(ps) - Natürlich kann man gegen den TTC Weinheim verlieren. Die Frage ist immer nur, wie der Gegner zu den Punkten kommt. Im Falle des TV Hilpoltstein war es gestern wieder mal die Doppelschwäche gepaart mit eben jener Nuance, die den Burgstädtern in dieser Saison bisher meist gefehlt hat, um zu einer Spitzenmannschaft zu avancieren.
Dabei hatten sich die Tischtennis-Bundesligisten so fest vorgenomme, ihr Publikum — wahrscheinlich das beste und treueste der Liga — zu Weihnachten mit einem Sieg, dem ersten Heimsieg überhaupt, zu verwöhnen. Am Ende stand aber ein 3:9 und ein ziemlich gefrusteter Abteilungsleiter Bernd Beringer.
Dieser tat sich schwer, den Grund für die verhältnismäßige schwache Gesamtleistung seiner Mannschaft zu erklären. „Zu wenig Trainingsfleiß“, mutmaßte er folglich, denn mit Ausnahme von Alexander Flemming, der auch gestern eine Glanzvorstellung gab, und Jakub Kleprlik könnten alle Akteure nicht nur eine Einheit pro Woche mehr vertragen.
Von der Substanz zu leben, gehe eben in der Bundesliga nicht, meinte Beringer, der nun alle Hoffnungen auf eine anberaumte Aussprache und die kommende spielfreie Zeit setzt, die „der ein oder andere hoffentlich für ein intensives Training nutzen wird“, wie der Abteilungsleiter fordert. Vorbildlich wieder Publikumsliebling Flemming, der sich gegen Jörg Schlichter ein ebenso spannendes wie hochklassiges Match lieferte und mit der norwegischen Nationalmannschaft ins Trainingslager fahren.
Das Spiel gestern begann mit einem Doppelsieg durch Flemming/Kleprik. Die beiden anderen Doppel waren jedoch eine klare Angelegenheit für die Gäste, die die Führung nicht mehr hergaben. Nach der Niederlage von Jakub Kleprlik konnten zwar noch Flemming mit eben jener Galavorstellung und Andras Podpinka punkten, danach ging es aber in den Worten von Bernd Beringer „richtig steil bergab“.
In den restlichen sechs Spielen kamen die Hilpoltsteiner nicht einmal in die Nähe eines Sieges, am ehesten konnte Felix Bindhammer seinen Kontrahenten noch in Bedrängnis bringen — aber zwei Satzverlängerungen (10:12, 12:14) waren auch für ihn an diesem Tag vor rund 200 Zuschauern nicht drin.
So bleibt den geduldigen Hilpoltsteiner Fans, unter denen gestern auch Landrat Herbert Eckstein war, nur, auf das neue Jahr zu hoffen, in dem der Rückrundenstart für die Hilpoltsteiner vor heimischem Publikum stattfindet. Dann soll es auch endlich mit dem Heimsieg klappen, wenngleich die erste Heimaufgabe gleichzeitig die schwerste sein dürfte, denn am 6. Februar kommt der TTC Fortuna Passau.
Aber wie sagte Bernd Beringer: „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“... vielleicht ein guter Neujahrsvorsatz?
TV 1879 Hilpoltstein - TTC Weinheim 3:9: J. Kleprlik/A. Flemming - Ionescu/Jost 7:11, 11:7, 11:8, 6:11, 11:9, 3:2; A. Podpinka/F. Bindhammer - Schlichter/Baum 5:11, 11:6, 9•11, 10:12, 1:3; T. Demek/P. Seibot - Wan/Klumpp 5:11, 9:11, 11:7, 3:11, 1:3; J. Kleprlik - Ionescu 11:6, 4:11, 11:9, 8:11, 5:11, 2:3; A. Flemming - Schlichter 11:7, 10:12, 11:8, 7:11, 12:10, 3:2; A. Podpinka - Baum 12:10, 11:5, 6:11, 11:8, 3:1; T. Demek - Wan 3:11, 12:10, 4:11, 7:11, 1:3; F. Bindhammer - Jost 6:11, 11:9, 10:12, 12:14, 1:3; P. Seibot - Klumpp 6:11, 11:9, 4:11, 6:11, 1:3; J. Kleprlik - Schlichter 8:11, 7:11, 5:11, 0:3; A. Flemming - Ionescu 11:6, 4:11, 3:11, 4:11, 1:3; A. Podpinka - Wan 9:11, 7:11, 11:4, 7:11, 1:3.
Bericht der RHV, Petra Schopplocher

