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Glatter 9:2-Sieg mit bitterem Beigeschmack

(mu) – Der TV Hilpoltstein hat mit einer fehlerfreien Mannschaftsleistung die erste Relegationsrunde zur Tischtennis-Bayernliga glatt mit 9:2 gewonnen und darf sich schon vor der entscheidenden Runde am kommenden Sonntag berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die höhere Klasse machen. Doch so richtig freuen wollte sich keiner im TV-Trikot, zu tief saß der Schock bei allen Beteiligten über die Verletzung von Florian Seitz.

Dieser hatte beim Verwerten des ersten Matchballs im Einzel gegen den guten Holger Funke einen unglücklichen und verhängnisvollen Schritt gemacht, der ihn wohl für längere Zeit vom aktiven Sport fernhalten dürfte. Ein lauter Schrei, ein schmerzverzerrtes Gesicht, und die Schnelldiagnose der Ersthelfer bestätigte leider die ersten Befürchtungen einer schweren Sehnenverletzung. Ein schwerer Schlag für den Familienvater und Arbeitnehmer. Dass er seinen Mannschaftskollegen länger fehlen dürfte und sportlich wie menschlich erstmal ein großes Loch reißt, soweit wollte keiner der Anwesenden in dem Schockmoment denken.

Gut für das TV-Team, dass der bei der Verletzung verwandelte Matchball von Florian Seitz schon das 4:2 bedeutete und sich seine Mannschaftskollegen nun offenbar besonders ins Zeug legten für ihn. Denn in der Folge sollte kein Spiel mehr verloren gehen – doch zunächst mal der Reihe nach.

Bei Bekanntgabe der Aufstellungen fehlte mit Miroslav Hurina ein klangvoller Name im Gästetrikot – die ambitionierten wie routinierten oberfränkischen Gäste mussten leider ohne ihre Nummer eins antreten. So war das zunächst leicht favorisierte TV-Sextett mit einem Schlag der klare Favorit im Duell der beiden Landesligazweiten. In den Doppeln konnte man dieser Favoritenrolle wie so häufig gerecht werden und zwei Paarungen für sich entscheiden: Jaka Golavsek und Rainer Frisch benötigten zwei Durchgänge gegen die unorthodoxen Frank Zeller und Manfred Fischbach, bogen das Doppel aber gerade noch rechtzeitig herum. Florian Seitz und Uli Eckert hatten keinen so rechten Auftrag gegen Mario Krug und Uwe Niewiadomski, während Alexander Christoph und Tobias Mulack wie häufig in dieser Spielzeit triumphierten und die spielstarke Offensivpaarung Tino Zasche/Holger Funke in vier Sätzen bezwangen.

Vorne war Jaka Golavsek vom etatmäßigen Dreier Frank Zeller nur anfangs etwas gefordert, während er sich mit Halbdistanzkünstler Mario Krug ein sehenswertes Duell lieferte mit allerdings klaren Vorteilen für den TV-Slowenen. Letzterem war Rainer Frisch zuvor relativ glatt unterlegen, der Gästepunkt zum 3:2 sollte dann allerdings schon das letzte Pünktchen der sympathischen Oberfranken sein. In der Mitte lieferte Florian Seitz bis zu seiner Verletzung eine spielerisch wie vom Kopf her sehr gute Vorstellung ab gegen den Blockkünstler Holger Funke und bezwang diesen verdient in vier Sätzen. Alexander Christoph, zuletzt schon deutlich im Aufwind, spielte gegen Tino Zasche sehr gefällig und hielt diesen knapp mit 3:1 nieder.

Hinten schließlich ging es ungewohnt schnell bei Tobias Mulack. Dieser hielt den ob seiner Kampfkraft und seinem zähen Blockspiel gefürchteten Uwe Niewiadomski dank einer fast fehlerfreien Leistung glatt in drei Sätzen nieder. Dafür machte Mulacks Paarkreuzkollege Uli Eckert seinem Namen als „Kampfmaschine“ wieder mal alle Ehre. Gegen Manfred Fischbach bog der TV-Kapitän zunächst einen 1:2-Satzrückstand noch um, eher er nach einigen vergebenen Matchbällen doch mit 11:9 im letzten Satz triumphierte.

Den letzten Punkt für den TV Hilpoltstein machte „Mr. Tischtennis“ Rainer Frisch, der den Materialexperten Frank Zeller relativ sicher niederhielt. Der Jubel darüber hielt sich allerdings nur kurz, zu tief saß der Schock über die Seitz-Verletzung.

Am kommenden Sonntag steht der Gang zum Bayernliga-Drittletzten Creussen an, der laut Punkterangliste als klarer Favorit ins Duell geht. Den Platz von Aufschlagkünstler Florian Seitz dürfte wohl der erst 12jährige Hannes Hörmann einnehmen.