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Diesmal holte Alexander Flemming Bronze

Hilpoltsteins Spitzenspieler belegte bei der Tischtennis-DM den dritten Rang im Doppel

Dass ein Spieler nach einer Niederlage strahlt und stolz auf seine Leistung ist, hat im Spitzensport Seltenheitswert, doch Alexander Flemming vom TV Hilpoltstein hatte allen Grund dazu. Gestern stand der Student bei den deutschen Tischtennis-Meisterschaften in Trier erneut auf dem Treppchen. Zusammen mit Jörg Schlichter vom TSV Gräfelfing freute er sich nach Sensations-Gold im vergangenen Jahr diesmal über Bronze im Doppel.

HILPOLTSTEIN/TRIER — „Nochmal den Titel zu gewinnen, wäre Wahnsinn gewesen. Doch auch eine Medaille ist klasse“, freute sich die Nummer eins des Hilpoltsteiner Zweitliga-Teams. Im Halbfinale waren Flemming/Schlichter gegen die an eins gesetzten Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov (Charleroi/Belgien) und Patrick Baum (Grenzau) in den ersten beiden Sätzen chancenlos, konnten sich dann aber gewaltig steigern.

„Am Anfang war das etwas zu schnell für uns“, gestand der Hilpoltsteiner. Als sich die Außenseiter an das hohe Tempo der beiden europäischen Spitzenspieler gewöhnt hatten, erlebten die rund 2500 Zuschauer in der Arena Trier ein Duell auf Augenhöhe mit vielen fantastischen Ballwechseln, die immer wieder mit Szenenapplaus belohnt wurden. Die Favoriten setzten sich schließlich mit 4:2 durch.

„Am Anfang des Turniers wussten wir gar nicht, wie wir zusammen spielen sollen, weil wir ja kein Vereinsdoppel mehr sind“, verriet Flemming. „Deshalb haben wir uns auch gar keinen Druck gemacht, obwohl wir die Titelverteidiger waren. Wir haben uns eigentlich nicht viel ausgerechnet.“ Aber auch ohne gemeinsame Trainingseinheiten bewiesen die beiden, „dass unser Titelgewinn im vergangenen Jahr kein Zufall war“, wie es Schlichter formulierte.

Den Platz auf dem Treppchen hatten sich Flemming/Schlichter gegen die krassen Außenseiter Raphael Graf (Leiselheim)/Dennis Dickhardt (Saarbrücken), gesichert. Die Regionalligaspieler hatten im Achtelfinale völlig unerwartet die Nationalspieler Steffen Mengel/Ruwen Filus (Hanau) ausgeschaltet und damit eine Neuauflage des Endspiels aus dem vergangenen Jahr verhindert.

Auch Flemming/Schlichter machten sie das Leben schwer, doch die Titelverteidiger behielten mit 4:2 die Oberhand. „Die beiden haben clever gespielt und uns taktisch ganz schön zermürbt“, gestand Flemming. „Wir sind froh, dass wir es wieder bis in Halbfinale geschafft haben.“

Für einen Einzel-Triumph von Flemming in Trier hatte ein Internet-Wettanbieter vor Beginn der deutschen Meisterschaften eine Traum-Quote von 500:1 geboten. Wie erwartet, kam die Nummer eins des TV Hilpoltstein nicht in die Nähe einer Medaille. Nach einem 4:3 in einem mitreißenden Fight gegen Zweitliga-Spieler Robin Malessa (Dortmund) war das Achtelfinale gegen Frankreich-Legionär Zoltan Fejer-Konnerth Endstation.

Lange ein Duell auf Augenhöhe

Beim 2:4 lieferte Flemming dem mit Edelmetall bei Welt- und Europameisterschaften dekorierten Nationalspieler über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe. „Wenn ich im ersten Satz eine 9:6-Führung genutzt hätte, hätte ich ihn vielleicht packen können“, bilanzierte Flemming nach seinem Aus.

Sein Hilpoltsteiner Teamkollege Philipp Floritz verpasste ein besseres Abschneiden im Einzel praktisch schon in der Qualifikation. Wenn der Hilpoltsteiner seinen Matchball im Gruppen-Endspiel gegen Regionalliga-Spieler Dennis Dickhardt (Saarbrücken) genutzt hätte, hätte er nicht schon in der ersten Hauptrunde gegen Mannschafts-Europameister Bastian Steger (Frickenhausen) spielen müssen. Das 0:4 zeigte, dass der Jung-Nationalspieler von den Profis, die den Kern des deutschen Teams bilden, noch recht weit entfernt ist. „Gegen Basti hat die letzte Durchschlagskraft einfach gefehlt“, sagte Floritz, der mit zwei ausgerenkten Rückenwirbeln von der Pro Tour ausKuwait zurückgekehrt war und in der ganzen Woche vor der DM nur einmal trainiert hatte. „Wenn man nicht fit ist, kann man nicht so viel erwarten.“

Im Achtelfinale des Doppels schlugen sich Floritz und Thomas Theissmann von Zweitliga-Spitzenreiter Mühlhausen beim 1:3 gegen die Mitfavoriten Steger/Lars Hielscher (Bremen) achtbar, hatten aber keine echte Siegchance.

Bericht Nürnberger Nachrichten