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"Wunderkinder" verhindern Hilpoltsteiner Wunder...

Hilpoltstein (bb) – Es kam nicht unerwartet: Das „Gesetz der Serie“ ist durchbrochen. Der Tischtennis-Zweitligist TV Hilpoltstein verlor in dieser Saison zum ersten Mal ein Auswärtsspiel. Die Niederlage bei der Ausnahmemannschaft des TTC Frickenhausen fiel mit 1:9 zwar ziemlich heftig aus, doch die Leistungen besonders der Spitzenspieler Jakub Kleprlik und Alexander Flemming machen Mut für das letzte Heimspiel am kommenden Sonntag (14 Uhr) gegen den starken TTC Weinheim.

Vielleicht wird dann erneut ein „Gesetz der Serie“ durchbrochen, und dem TV Hilpoltstein gelingt endlich der erste Heimsieg. Die Frickenhausener Spitzenspieler Torben Wosik (13:3-Siege) und Jacub Kosowski (12:0) jedenfalls mussten gegen ihre Hilpoltsteiner Kontrahenten Alexander Flemming (10:5) und Jakub Kleprlik (8:8) alles geben, um nach zum teils atemberaubenden Ballwechseln in Erstliga-Niveau knapp die Oberhand zu behalten. Die Form der beiden Hilpoltsteiner zeigt also weiterhin einen Aufwärtstrend, so dass gegen die Weinheimer Asse Jörg Schlichter und Ovidiu Ionescu am nächsten Wochenende mehr drin sein dürfte als nur der respektvolle Applaus der Zuschauer.

Die anderen Hilpoltsteiner allerdings müssen noch eine Schippe drauflegen, um für den so ersehnten ersten Heimerfolg zu sorgen. Einzig Andras Podpinka (7:7) holte einen Punkt in Frickenhausen. Sein Sieg gegen den ins mittlere Paarkreuz gerutschten Serben Daniel Todjaer (5:4) war erwartet worden, von Tomas Demek (0:3 gegen Nagy) hätte man sich an alter Wirkungsstätte – 1995 und 1996 spielte der Tscheche zwei Jahre lang erfolgreich im Erstligateam der Schwaben – ein bisschen mehr erhofft. Der „Held von Passau“, Manuel Hoffmann, hatte gegen den ausgebufften chinesischen Ausnahmekönner Fu Yong – 1991 bis 1996 Mitglied der chinesischen Nationalmmanschaft - nicht den Hauch einer Chance, und Felix Bindhammer erlebte gegen den erst 15-jährigen Japaner Masataka Morizono gar sein Waterloo.

Dieser nicht mal 1.50 Meter große Irrwisch ließ den zwölf Jahre älteren Hilpoltsteiner Realschullehrer mitunter wie seinen Tischtennisschüler aussehen. Wie ein Kamikaze stürzte sich das japanische Wunderkind, das jetzt schon alle Anlagen zu einem Weltklassespieler hat, selbst auf die besten Bälle Bindhammers, dem meist nur noch übrig blieb, hinten an der Bande die Bälle einzusammeln. „Gegen so einen Guten habe ich noch nie gespielt“, stammelte das Hilpoltsteiner Idol nach dem Match ungläubig. Die ehemaligen Weltklasse-Athleten Podpinka und Demek konnten das bestätigen: Sie hatten im Doppel gegen den kleinen Japaner, der selbst aussieht wie Zwölf und mit Frickenhausens Trainer-Sohn Qiu Dang, 13, das jüngste Bundesligadoppel aller Zeiten stellte, beim 0:3 so oft das Nachsehen, dass ihnen fast schwindlig wurde.

Ein Wunder sind die Frickenhausener Wunderkinder allerdings nicht. Unter der Leitung des Weltklassetrainers Qiu Jian Xing trainieren sie täglich fünf bis sechs Stunden mit großem Spaß in der Frickenhausener Trainingsgruppe, der kleine Japaner hat sogar ein halbes Jahr mit der Schule ausgesetzt. Man darf gespannt sein, ob der TTC matec Frickenhausen, dessen Etat mindestens sechsmal so groß sein dürfte wie der des TV Hilpoltstein, auch in naher Zukunft eine bedeutende Rolle im deutschen Tischtennissport spielen wird. Zu wünschen wär’s den sympathischen Schwaben allemal – ihr Wiederaufstieg in die 1. Liga ist jetzt schon sicher.

TTC Frickenhausen – TV Hilpoltstein 9:1  Kosowski/Fu Yong – Kleprlik/Flemming 11:6, 2:11, 11:6, 11:9; Wosik/Nagy – Bindhammer/Hoffmann 11:4, 11:5, 11:2; Horizono/Qiu Dang – Podpinka/Demek 11:8, 12:10, 11:7; Wosik – Flemming 10:12, 13:15, 11:4, 11:6, 11:6; Kosowski – Kleprlik 11:13, 11:9, 11:9, 13:11; Nagy – Demek 11:7, 11:5, 11:9; Todjaer – Podpinka 13:11, 7:11, 10:12, 7:11; Fu Yong – Hoffmann 11:4, 11:8, 11:7; Morizono – Bindhammer 11:8, 11:4, 11:5; Wosik – Kleprlik 11:3, 11:9, 11:4.