Hilpoltstein (mu) – Das Landesliga-Spitzenspiel zwischen der zweiten Tischtennismannschaft des TV Hilpoltstein und der zweiten Vertretung des FC Tegernheim endete leistungsgerecht 8:8. Und es hatte tatsächlich alles, was ein Spitzenspiel verspricht: Spannung, Dramatik, Sport auf allerhöchstem Landesliganiveau, begeisternde Ballwechsel, komplett gegenläufige Spielverläufe und ein Schlussdoppel, das erst im Entscheidungssatz entschieden wurde.
Nach dem Eingangsdoppeln stand es 2:1 für Tegernheim: Seibot/Hoffmann gewannen ihre Begegnung klar, während Seitz/Mulack mehr hätten rausholen können gegen Zajicek/Ulrich und Haubner/Frisch knapp im fünf Sätzen gegen Petrak/Dvorak unterlagen. Ein schlechter Start für Hilpoltstein, zumal Manuel Hoffmann nun nicht unbedingt in der Favoritenrolle war gegen den starken Zajicek und Petr Seibot nach verlorenem ersten Durchgang gegen Landsmann Ulrich auch im zweiten Satz kaum ein Bein auf den Boden brachte. Doch auf einmal rappelte sich der sympathische Prager auf, während sein Gegner zunehmend nervöser wurde gegen den großen Favoriten – am Ende gewann Seibot mit 3:1. Derweil lieferten sich Manuel Hoffmann und Zajicek das beste Landesligaeinzel der gesamten Saison mit Ballwechseln auf Regionalliganiveau. Am Ende hatte Zajicek zwei Matchbälle, die der Hilpoltsteiner Youngster sensationell frech mit zwei Rollaufschlägen abwährte – Endstand 3:2 für Hoffmann.
In der Mitte folgte eine Punkteteilung: Christian Haubner kämpfte vorbildlich gegen Schaller, unterlag jedoch mit 2:3, während Florian Seitz den kampfstarken Petrak in einem mitreißenden Spiel auf ganz hohem Niveau hochverdient mit 11:9 im letzten Satz. Ähnlich mitreißend und hochklassig verlief die Begegnung zwischen Kapitän Tobias Mulack und Dvorak: im letzten Satz führte der TV-Crack bereits mit 7:1, auf einmal stand es jedoch 7:7. Als ob er es sich bei Hoffmann abgeschaut hatte, wählte er in den letzten Aufschlagserien vier rotzfreche Überschnittaufschläge und siegte mit 11:9.
Nun siegte Rainer Frisch mit einem sensationellen Auftritt auch noch gegen Bufka. Der Teamroutinier spielte, fachmännisch gecoacht von den diesmal pausierenden Uli Eckert und Ferenc Toth, auf allerhöchstem Niveau und zermürbte in einem ganz toll anzusehenden Match den tschechischen Abwehrkünstler in vier Sätzen. Nachdem nun auch noch Petr Seibot klar gegen Zajicek siegte und Manuel Hoffmann schnell mit 2:0 gegen Ulrich führte, sah alles nach einem glatten TV-Sieg aus. Doch statt dem achten Zähler durch Hoffmann kippte bei ihm das Match, er verlor völlig überraschend alle drei folgenden Sätze knapp gegen den wie entfesselt aufspielenden Ulrich.
Christian Haubner hatte am Samstagabend wirklich kein Glück auf seiner Seite: er kämpfte gegen Petrak aufopferungsvoll, biss sich nach schier aussichtslosem 0:2-Rückstand zurück ins Match und hielt auch den Entscheidungssatz offen – bis sein Gegner Petrak beim Stande von 10:10 einen tödlichen Kantenball platzierte und so noch gewann. Nachdem auch Florian Seitz gegen Schaller überhaupt keinen Stich machte und Tobias Mulack gegen den starken Bufka nie seine Linie fand, stand es auf einmal 7:7.
Zum Glück hat Hilpoltstein einen Rainer Frisch in seinen Reihen, der momentan sicherlich auch vorne eine Bereicherung wäre und gegen den „Serienspieler“ Dvorak nur einen Satz lang etwas wackelte und die anderen Durchgänge ganz klar beherrschte. Nun sollte eigentlich das Schlussdoppel Seibot/Hoffmann den knappen Sieg perfekt machen, was nach gewonnenem ersten Satz und 10:8-Führung im zweiten auch möglich schien. Doch die beiden Tegernheimer kamen immer besser ins Spiel und ließen sich im Entscheidungssatz die Butter nicht mehr vom Brot nehmen von den konsternierten Hilpoltsteinern. Nach einer 7:3-Führung nur 8:8 zu spielen, ist natürlich im ersten Augenblick enttäuschend, doch letztlich war das Ergebnis leistungsgerecht. In der Folge standen noch die beiden schweren Auswärtspartien in Nürnberg und Erlangen am Sonntag an.
Ergebnisse: TV Hilpoltstein II - FC Tegernheim II

