Hilpoltstein (bb) – Kann der TV Hilpoltstein seinen Höhenflug in der 2. Tischtennis-Bundesliga fortsetzen? Die Chancen dazu stehen zumindest nicht schlecht. Nach dem 9:4-Heimsieg gegen Fortuna Passau und dem sensationellen 9:7 beim Tabellendritten Weinheim kommt am Sonntag um 14 Uhr mit dem Tabellen-Schlusslicht TTC Grenzau ein schlagbarer Gegner in die Hilpoltsteiner Stadthalle. Mit einem Sieg könnten Bindhammer und Co zum ersten Mal in ihrer fünfeinhalbjährigen Bundesliga-Geschichte in der Rückrunde auf dem fünften Platz stehen – mit dem Abstieg hätten sie dann endgültig nichts mehr zu tun.
Mit nur drei Punkten aus zwölf Spielen ist die Reserve des Traditionsvereins kaum noch vor dem Gang in die südwestdeutsche Regionalliga zu retten. Dennoch dürfte das Heimspiel für die im neuen Jahr noch ungeschlagenen Hilpoltsteiner nicht zu einem Spaziergang werden. Der 20-jährige Japaner Michikazu Tsuboguoni zum Beispiel steht für internationale Klasse und ist für alle Tischtennisfans ein richtiger „Hingucker“. Kein Spieler der 2. Liga spielt schneller, spektakulärer, beweglicher als der sympathische Youngster in seinem ersten Deutschland-Jahr. So nimmt es nicht Wunder, dass er sich mittlerweile mit 17:4 Siegen hinter dem Polen Jakub Kosowski (16:2) auf den zweiten Platz der Bestenliste vorgespielt hat.
Am vergangenen Wochenende „knackte“ Tsuboguoni sogar den bis dato überragenden Polen, war allerdings zuvor dem deutschen Meister von 2009 Torben Wosik unterlegen. Das gleiche Schicksal ereilte ihn in der Vorrunde gegen Alexander Flemming. In einem fantastischen Match hatte der Hilpoltsteiner Spitzenspieler (jetzt 12:9-Siege) die Weichen für den klaren 9:4-Vorrunden-Erfolg gestellt. Mittlerweile geht jedoch der Japaner als Favorit ins Rennen – auch gegen Jakub Kleprlik (10:12), den er schon in der Vorrunde klar bezwungen hatte
Auch die Nr. 2 der Grenzauer, der vielfache luxemburgische Meister Gilles Michely, ist nicht von schlechten Eltern. Trotz seiner 6:17-Bilanz ist der auch international erfahrene, erst 21-jährige Profi nicht zu unterschätzen, zwang er doch Alexander Flemming in der Vorrunde in den fünften Satz. Gegen Jakub Kleprlik hatte er indes nur im ersten Satz (13:15) eine Chance.
Im mittleren Paarkreuz segeln die Hilpoltsteiner „Oldies“ Andras Podpinka (10:10) und Tomas Demek (8:10) nach ihrem fulminanten Auftritt in Weinheim offenbar wieder im Aufwind. Gegen Evgheni Dadechin (8:12) und Dennis Müller (6:15) gelten sie ebenso als Favorit wie im hinteren Paarkreuz Felix Bindhammer (7:6) und Alexander Möst (2:0) bei seinem zweiten Saisoneinsatz gegen Pierre Burger (5:11) und Jan Georg Wengel (5:13). Wenn die neue und geradezu verblüffende Doppelstärke der Mittelfranken (5:1 in der Rückrunde) auch gegen Grenzau anhält, dürfte einer Wiederholung des Vorrundensieges nichts im Wege stehen.
Die Euphorie im Hilpoltsteiner Lager ist nach dem Weinheim-Coup jedenfalls groß wie nie. Doch gerade in solchen Situationen muss man auf dem Teppich bleiben. Konzentriert und kämpferisch in die Partie gehen – dann könnten die vielen Hilpoltsteiner Tischtennisfans erneut Grund zum Jubeln haben.

