Zum Hauptinhalt springen

Klarer Sieg im Tischtennis-Mekka

Hilpoltstein (bb) – So ein reinigendes Gewitter bewirkt manchmal Wunder. Bei den Tischtennis-Assen des TV Hilpoltstein zumindest tat es das. Ihre knackige Aussprache unter der Woche hatte Folgen – unter anderem einen klaren 9:4-Sieg beim TTC Grenzau II und einen völlig anderen Auftritt als noch bei der peinlichen 7:9-Heimspiel-Niederlage zuvor gegen den 1. FC Saarbrücken.

Vor allem die Einstellung stimmte diesmal. Kampfbetont, zupackend und offensiv zeigten sich die Mittelfranken den gut 50 Zuschauern – die Hälfte davon kam von der SpVgg  Weiboldshausen (Tischtenniskreis Weißenburg), die im Zugbrücke-Hotel einen Lehrgang absolvierten und am Abend die Gelegenheit nutzten, um Bindhammer und Co kräftig anzufeuern. Auch das nutzte was: die Lufthoheit im Tischtennis-Mekka Grenzau gehörte eindeutig den mittelfränkischen Gästen.

Angetrieben von den lautstarken Fans zeigten die Hilpoltsteiner, was wirklich in ihnen steckt. Jeder gelungene Ballwechsel brachte die Siegerfaust hervor, jeder Spieler stand hinter jedem, feuerte seinen Kameraden an – die Hilpoltsteiner Bank war endlich „eine Bank“. Vor allem das mittlere Paarkreuz mit Andras Podpinka und Tomas Demek – den 44-jährigen Senior im Hilpoltsteiner Team hatten seine Kameraden kurzfristig zum „sportlichen Chef“ ernannt – war kaum wiederzuerkennen: Kampfgeist statt hängender Schultern, Vorwärtsdrang statt Defensivhaltung, Zuversicht statt Verzagtheit. Ergebnis: vier Punkte statt Nullrunde wie eine Woche zuvor.

Vorbild war einmal mehr Alexander Flemming. Der beste Spieler, der jemals das Hilpoltsteiner Trikot trug, war schon angeschlagen (Bänderdehnung) ins Match gegangen; im fünften Satz gegen den starken Japaner Tsuboguoni dann ein schmerzhafter Stich in der Schulter. Doch die Nr. 2 im Hilpoltsteiner Team biss auf die Zähne und setzte seine fulminante Siegesserie (Bilanz derzeit 8:2) fort. Auch in seinem zweiten Einzel gegen den vielfachen luxemburgischen Nationalspieler Gilles Michely musste der sympathische Sachse in den Entscheidungssatz. Auch den überstand er mit letzter Kraft und dem siebten Matchball siegreich.

Hinter Flemming und der diesmal grandiosen Hilpoltsteiner Mitte bewies Felix Bindhammer erneut seinen Aufwärtstrend. Die Tischtennis-Ikone aus der Burgstadt findet langsam zu seiner alten Sicherheit zurück – die derzeitige 5:2-Bilanz ist weiter ausbaufähig, in dieser Form braucht er nicht einmal die europäischen Tischtennis-Legenden Milan Orlowski und Jindrich Pansky zu fürchten, seine nächsten Gegner in der 2. Bundesliga.

Die La-Ola-Welle der Weiboldshausener Fans, durch die der Hilpoltsteiner Spielerbus vor dem Zugbrücke-Hotel auf die späte Heimreise rollte, verheißt eine positive Zukunft für den Hilpoltsteiner Bundesligasport. Bleibt abzuwarten, ob die Euphorie von Dauer ist.

TTC Grenzau II – TV Hilpoltstein 4:9  Tsuboguoni/ Dadechin – Podpinka/Bindhammer 12:10, 11:6, 9:11, 9:11, 11:6; Michely/Müller – Kleprlik/Flemming 13:11, 11:7, 4:11, 4:11, 4:11; Wengel/Burger – Demek/Seibot 11:8, 11:6, 6:11, 12:10; Tsuboguoni – Flemming 11:7, 9:11, 10:12, 11:7, 8:11; Michely – Kleprlik 13:15, 6:11, 7:11; Dadechin – Demek 11:13, 6:11, 11:9, 7:11; Müller – Podpinka 10:12, 11:8, 10:12, 11:8, 9:11; Wengel – Seibot 11:2, 9:11, 12:10, 11:9; Burger – Bindhammer 6:11, 6:11, 7:11; Tsuboguoni – Kleprlik 11:2, 11:7, 11:2; Michely – Flemming 12:10, 7:11, 5:11, 14:12, 8:11; Dadechin – Podpinka 3:11, 8:11, 11:9, 4:11; Müller – Demek 3:11, 8:11, 7:11.