Dass beide Teams das mittelfränkische Derby dennoch unbedingt für sich entscheiden wollte, war allen Akteuren von Anfang an anzumerken – auf den einen oder anderen Zuschauer wirkten die Gäste noch einen kleinen Tick bissiger als die Hausherren. Diese kamen dafür wie so häufig in dieser Spielzeit etwas besser aus den Starlöchern: Krcil/Hörmann machten mit dem tschechischen Duo Urbanek/Husnik kurzen Prozess wie auch die polnisch-tschechische TV-Kombination Kabacinski/Palkovsky mit Emter/Staudacher, die ihren Gegnern ganze zehn (!) Punkte in drei Sätzen ließen. Als anschließend Frantisek Krcil seinem Landsmann Jan Urbanek beim 3:0 die Grenzen aufzeigte, wähnte man sich auf einem guten Weg.
In der Folge sollten sich jedoch insbesondere drei Windsbacher Akteure in den Vordergrund spielen, die für die Burgherren einfach nicht zu besiegen waren: der Südamerikaner Gaston Alto, einer der Big Five der Liga, erwies sich nicht nur eingangs zu stark für Hannes Hörmann, auch Routinier Frantisek Krcil konnte im Topduell des Tages keinen Satzgewinn für sich verbuchen. In der Mitte hatte Tobias Ehret einen Sahnetag erwischt und seine bislang bestechende Rückrundenform eindrucksvoll unterstrichen: die beiden Youngster Sebastian Hegenberger und Matthias Danzer mühten sich zwar redlich, einen Satzgewinn konnten die beiden jedoch ebenfalls nicht verzeichnen. Dass sich auch im hinteren Paarkreuz ein Windsbacher Akteur besonders hervortun würde, hatte allerdings so gar keiner erwartet – schließlich stellt man mit dem Duo Kabacinski/Palkovsky eigentlich das stärkste hintere Paarkreuz der Liga. Gegen Denis Emter, langjähriger Nürnberger im Trikot von Sparta Noris, gingen beide Cracks an ihre Grenzen, zogen jedoch überraschend beide in fünf knappen Sätzen den Kürzeren. So war es ein schwacher Trost für die beiden Routiniers, dass sie mit Andreas Staudacher erwartungsgemäß gar keine Mühen hatten.
Ähnliches galt vorne in den Duellen mit Jan Urbanek, der nach seiner Eingangs-Niederlage auch gegen Hannes Hörmann in einem engen Duell knapp mit 1:3 unterlegen war. Das beste Saisonspiel von Sebastian Hegenberger bescherte immerhin den einzigen Sieg in der Mitte: gegen den früheren Hilpoltsteiner Petr Husnik steigerte sich der trainingsfleißige Youngster nach einem 1:2-Satzrückstand kontinuierlich und drehte das Duell etwas überraschend noch zu seinen Gunsten – eine tolle Leistung von Hegenberger. Sein Paarkreuzkollege Matthias Danzer musste diesmal etwas Lehrgeld zahlen und kam nicht in die Nähe eines Satzgewinns.
Im Schlussdoppel stand das Spiel dann auf des Messers Schneide. Zunächst führten die prima harmonierenden Krcil/Hörmann in dem sehenswerten Duell gegen Alto/Ehret mit 2:1 Sätzen, verloren dann aber mehr und mehr den berühmten Faden und unterlagen noch mit 2:3 –Windsbach triumphierte auch dank ihrer dreier Akteure in Topform etwas überraschend, aber nicht unverdient. Trotz der Niederlage ihres Teams bereute keiner der Zuschauer sein Kommen, hatten doch alle ein wahres Tischtennisspektakel live miterlebt.


