TT-Bayernliga Nord: Spielbericht TV Hilpoltstein II – TV Altdorf
(mu) – In einem denkwürdigen mittelfränkischen Derby trennten sich die zweite Hilpoltsteiner Tischtennismannschaft und die favorisierten Altdorfer Gäste 8:8 unentschieden. Dass die Burgherren auch ohne ihre unumstrittene Nummer eins, Felix Bindhammer, gegen die Mitaufsteiger einen Punktgewinn erzielen würden, kam dabei einer mittleren Tischtennissensation gleich und war so nie zu erwarten.
Schon bei der Begrüßung der Mannschaften hatte TV-Kapitän Tobias Mulack Bindhammers Fehlen bedauert, im gleichen Atemzug aber auch mit einem Augenzwinkern verkündet, „dass wir uns trotzdem wehren werden.“ Dass am Ende ein nicht eingeplanter Punkt herausspringen würde, hatte man zum einen mit drei Erfolgen überragenden Doppeln, zum anderen einem herausragenden Jaka Golavsek zu verdanken. Der slowenische Tischtennistrainer hat nach seiner guten Debütsaison im vergangenen Jahr noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht, gehört auch in der Bayernliga zu den Topcracks und war auch von den beiden starken Altdorfer Kontrahenten nicht zu stoppen. Die restlichen Punkte besorgten Tarik Mahroum, Tobias Mulack und Alexander Christoph mit je einem Einzelerfolg. Herausragend war einmal mehr auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.
Das wieder vereinte Duo Golavsek/Frisch hatte am Anfang einige Mühe mit den guten Spille/Lang, konnte sich aber haarscharf mit 17:15 durchsetzen im letzten Satz. Einer 1:3-Niederlage von Hörmann/Christoph gegen Maly/Kirner folgte eine ganz feine Vorstellung der dritten Hilpoltsteiner Paarung Mahroum/Mulack, die glatt mit 3:1 über Rust/Preu triumphierte.
Der 12jährige Hannes Hörmann agierte sowohl gegen den muskulösen Tschechen Petr Maly als auch gegen den dynamischen Daniel Spille phasenweise auf allerhöchstem Bayernliga-Niveau und konnte jeweils einen Satzgewinn für sich verbuchen. Für mehr reichte es noch nicht, dennoch war es ein prima Einstand des Schülers im vorderen Paarkreuz.
Jaka Golavsek verspielte gegen den wieselflinken und unwahrscheinlich konstanten Daniel Spille zunächst eine 2:0-Satzführung, ehe er im letzten Satz mit 12:10 die Oberhand behielt in einem äußerst sehenswerten Duell mit vielen Klasseballwechseln.
Andersrum lief es in der Folge bei Allrounder Tarik Mahroum, der gegen Thorsten Lang zunächst 0:2 hinten lag, dann mit einer starken Aufholjagd ausglich und schließlich im letzten Satz die Segel streichen musste. Rainer Frisch konnte nebenan nur die ersten beiden Durchgänge ausgeglichen gestalten gegen den für ihn unangenehmen Steffen Kirner (1:3).
Hinten folgte eine Punkteteilung: der seit kurzem volljährige Alexander Christoph bezwang den langjährigen Gästekapitän Thorsten Rust mit einer nahezu fehlerfreien Vorstellung mit 3:0, ganz stark vom trainingsfleißigen Gymnasiasten. Phasenweise agierte auch TV-Mannschaftsführer Tobias Mulack ganz stark, musste aber wegen zu vieler Eigenfehler dem in dieser Saison noch ungeschlagenen Julius Preu knapp zum 3:2 gratulieren. So stand es nach dem ersten Einzeldurchgang 5:4 für die Gäste.
Vorne glich nun der hervorragend aufgelegt Jaka Golavsek gegen den mit tollem Service und brachialer Vorhand ausgestatteten Maly die Viersatzniederlage von Hannes Hörmann gegen Spille aus, sodass es weiterhin bei der Ein-Punkt-Führung der Gäste blieb. Dies sollte sich auch in der Mitte nicht ändern: Rainer Frisch kam gegen den phasenweise brillanten Thorsten Lang zu spät ins Spiel, während Tarik Mahroum am Nebentisch eine ganz starke Aufholjagd positiv beendete: gegen Kirner, dessen Paradedisziplin eigentlich das Spielen gegen Material ist, holte er mit sehr aggressivem Spiel einen 0:2-Rückstand auf und behielt auch im letzten Satz die Nerven.
Und auch hinten gab es noch mal eine Punkteteilung: Alexander Christoph hatte letztlich keine Chance gegen den bemerkenswert konstanten Julius Preus, während Tobias Mulack im letzten Einzel des Tages mal wieder mit einer tollen kämpferischen Leistung aufwartete: nach verlorenem ersten Satz erreichte der Vorhandspezialist rechtzeitig seinen Kampfmodus und hielt den mit tollem Ballgefühl ausgestatteten Thorsten Rust in vier Sätzen nieder.
Nun musste also das Schlussdoppel über den Ausgang entscheiden: hier erwischten Maly/Kirner den besseren Start als Golavsek/Frisch. Das TV-Duo kämpfte sich aber mit einer tollen Mischung aus dem unwahrscheinlich sicheren Routinier Rainer Frisch und dem ein wahres Topspin-Feuerwerk abspulenden Jaka Golavsek förmlich in einen Rausch, an dessen Ende ein knapper, aber verdienter Viersatzsieg stand. Der Jubel der zahlreichen TV-Fans war riesig, schließlich hatte niemand mit einem Punktgewinn ohne den Frontmann gerechnet. Eine spielerisch wie kämpferisch erstklassige Vorstellung der gesamten Mannschaft.

