian Hegenberger. Letzterer war trotz Jugendspiel am Samstagmorgen und Schülerturnier am Sonntag kurzfristig eingesprungen und wusste gegen den eminent spielstarken Jakub Provaznik abermals zu überzeugen: nach 1:2-Satzrückstand drehte der erst 13jährige Blockspezialist mit der starken Vorhand auf einmal auf und gestaltete die letzten beiden Sätze siegreich – eine tolle Leistung des hoch veranlagten Schülers.
Sein fünf Jahre älterer Paarkreuzkollege haderte zwar mit seiner Leistung, hatte aber letztlich keinen Grund dafür: nach einer konzentrierten Vorstellung behielt der Gymnasiast in vier Sätzen die Oberhand gegen Küspert. So hatte jeder seinen Beitrag geleistet zum nie für möglich gehaltenen Auswärtssieg. Bemerkenswert waren bei diesem einmal mehr Teamgeist sowie immense Kampfkraft, die bei jedem TV-Akteur förmlich greifbar war. Eine Leistung, die Lust macht auf mehr, zumal wenn in Kürze die verhinderten Akteure wieder eingreifen können.

