(mu) – Der TV Hilpoltstein ist nur haarscharf am perfekten Start vorbeigeschrammt, grüßt nach einem Sieg und einem Unentschieden seit Samstag aber zumindest vorübergehend von der Tabellenspitze der Tischtennis-Landesliga der Herren. Beim ersatzgeschwächten TSV Ansbach II behielt die Hilpoltsteiner Bundesligareserve am Nachmittag glatt mit 9:2 die Oberhand, während sie sich vom Dauerrivalen TSV Windsbach am Abend in einem Tischtennis-Krimi letztlich leistungsgerecht 8:8 unentschieden trennte.
Nachdem der TSV Ansbach auf den Einsatz seines ungarischen Spitzenspielers Nemes verzichtet hatte und auch die Nummer drei der Gastgeber, Peter Danzer, noch verletzt ausfiel, waren die Rollen schon vor Spielbeginn klar verteilt. In den Doppeln unterlagen nur Tobias Mulack und Ferenc Toth gegen die unangenehmen Noppengegner Gröger/Drechsler, während Seibot/Hoffmann und Haubner/Seitz erwartungsgemäß jeweils mit 3:0 die Oberhand behielten. Überraschend schwer tat sich Youngster Manuel Hoffmann vorne gegen seinen früheren Jugend-Mannschaftskollegen Lang, als er erst eine 2:0-Führung verspielte und dann im Entscheidungssatz gar einen Matchball gegen sich hatte. Der junge Neumarkter behielt jedoch die Nerven und siegte noch in der Verlängerung. In seinem zweiten Einzel des Tages gegen Drechsler machte er es dann weniger spannend und siegte glatt mit 3:1 – gleichbedeutend auch mit dem 9:2-Erfolg des TV-Expresses. Petr Seibot war auch am zweiten Spieltag unterfordert und ließ weder Lang noch Drechsler auch nur in die Nähe eines Satzgewinns kommen. Letztgenannter bedankte sich nach Spielende gar artig für seine kostenlose „Trainingseinheit“, in der der sympathische Prager ihn zumindest ein bisschen mitspielen ließ. Kapitän Tobias Mulack zeigte bei seinem erstmaligen Erfolg über Noppenspezialist Gröger eine fehlerfreie Vorstellung und hielt diesen glatt mit 3:0 nieder. Weniger gut erging es dem am ersten Spieltag noch so überzeugenden Christian Haubner, als er etwas überraschend Kutka in fünf Durchgängen unterlag. Florian Seitz hatte mit Ersatzmann Hess gar keine Mühe und gestand diesem ganze 11 Punkte in drei Durchgängen zu. Der erst 13jährige Ferenc Toth schließlich spielte etwas wechselhaft gegen Gebauer, riss sich im entscheidenden Moment aber zusammen und machte aus einem 1:2-Satzrückstand noch seinen zweiten Saisonerfolg.
In Windsbach wurde es nichts mit einem Sieg, da man nicht alle erhofften Duelle für sich entscheiden konnte. Dies begann schon in den Eingangsdoppeln, als nur Seibot/Hoffmann sicher die Oberhand behielten über Wittmann/Staudacher. In den Einzeln lief vieles wie geplant, doch eben nicht alles. Frontmann Petr Seibot war selbst gegen das starke rumänisch-bulgarische Spitzenduo Wittmann/Kostadinov nie richtig gefordert und ließ auch den beiden Windsbachern keinen Satzgewinn. Auch Manuel Hoffmann hielt dem Druck jederzeit stand und siegte in sehenswerten Duellen zweimal mit 3:1. Hauptgrund dafür, dass es nicht zu einem doppelten Punktgewinn am Ende eines langen Tischtennistages reichte, war neben dem verlorenen Dreierdoppel die Tatsache, dass in der Mitte und hinten jeweils nur ein Spiel gewonnen wurde. Dass es für Florian Seitz und Tobias Mulack gegen den Tschechen Tomica schwer werden würde, war dabei noch eingeplant, die guten Vorstellungen des Hilpoltsteiner Duos konnten an ihren beiden Niederlagen nichts ändern. Dass TV-Kapitän Mulack gegen den gut aufgelegten Link unterliegen würde, war jedoch nicht eingeplant gewesen. Ein tödlicher Netzball beim Stande vom 9:8 im Entscheidungssatz setzte ein jähes Ende unter die Aufholjagd des Vorhandspezialisten. Immerhin konnte Florian Seitz in der Folge Link in fünf hart umkämpften Sätzen niederhalten, nachdem er bereits im dritten Satz einige Matchbälle vergeben hatte.
Auch im hinteren Paarkreuz hatte man mit mehr gerechnet als mit dem überraschenden, aber völlig verdienten Erfolg dann Uli Eckert gegen den starken Mertel. Gegen den wie entfesselt aufspielenden Staudacher verspielte er dann beim Stande von 1:1 eine 5:0-Führung und gab in der Folge das Spiel ganz aus der Hand. Youngster Ferenc Toth zeigte einmal mehr, welches Riesenpotential in ihm steckt, als er Staudacher und Mertel phasenweise an die Wand spielte. Diesmal ließ der 13jährige Serbe aber die entscheidenden Punkte liegen und brachte sich so um den Lohn seiner Mühen. So musste das Schlussdoppel entscheiden, in dem Seibot/Hoffmann nach einigen Schwächen im zweiten und dritten Satz rechtzeitig wieder ins Spiel fanden und nach fünf spannenden Sätzen das 8:8-Unentschieden sicherstellten.
Mit nun 5:1 Punkten ist man sehr ordentlich in die Saison gestartet und empfängt am kommenden Samstag den spielstarken TV Erlangen.
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