Hilpoltstein (bb) – „Am Sonntag muss ein Sieg her!“. Hilpoltsteins Kapitän Alexander Möst beschwört seine Kameraden aus der 2. Tischtennis-Bundesliga geradezu, das zweite Heimspiel der Burgherren siegreich zu gestalten. Die Gelegenheit ist gut, denn mit der Erstliga-Reserve des 1. FC Saarbrücken kommt der Aufsteiger ins mittelfränkische Tischtennis-Mekka – normalerweise ein gefundenes Fressen für die erstarkten Gastgeber, die im sechsten Jahr ihren vielen Fans in der heimischen Stadthalle Bundesliga-Niveau präsentieren..
Doch vor den Erfolg haben die Götter wieder mal ein Fragezeichen gesetzt. Denn wen seiner Mannen Abteilungsleiter Bernd Beringer bei der Begrüßung der Teams um 13:45 Uhr aufrufen kann, steht noch in den Sternen. Alexander Möst leidet immer noch an den Nachwirkungen seines beim Fußballspielen erlittenen Kreuzbandrisses und Felix Bindhammer hatte sich die Woche über mit einem grippalen Infekt krank gemeldet. Mit Petr Seibot und Manuel Hoffmann stehen zwar zwei zweitliga-erprobte Ersatzleute zur Verfügung, doch die müssen aufpassen, dass sie sich mit dem vierten Einsatz nicht zu früh in der 1. Mannschaft „festspielen“, so dass sie in der Vorrunde nicht mehr in der 2. Mannschaft, die um den Aufstieg in die Bayernliga mitspielt, eingesetzt werden können.
Gut, dass die Hilpoltsteiner Spitzenspieler Jakub Kleprlik, Alexander Flemming, Andras Podpinka und Tomas Demek fit sind. Besonders Kleprlik und Flemming werden sich auf heftigste Gegenwehr aus dem Saarbrückener Lager gefasst machen müssen. Der erst 16-jährige Belgier Cedrik Nuytinck und vor allem der 19-jährige Serbe Bojan Crepulja haben bewiesen, dass sie zu den hoffnungsvollsten Talenten in Europa gehören.
Crepulja zum Beispiel hat jüngst gleich zweimal für Schlagzeilen gesorgt: Im Punktspiel gegen Frickenhausen besiegte er den vielfachen deutschen Meister Torben Wosik, und vor Wochenfrist zeigte er dem Ex-Hilpoltsteiner Jung-Nationalspieler Philipp Floritz bei den Austrian Open, dass in der 2. Bundesliga nach wie vor hohes Niveau herrscht: Floritz, der in der 1. Bundesliga beim SV Plüderhausen noch nicht zum Einsatz kam, verlor für viele doch etwas überraschend gegen den Saarbrückener Spitzenspieler.
Besonders für Alexander Flemming wird die Begegnung zu einem reizvollen Vergleich. Bei den Austrian Open hatte der Hilpoltsteiner Publikumsliebling seinen ersten internationalen Einsatz für Deutschland – er scheiterte zwar ebenfalls schon in der Qualifikation fürs Hauptfeld, kann jetzt aber seinen letztjährigen Teamkameraden Floritz „rächen“ und zeigen, dass er zu den Besten in der 2. Bundesliga gehört.
Reizvoll auch die Saarbrücker Mitte mit den in Hilpoltstein bestens bekannten Sympathieträgern Dennis Dickhardt und Wang Xue Xing, dem chinesischen „Dauerlächler“. Auch mit dem aus Mittelfranken stammenden Stephan Pache könnte es ein Wiedersehen geben. Pache, der die Hilpoltsteiner von Jugend an begleitet hat, studiert seit einigen Jahren in Saarbrücken und könnte durchaus im hinteren Paarkreuz auflaufen.
Hilpoltstein würde mit einem Sieg zu einem ausgeglichenen Punktekonto kommen, Die Tischtennisspieler aus dem Fußballverein Saarbrücken, die bisher ein extrem schweres Programm absolvieren mussten und mit dem 8:8 gegen Tegernheim alle Experten aufhorchen ließen, würden ihren ersten doppelten Punktgewinn einfahren. Eine reizvolle Begegnung, die viele Fans verdient.

