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„Weg vom Mannschaftssport“

Hilpoltstein (HK) - Im Profisport ist bekanntlich jede Menge Geld im Spiel. Millionenschwere Verträge und Preisgelder im Fußball, Tennis oder Basketball erhitzen die Gemüter. Von derartigen Summen können Tischtennis-Spieler freilich nur träumen. Robert Nachtrab (55), der seit 2011 mit Ulrich Eckert die Tischtennis-Abteilung des TV Hilpoltsteins leitet, spricht über Verdienstmöglichkeiten beim Zweitligisten sowie die allgemeine Entwicklung der Sportart.

Herr Nachtrab, professionelle Tischtennis-Spieler häufen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ganz sicher keine Reichtümer an. Das könnte sich 2021 mit der Einführung der WTT-Turnier-Serie, einem mehrstufigen Format nach dem Vorbild der Profitennis-Turniere, ein wenig geändert haben. Antritts- und Preisgelder locken jetzt auch in der schnellsten Ballsportart der Welt. Werden sich die Akzente hin zu den Turnieren und weg vom Vereinssport wie beim Tennis verschieben?
Robert Nachtrab: Ja, es sieht ganz so aus. Tischtennis scheint sich weg vom Mannschaftssport für einen Verein in Richtung Einzelsport zu entwickeln.

In die gleiche Richtung gehen Bestrebungen, das Verbot, für zwei oder mehrere Vereine anzutreten, aufzuheben. Die Einführung des Doppelspielrechts hierzulande würde vielen Spielern eine zusätzliche Einnahmequelle bieten. Was halten Sie davon?
Nachtrab: Unter sportlichen Aspekten kann sich das fehlende Doppelspielrecht für Deutschland auch als Wettbewerbsnachteil herausstellen. Dass sich Spieler eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen wollen, kann ich jedenfalls gut nachvollziehen.

Die Etablierung der WTT-Turniere und die mögliche Aufhebung des Doppelspiel-Verbots könnten gravierende Folgen haben. Etwa, dass Spieler ihren Vereinen nicht mehr bei allen Punktspielen zur Verfügung stehen. Die Rede ist gar von Söldnertruppen, bei denen jede Woche ein anderer Akteur an der Platte steht. Wie realistisch ist ein derartiges Szenario?
Nachtrab: Gar nicht so abwegig. Es geht dabei aber nicht nur ums Geld. Spieler müssen auch deshalb an den Turnieren teilnehmen, weil sie nur dort Punkte für die Weltrangliste holen können. Die Identifizierung mit dem Heimatverein bleibt dadurch jedoch auf der Strecke.

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