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Fehlstart in der Burgstadt

Hilpoltstein (bb) – Erst hatten sie kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu: Dieser schon etwas abgedroschene Spruch passt wieder mal auf die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein, die ihren Start in die neue Saison bei der 6:9-Niederlage gegen den durchaus schlagbaren Favoriten FC Tegernheim versemmelten. Doch wenn man ehrlich ist, war es nicht nur Glück, das dem Zweitligisten aus der Burgstadt fehlte. Auch die Chancenverwertung blieb erneut unterdurchschnittlich – eine alte Hilpoltsteiner Krankheit. So kann man halt nicht gegen ein Team gewinnen, das in den letzten vier Jahren dreimal Meister und einmal Zweiter war.

Schon vor dem Spiel besorgte Blicke im Hilpoltsteiner Lager: Für den erneut am Kreuzband operierten Kapitän Alexander Möst sollte eigentlich Rückkehrer Petr Seibot an die Tische gehen. Doch der Tscheche outete sich als ebenso angeschlagen wie Mister Zuverlässig Andras Podpinka, der sich nach zwei Tagen Fieber doch noch in die Halle schleppte, in seinem zweiten Match gegen den 16-jährigen englischen Nationalspieler Liam Pitchford jedoch schlapp machte – gerade dann, als die Gastgeber Aufwind verspürten.

Auch Tomas Demek, 44, im mittleren Paarkreuz ebenfalls als Punktesammler vorgesehen, musste den Strapazen der Europameisterschaften im heimischen Ostrava und dem anstrengenden Fünfsatz-Sieg gegen den schnellen Pitchford, 16, Tribut zollen. Der tschechische Nationaltrainer unterlag in seinem zweiten Spiel überraschend dem 18-jährigen Jugend-Nationalspieler Christoph Schmidl nach einem 12:10 im ersten Satz dreimal zu neun. „Einfach platt“, seufzte er nach dem Match.

Ähnlich erging es Felix Bindhammer. Das Hilpoltsteiner Urgestein war nach fünfwöchigem Australien-Aufenthalt mit null Tischtennis noch nicht in der Verfassung, um seine Stärken, sichere Vorhand- und Rückhand-Topspins über den ganzen Tisch, kontinuierlich zu zeigen. Den „alten“ Bindhammer sah man aber in seinem zweiten Match, als er den bulgarischen Nationalspieler Grozdan Grozdanov überraschend in fünf Sätzen niederkämpfte.

Doch dieser Sieg nutzte nicht mehr viel. Am Nebentisch schaffte es Paarkreuz-Kollege Manuel Hoffmann, 16, nämlich nicht, seine durchaus vielversprechenden Ansätze gegen den routinierten Tegernheimer Neuzugang Clemens Förster, 28, vom Zweitliga-Aufsteiger Herne in die Oberpfalz gewechselt, in einen Satzgewinn umzusetzen.

Das Dilemma der nie aufgebenden Hilpoltsteiner begann jedoch schon zu Spielbeginn. 1:2 nach den Doppeln war nicht das, wovon man im Hilpoltsteiner Lager geträumt hatte. Gleich  danach schlug tatsächlich die Pechmarie zu. Der neue Spitzenspieler Jakub Kleprlik musste im begeisternden Match gegen Marcello Aguirre, 17, ganze Salven von Netz- und Kantenbällen hinnehmen. Bezeichnend, dass ein echter „Super-Glücksball“ dem starken jungen Mann aus Paraguay zum 11:9 im fünften Satz den Sieg brachte. Auch Alexander Flemming, gegen den starken tschechischen Ex-Nationalspieler Frantisek Krcil furios gestartet, ließ sich von einigen glücklichen Bällen des Tschechen, der schon den Skalp von Tischtennis-Genie Jan Ove Waldner am Schläger haften hat, aus dem Rhythmus bringen und verlor noch nach klarer Führung. 1:4 stand es jetzt – ein Rückstand, den die Hilpoltsteiner Spitzenspieler auch mit zwei feinen Siegen im zweiten Durchgang nicht mehr aufholen konnten. Auch die Zuschauerkulisse war für Hilpoltsteiner Verhältnisse ein bisschen enttäuschend: Nur 170 Fans wollten an diesem verregneten Samstag Spitzentischtennis erleben. Die anderen hatten wohl schon geahnt, dass es den Hilpoltsteinern den Start in ihre sechste Bundesliga-Saison verhageln könnte...

TV Hilpoltstein – FC Tegernheim 6:9  Flemming/Podpinka – Pitchford/Schmidl 11:3, 11:8, 11:9; Kleprlik/Hoffmann – Krcil/Aguirre 3:11, 4:11, 8:11; Demek/Bindhammer – Grozdanov/Förster 9:11, 4:11, 9:11; Kleprlik – Aguirre 7:11, 11:1, 11:9 6:11, 9:11; Flemming – Krcil 11:8, 11:8, 8:11, 8:11, 6:11; Podpinka – Schmidl 5:11, 11:6, 18:16, 11:9; Demek – Pitchford 11:6, 11:8, 10:12, 10:12; 11:6; Bindhammer – Förster 11:9, 8:11, 5:11, 5:11; Hoffmann – Grozdanov 11:5, 5:11, 3:11, 5:11; Kleprlik – Krcil 11:3, 11:7, 6:11, 11:7; Flemming – Aguirre 11:6, 11:8, 11:4; Podpinka – Pitchford 7:11, 5:11, 5:11; Demek – Schmidl 12:10, 9:11, 9:11, 9:11; Bindhammer – Grozdanov 10:12, 11:9, 7:11, 11:6, 11:6; Hoffmann – Förster 9:11, 8:11, 13:15.