Zum Hauptinhalt springen

Die Post geht ab - aber in die falsche Richtung

Hilpoltstein (bb) – Das größte Lob kam vom Gegner: „In der Halle war’s zwar bitterkalt, aber das heißeste Pflaster in der gesamten 2. Tischtennis-Bundesliga ist trotzdem Hilpoltstein“. Die 20 mitgereisten Fans des thüringer Traditionsvereins Post SV Mühlhausen staunten nicht schlecht, als sie trotz  ihrer knallgelben Post-Schals inmitten der über 300 Zuschauer fast untergingen. Doch wirklich untergegangen ist nur der TV Hilpoltstein – die 3:9-Niederlage und der Blick auf die Tabelle lassen die Anhänger aus der Burgstadt doch erheblich frösteln.

Vier Heimspiele und immer noch kein Sieg – es könnte am Ende eng werden für die Hilpoltsteiner Tischtennis-Cracks, die sich vor der Saison viel mehr vorgenommen hatten als die beiden Auswärtssiege in Stuttgart und Grenzau. Doch wenn nur zwei Spieler punkten und die anderen vier leer ausgehen wie gegen Mühlhausen, kann man im Tischtennis kein Spiel gewinnen.

Alexander Flemming und Jakub Kleprlik, die beiden Spitzenleute der Heimmannschaft, mussten – gemeinsam im Doppel und im Einzel – allein die Punkte holen. Das war eindeutig zu wenig gegen ein „Team der Legenden“, das zudem in der stärksten zweiten Liga aller Zeiten ganz vorne mitmischt.

Manuel HoffmannMilan Orlowski, 57, und Jindrich Pansky, 50, die zwar gealterten, aber immer noch topfitten ehemaligen Vize-Weltmeister im Doppel, zaubern im hinteren Paarkreuz der 2. Liga mitunter wie zu besten Zeiten. Der Hilpoltsteiner Youngster Manuel Hoffmann, 17, bekam das trotz seines „frischen-frechen“ Auftritts gegen Altstar Orlowski ebenso zu spüren wie das Hilpoltsteiner Urgestein Felix Bindhammer, 27, der gegen Pansky wieder mal seine zahlreichen Siegchancen nicht nutzen konnte.

Große Probleme haben derzeit die beiden Hilpoltsteiner „Oldies“ Andras Podpinka, 42, und Tomas Demek, 44. Das in der letzten Saison noch so starke mittlere Paarkreuz der Mittelfranken ging zum wiederholten Male leer aus und verpasste es gegen die allerdings kampferprobte Mühlhausener Mitte Thomas Theissmann, 33, und Björn Ungruhe, 34, seinem  Team die Siegchance zu wahren. Da auch die Hilpoltsteiner Strategie in den Doppeln mit nur einem Sieg nicht aufgegangen ist, zogen die Gäste unaufholbar davon und freuten sich nach dem Match lautstark über ihren überraschend hohen Auswärtserfolg.

Der „Spieler des Tages“ kam ebenfalls vom Postsportverein. Der Tscheche Petr David zeigte vor allem gegen den Hilpoltsteiner Publikumsliebling Alexander Flemming Tischtennis vom Feinsten. Dennoch war Flemming wieder mal einsame Klasse im Hilpoltsteiner Team: seine spektakulären Auftritte sind trotz Fuß- und Schulterverletzung allein das Eintrittsgeld wert -  erneut Standing Ovations für den sympathischen Sachsen.

Am nächsten Wochenende bei den zur Verblüffung aller Experten in dieser Saison wackeligen Passauer Fortunen – sie stehen auf dem vorletzten Platz – können die Hilpoltsteiner Wiedergutmachen leisten. Wenn sie nach der Vorrunde nicht auf einem Abstiegsrang landen wollen, müssen sie es sogar...

TV Hilpoltstein – Post SV Mühlhausen 3:9  Kleprlik/Flemming – David/Orlowski 11:7, 11:9, 11:8; Podpinka/Hoffmann – Tang/Pansky 7:11, 12:10, 5:11, 7:11; Demek/Bindhammer – Ungruhe/Theissmann 6:11, 7:11, 11:8, 5:11; Kleprlik – David 3:11, 7:11, 7:11; Flemming – Tang Bing 11:7, 8:11, 11:6, 12:10; Podpinka – Ungruhe 10:12, 12:10, 6:11, 8:11; Demek – Theissmann 13:11, 11:3, 10:12, 10:12, 11:13; Bindhammer – Pansky 6:11, 11:6, 3:11, 11:7, 10:12; Hoffmann – Orlowski 11:6, 12:14, 11:6, 1:11, 7:11; Kleprlik – Tang Bing 5:11, 11:6, 18:16, 11:4; Flemming – David 7:11, 11:13, 6:11; Podpinka – Theissmann 6:11, 7:11, 3:11.