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Zweite Mannschaft besiegt starke Laufer mit 9:6

TT-Landesliga Nord-Ost: Spielbericht TSV Lauf – TV Hilpoltstein II 6:9

(mu) – Der TV Hilpoltstein hat die „Hölle von Lauf“ ohne bleibende Schäden in Form eines Punktverlustes überstanden: nach gut drei Stunden Spielzeit feierte er am Samstagabend einen verdienten 9:6-Erfolg bei den gefürchteten Mittelfranken. Verantwortlich zeichneten dafür drei Akteure in überragender Verfassung, ein kampfstarker Youngster und eine taktisch clevere Doppelaufstellung.

In den Eingangsdoppeln war man von der zuletzt gewählten Variante mit dem jüngsten Doppel der Liga – Manuel Hoffmann und Ferenc Toth sind zusammen gerade einmal dreißig Jahre alt - auf Position drei abgewichen, da das Spiel gegen Material nicht gerade zu den Stärken der beiden Hochbegabten zählt. Stattdessen hatte „Taktikfuchs“ Uli Eckert dafür gesorgt, dass Hoffmann wieder zu seinem etatmäßigen Doppelpartner Seibot ins Spitzendoppel rutschte und die beiden Teamroutiniers Rainer Frisch und Uli Eckert das Dreierdoppel stellten. Diese Rechnung ging vollends auf, denn Seibot/Hoffmann hielten sich gegen Godek/Bauer ebenso unbeschadet wie auch die taktisch erstklassig eingestellten Eckert/Frisch gegen die äußerst unangenehmen Gottschalk/Kartal. Tobias Mulack und Ferenc Toth spielten einmal mehr die Rolle des Opferdoppels gegen Grabe/Hoffmann und hatten diese sogar am Rande einer Niederlage.

In den Einzeln waren es v.a. drei Akteure, die leistungsmäßig herausstachen: Petr Seibot und Manuel Hoffmann im vorderen Paarkreuz und Rainer Frisch hinten waren weit davon entfernt, ein Spiel abzugeben. Besonders bemerkenswert war der Auftritt von Rainer Frisch. Nach vielen Jahren Tischtennis- und v.a. Trainingspause mit nur gelegentlichen Punktspieleinsätzen erlebt der athletische Blockspezialist derzeit seinen siebten Tischtennisfrühling. Seit Saisonbeginn hat er die Lust am Tischtennis wieder entdeckt, lässt im Training seine Mannschaftskameraden wieder wie gewohnt an ihre Grenzen stoßen und setzt dies auch in den Punktspieleinsätzen wieder um: diesmal kann man sowohl sein Duell gegen Bauer als auch den Auftritt gegen Kartal als annähernd fehlerfrei bezeichnen. Seine Leistung gegen den starken Kartal könnte durchaus als Lehrbuchbeispiel für taktisch perfektes Spielgegen Abwehr dienen. Eine beeindruckende Leistung des Routiniers.

Nicht minder beeindruckend war der Auftritt des vorderen Paarkreuzes: Petr Seibot war zwar nach Spielende „sauer“, weil er gegen Hoffmann einen Satz verloren hatte, sein Augenzwinkern verriet aber schnell die Freude über den Mannschaftssieg. Gegen Grabe, der unsportlicher Weise mit einem Noppenschläger gegen den Hilpoltsteiner Frontmann angetreten war, gewann er in gewohnter Manier 3:0. Manuel Hoffmann hatte gegen diesen zunächst eine 2:0-Satzführung verspielt, konnte im fünften Durchgang aber gerade noch mit 11:9 das Ruder herumreißen. Seinem Namensvetter Hoffmann verpasste er dann eine richtige „Watschn“: dieser war in der Regel kaum mit der Aufschlagbewegung fertig, da hatte ihm der Hilpoltsteiner schon wieder den Ball um die Ohren geschlagen. So freute sich der sonst so vorlaute Laufer beim Stand von 1:1 und dem einzigen Fehler des jungen Hilpoltsteiner im dritten Satz lautstark über einen „ausgeglichenen Zwischenstand“ - eine 1:11, 1:11, 3:11-Abfuhr hatte der gewisse nicht schlechte Laufer wohl noch nie erhalten. In der Mitte standen Kapitän Tobias Mulack und Uli Eckert wie erwartet auf verlorenem Posten, hätten jedoch beide im zweiten Einzel mehr erreichen können: Mulack führte im vierten Satz schon 10:6 gegen den wieder mal am Rande der Fairness agierenden Godek, konzentrierte sich jedoch mehr auf die Mäzchen seines Gegners als auf sein eigenes Spiel und gab Satz und Spiel noch ab. Uli Eckert spielte taktisch clever gegen den alles andere als schön spielenden Gottschalk, doch nach toller kämpferischer Leistung riss beim Hilpolsteiner Noppenspezialisten bei 9:5 im letzten Satz auf einmal der Faden. Sechs Punkte in Folge bedeuteten den 11:9-Sieg des Laufers.

Riesengroß war die Freude im Hilpoltsteiner Lager darüber, dass – obwohl das Schlussdoppel Seibot/Hoffmann bereits sicher gewonnen hatte – Youngster Ferenc Toth wieder einmal ein Einzelsieg gelang: im letzten Einzel des Tages mühte sich der junge Serbe redlich gegen den unbekümmert aufspielenden Bauer, normalerweise in der Kreisliga aktiv. Und wieder einmal schienen dem amtierenden Bayerischen Schülermeister die Nerven einen Strich durch die Rechnung zu machen, als er im dritten Satz sage und schreibe eine 10:2 (!)-Führung verspielte, dann aber kurioserweise den Satz noch in der Verlängerung gewann. Nach verlorenem vierten Satz lag er auch im fünften Durchgang lange hinten. Doch am Ende zahlte sich sein großer Mut aus, als er auch in der Verlängerung weiter das Spiel machte und mit 13:11 die Oberhand behielt.

Nach der „Hölle von Lauf“ und einwöchiger Spielpause steht nun das Spitzenspiel gegen Windsbach an, in dem eine erste Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt fallen wird. Der TV HIP scheint gewappnet für das ewig junge Duell mit dem Dauerrivalen. 

Ergebnisse: TSV Lauf – TV Hilpoltstein II 6:9