(mu) – Der TV Hilpoltstein ist mit einem 9:7-Heimerfolg über die weit gereisten Gäste vom SV Neukirchen am Hl. Blut erfolgreich in die Rückrunde der Tischtennis-Landesliga gestartet. Dabei dürfte der dreieinhalb Stunden dauernde Tischtennis-Krimi als eines der kuriosesten Spiele in seine Vereinsgeschichte eingehen: nach klaren 5:1 und 8:3-Führungen zeigten die Burgstädter auf einmal Nerven, und der Gast kam nach vier Siegen in Folge auf 8:7 heran. Das Schlussdoppel sollte den kuriosen Spielverlauf dann aber noch um Längen überbieten:
Die erstmalig zusammen agierenden Petr Seibot und Rainer Frisch waren nach durchwachsenem Beginn zunächst sicher 2:1 in Front gegangen und sahen schon wie die sicheren Sieger aus. Doch auf einmal kippte das Spiel zugunsten der Gäste: die unbekümmert auf jeden Ball eindreschenden Roubicek und Schindlatz gewannen Durchgang vier und führten im fünften Satz schier uneinholbar mit 5:1, 8:2, 9:3 und hatten schließlich beim Stand von 10:5 gar fünf Matchbälle zum inzwischen verdienten Unentschieden.
Doch auf einmal schienen die Gäste Nerven zu zeigen und vergaben einen Matchball nach dem anderen; den Vogel schoss dabei der Gästekapitän Schindlatz beim Stande von 10:8 ab, als das wacker kämpfende TV-Duo schon ausgespielt war und er einen hohen Ball nur noch auf den Tisch platzieren musste. Doch er ließ die im Nachhinein von ihm als „Elfmeter ohne Torwart“ beschriebene Chance ungenutzt und brachte Hilpoltstein sensationell wieder ins Spiel. Seibot/Frisch ließen sich die Chance nicht nehmen und siegten noch glücklich mit 12:10 im Entscheidungssatz.
Zu Spielbeginn hatte wenig auf ein derart dramatisches wie kurioses Finale hingedeutet: die ob ihres kurz vor Weihnachten verstorbenen treuesten Fans in Trauerflor angetretenen Hilpoltsteiner waren – bei erneut eisigen Temperaturen in der Stadthalle für ihre Doppelumstellung belohnt worden, denn trotz der unnötigen Niederlage von Haubner/Mulack gegen Roubicek/Schindlatz ging man nach Erfolgen von Seibot/Frisch gegen Cech/Schamberger und des Youngster-Duos Hoffmann/Toth gegen Masek/Cervenka mit 2:1 in Führung.
Äußerst einseitig, fast langweilig verliefen die Duelle des vorderen Paarkreuzes: hier benötigten Petr Seibot und der erneut vollkommen überzeugende Manuel Hoffmann ganze zwölf Sätze, um ihre konsternierten tschechischen Kontrahenten Masek und Cech viermal mit 3:0 zu bezwingen. Dabei bestätigte der amtierenden Bayerische Vizemeister im Herrendoppel Manuel Hoffmann seine tolle Entwicklung der letzten Monate eindrucksvoll. Wesentlich enger ging es in der Mitte zu: Christian Haubner behielt im fünften Satz gegen Routinier Schamberger die Oberhand, nachdem er schon im vierten Satz die Chance ausgelassen hatte, den Sack zuzumachen. Gegen den starken Roubicek unterlag er in vier Sätzen. Gegen ebendiesen Roubicek hatten TV-Kapitän Tobias Mulack zuvor wieder einmal auf der ganzen Linie überzeugt – doch wieder einmal fehlte dem Hilpoltsteiner ein Quäntchen zum Erfolg – 11:8 im letzten Satz für den sympathischen Tschechen im Neukirchener Trikot.
Und auch sein zweites Einzel musste Mulack im Entscheidungssatz abgeben, als er gegen Schamberger eine 2:1-Satzführung noch aus der Hand gab. Hinten hatte der amtierende Bayerische Schülermeister Ferenc Toth (13) ein ganz schwarzen Tag erwischt: sowohl gegen den prima aufspielenden Gästekapitän Schindlatz als auch gegen routinierten vierten Tschechen im Neukirchener Trikot Cervenka hatte der junge Hilpoltsteiner keine Chance und unterlag in drei Sätzen. Phasenweise hatte der Angriffsspezialist sein großes Potential angedeutet, sich aber letztlich zu sehr unter Druck gesetzt.
Rainer Frisch konnte über weite Strecken der Begegnung seine tolle Trainingsform bestätigen, brach jedoch zunächst mit Pech, im zweiten Spiel mit Konzentrationsmängeln nach 2:0-Satzführung ein. Gegen den glücklich agierenden Cervenka reichte es dennoch zu einem 12:10-Sieg im fünften Satz, gegen den Neukirchener „Piraten“ Schindlatz unterlag er mit Pech 10:12 im finalen Satz; doch über weite Strecken des Spiels konnte man wieder sehen, warum der Teamroutinier lange Zeit das Maß aller Dinge im Hilpoltsteiner Tischtennissport gewesen war.
TV-Mannschaftsführer Tobias Mulack sprach nach einem nervenaufreibenden Krimi schließlich von einem „glücklichen Sieg gegen kampfstarke Gäste“, war jedoch stinksauer über die erneut unzumutbaren Spielbedingungen bei eiskalten Temperaturen in der Hilpoltsteiner Stadthalle.
Ergebnisse:

