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Kann Flemming Medaille vor den Toren Hilpoltsteins verteidigen?

Hilpoltstein (bb) - Der Hilpoltsteiner Spitzenspieler Alexander Flemming geht bei den Deutschen Einzelmeisterschaften im Tischtennis als Außenseiter an den Start. Das Feld in der Bamberger Stechert-Arena ist so erlesen, dass kein Zweiligaspieler im Einzel eine Chance haben dürfte, eine Medaille zu gewinnen. An der Spitze der Setzliste steht kein geringerer als der Weltranglistenerste Timo Boll.

Im Doppel hingegen schielt der sympathische Sachse im Hilpoltsteiner Trikot durchaus nach einer Medaille. An der Seite von Jörg Schlichter (TTC Weinheim) muss der Vorjahresdritte allerdings erst einige „dicke Brocken“ aus dem Weg räumen, um zumindest ins Halbfinale vorzustoßen. Nach einer Runde mit Freilos könnte im Achtelfinale mit Hegenbarth/Rösner (TTC Passau/TTC Würzburg-Kist) das einzig qualifizierte rein bayerische Doppel bereits eine hohe Hürde darstellen – schließlich standen sich die beiden Routiniers erst im Januar im Endspiel der bayerischen Titelkämpfe gegenüber.

Im Viertelfinale dürfte es noch härter werden für Schlichter/Flemming: Lennart Wehking und Nico Christ (1.FC Köln/TSV Gräfelfing) sind eine auf vielen Turnieren eingespielte Paarung der deutschen Eliteklasse. Erst wenn dieses Match gewonnen ist, hat die Zweitliga-Paarung eine Medaille sicher. Ob sie silbern oder gar golden  glänzt, entscheidet sich im Halbfinale wie im Vorjahr gegen die an Nr. 1 gesetzten Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov/Patrick Baum, denen Schlichter/Flemming im wohl besten Spiel der Titelkämpfe 2010 knapp mit 2:3 unterlegen waren. 2009 waren Flemming/Schlichter – damals noch im Trikot des 1. FC Saarbrücken – überraschend deutsche Doppelmeister geworden und hatten auf ihrem Siegeszug u.a. die Karriere des legendären Weltmeisterschaftsdoppels von 1989 Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner endgültig beendet.

Im Einzel muss Alexander Flemming erst in der 1. Hauptrunde ran – die Qualifikation dafür bleibt dem Finalisten des Bundesranglistenfinales erspart, im Gegensatz zum Beispiel vom Ex-Hilpoltsteiner Nationalspieler Philipp Floritz, der sich schon am heutigen Freitag durch die Mühle einer schweren Vorrundengruppe quälen muss. Nach dem möglichen Sieg gegen einen Qualifikanten dürfte allerdings im Achtelfinale Endstation sein. Kein Geringerer als Patrick Baum (Borussia Düsseldorf), der amtierende Vize-Europameister und die Nr. 3 der deutschen Rangliste, steht da im Weg. Doch Flemming nimmt’s gelassen: „Patrick ist so weit vorne in der Welt (Nr. 24), da kann man guten Gewissens verlieren. Doch keine Angst: Ich werde kämpfen wie gewohnt.“

Unterstützung wird der Wahl-Hilpoltsteiner jedenfalls genügend bekommen. Gut 100  mitgereiste Fans aus der Region Nürnberg werden ihn am Samstag bei seinem „Heimspiel“ in Bamberg kräftig anfeuern. Wer den kurzen Weg in die vom Basketball her berühmte Stechert-Arena nicht schafft, kann unter www.bttv.de die Spiele am Liveticker verfolgen.