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Zug fährt ohne Hilpoltsteiner ab...

Hilpoltstein (bb) – Nix war’s mit dem Zug nach oben. Nach einem eklatanten Fehlstart in den Doppeln verpassten die Hilpoltsteiner Tischtennis-Asse in der 2. Bundesliga den Anschluss an die oberen Tabellenränge. Sie kämpften nach dem 0:3-Rückstand zwar wie die Löwen, doch die Niederlage gegen die bärenstarken Cracks aus Grünwettersbach nahe Karlsruhe war nicht mehr abzuwenden.

Wenn ein Tischtennisspiel fast vier Stunden dauert, endet es meistens 8:8 oder 9:7. Nicht so in Hilpoltstein. Dort geht es in den einzelnen Sätzen fast immer so eng zu, dass die Zeit verrennt und die Spannung mit Händen zu greifen ist. 25 Sätze gingen mit zwei Punkten Unterschied aus, dem knappsten aller möglichen Ergebnisse. Nur neun davon konnten die Hilpoltsteiner für sich verbuchen. Es war am Sonntag, wie es häufig ist: die „Hilpoltsteiner Krankheit“ – die Spieler verlieren fast alle knappen Sätze - macht nahezu jeden Hoffnungsschimmer zunichte. So nimmt es kein Wunder, dass nach 3:55 Stunden ein klarer 9:4-Gästesieg auf dem Papier stand. Doch die Wirklichkeit sah anders aus.

Alle drei Eingangsdoppel endeten in der Verlängerung – alle drei für den Gegner. Nach diesem enttäuschenden Auftakt der erste Höhepunkt eines denkwürdigen Tischtennisspiels. Jakub Kleprlik, der neue Spitzenspieler des TV, wies den Timo-Boll-Bezwinger Lei Yang beim 3:1 klar in die Schranken. Und am Nebentisch lieferten sich Alexander Flemming und der mehrfache britische Commonwealth-Sieger Adam Robertson ein Match, das die 170 Zuschauer förmlich von den Sitzen riss. 0:2 lag Flemming schon zurück, doch mit unbändigem Kampfgeist und sensationellen Bällen sorgte der Hilpoltsteiner Publikumsliebling trotz bandagiertem Knöchel für den Satzausgleich. Ballwechsel in Erstliga-Format am laufenden Band – am Ende war Robertson der Glücklichere.

Im „Duell der Altmeister“ hatte Andras Podpinka gegen den Serben Rade Markovic zwar knapp die Nase vorne, doch seinem Paarkreuz-Kollegen Tomas Demek fehlte an diesem schönen Sonntag etwas die Spritzigkeit, um den langjährigen norwegischen Nationalspieler Geir Erlandsen in die Knie zu zwingen. 9:11, 10:12, 11:13 hieß es am Schluss – natürlich für den Gegner. Da wollten Felix Bindhammer und Petr Seibot im hinteren Paarkreuz nicht nachstehen. Nach jeweils 2:0-Satzführung für die Hilpoltsteiner endeten die Sätze vier und fünf in beiden Spielen 9:11, 9:11, 10:12 und 9:11 – man darf raten, für wen.

Jakub Kleprlik mit seiner bisher besten Leistung im Hilpoltsteiner Trikot und Alexander Flemming sorgten zwar noch einmal für ein Feuerwerk an Weltklassebällen – doch ihre tollen Siege gegen die beiden Spitzenakteure der Gäste hellten die Mienen der TV-Fans zwar heftig, aber nur kurzzeitig auf, denn anschließend schlug die Hilpoltsteiner Krankheit wieder gnadenlos zu: Andras Podpinka und Tomas Demek verloren – natürlich in fünf Sätzen, das grausame Spiel war zu Ende.

Objektiv betrachtet war es für die 170 Zuschauer ein wunderbares Tischtennismatch – leider mit tragischem Ausgang. Doch wenn man am Anfang kein Doppel gewinnt und anschließend nur die ersten drei Spieler im TV-Sextett für Punkte sorgen, dann weiß man, was für die anderen zu tun ist: trainieren, trainieren, trainieren...

TV Hilpoltstein – ASV Grünwettersbach 4:9  Flemming/Podpinka – Robertson/ Sekinger 12:10, 6:11, 8:11, 9:11; Kleprlik/Bindhammer – Lei Yang/Erlandsen 3:11, 11:6, 5:11, 10:12; Demek/Seibot – Markovic/Miszewski 4:11, 10:12, 10:12; Kleprlik – Lei Yang 11:9, 10:12, 11:7, 11:6; Flemming – Robertson 7:11, 6:11, 11:8, 11:8, 8:11; Podpinka – Markovic 11:6, 9:11, 13:11, 6:11, 11:7; Demek – Erlandsen 9:11, 10:12, 11:13; Bindhammer – Sekinger 11:8, 11:9, 9:11, 9:11, 9:11; Seibot – Miszewski 13:11, 11:7, 7:11, 10:12, 9:11; Kleprlik – Robertson 11:8, 12:10, 8:11, 12:10; Flemming – Lei Yang 8:11, 12:10, 11:4, 11:7; Podpinka – Erlandsen 8:11, 14:12, 6:11, 11:3, 9:11; Demek – Markovic 8:11, 11:9, 9:11, 11:4, 5:11.