Hilpoltstein (bb) – Es ist schon seltsam mit den Hilpoltsteiner Tischtennis-Assen in der 2. Bundesliga: Auswärts sind sie in dieser Saison noch ungeschlagen – zu Hause, vor dem besten Publikum der Liga, haben sie noch kein einziges Spiel gewonnen. Wenn das „Gesetz der Serie“ anhält, müssten sie am späten Sonntagabend ab 16 Uhr beim haushohen Titelfavoriten TTC Frickenhausen eigentlich gewinnen...
Das allerdings käme einem Wunder gleich. Denn die Schwaben, gerade aus der höchsten deutsche Liga, der DTTL, unglücklich abgestiegen, waren im bisherigen Saisonverlauf allen ihren Gegnern so überlegen wie bisher noch kein Team in der Geschichte der 2. Tischtennis-Bundesliga. Dreimal 9:2, dreimal 9:1, zweimal 9:0 lautet die unglaubliche Vorrunden-Bilanz des TTC Frickenhausen. Wenn man sich die Aufstellung und die Einzelbilanzen des Teams um Erfolgstrainer Qiu ansieht, ist man allerdings nicht mehr ganz so verwundert.
Jakub Kosowski (POL) hat in der letzten Saison mit seiner 6:3-Bilanz entscheidend dazu beigetragen, dass sein damaliger Verein SV Püderhausen – dahin ist der Ex-Hilpoltsteiner Philipp Floritz gewechselt – in der DTTL geblieben ist. Jetzt ist er in der 2. Liga noch ungeschlagen, mit 13:0-Siegen hat er als einziger Spitzenspieler noch eine weiße Weste, und die will er auch gegen Alexander Flemming und Jakub Kleprlik behalten. Ähnlich gut (11:3) steht der langjährige deutsche Nationalspieler Torben Wosik da. Nur zu Saisonbeginn, als er im Pokalspiel gegen den TV Hilpoltstein (3:1) auch Andras Podpinka unterlag, zeigte er einige Schwächen. Doch jetzt hat sich der deutsche Einzelmeister von 2009 gefangen, wie zuletzt zehn Siege in Folge zeigen.
In der Mitte ist Frickenhausen mit dem ungarischen Nationalspieler Krisztian Nagy (8:0) und dem besten Finnen Benedek Olàh (6:2) noch besser besetzt als im hinteren Paarkreuz mit dem Japaner Juki Hirano (6:0) und dem Serben Daniel Todjaer (5:3). Da auch die Ersatzleute und die Doppel (23:1!) von der Extraklasse des zweifachen deutschen Meisters, Pokalsiegers und Europapokalsiegers zeugen, können die Hilpoltsteiner jeden Punktgewinn wie einen kleinen Sieg feiern.
Dass sich der TTC Frickenhausen bei seinen Gästen für die Schützenhilfe der letzten Saison, als ihnen der TV mit seinem Sieg gegen den späteren Aufsteiger TSV Gräfelfing eine letzte Chance auf den Klassenerhalt in der DTTL eröffnete, mit Punktegeschenken bedankt, daran glaubt im Hilpoltsteiner Lager niemand. Also werden Bindhammer und Co um jeden Sieg fighten müssen wie die Löwen. Und das wollen sie auch tun – schließlich geht es um das „Gesetz der Serie“...

