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Bittere Niederlage am schönen Sonntag

Hilpoltstein (bb) – Die Hilpoltsteiner Tischtennis-Asse wussten zwar, dass mit dem Aufsteiger nicht zu spaßen sein würde. Doch dass der 1. FC Saarbrücken fighten würde, als ginge es um die deutsche Meisterschaft, hat einige im Hilpoltsteiner Lager wohl doch überrascht. So schlichen die Burgherren denn nach deutlich mehr als vier Stunden und einer unnötigen 7:9-Niederlagen ziemlich betröppelt aus der Stadthalle.

Die 2. Bundesliga Süd war wohl noch nie so stark wie zur Zeit. Hinter dem überragenden Erstliga-Absteiger TTC Frickenhausen, der mit einem dicken sechsstelligen Etat den sofortigen Wiederaufstieg anstrebt und auf einem guten Weg dorthin ist, bekämpfen sich neun fast gleichwertige Mannschaften auf hohem Niveau – fast jeder kann jeden schlagen.

Dennoch waren die Hilpoltsteiner zumindest der Papierform nach als leichter Favorit ins Spiel gegen die saarländische Erstliga-Reserve gegangen. Doch dieser Rolle wurden sie von Anfang an nicht gerecht. Kein Wunder: Wenn nicht alle Spieler auf den Punkt fit sind und die Hälfte des Teams im Einzel nicht punktet, kann man kein Match gewinnen.

Schade für den 23-jährigen Alexander Flemming, der vorletzte Saison genau von diesem 1. FC Saarbrücken zu den Mittelfranken kam und schon kurze Zeit später in Hilpoltstein zum Publikumsliebling avancierte. Seine Leistung gegen Bojan Crepulja, 19, und Cedrick Nuytinck, 16, zwei Jung-Talente von europäischem Format, riss die 230 Fans immer wieder von den Sitzen und war allein das Eintrittsgeld wert. 6:2-Siege stehen jetzt für Flemming zu Buche – die drittbeste Bilanz unter den Spitzenspielern der 2. Liga.

Noch lieber als die eigenen Siege wäre dem sympathischen Sachsen allerdings ein Sieg seiner Mannschaft gewesen. Doch gleich drei Ausfälle verkraftete das Team an diesem eigentlich schönen Sonnentag nicht. Paarkreuz-Kollege Jakub Kreprlik konnte bei weitem nicht an seine tolle Form vom letzten Heimspiel gegen Grünwettersbach anknüpfen, und – noch überraschender – das Hilpoltsteiner mittlere Paarkreuz, sonst die absolute Stärke der Hilpoltsteiner, ging diesmal völlig leer aus. Dabei müssten die Routiniers Andras Podpinka und Tomas Demek doch am ehesten wissen, dass man dem Kampfgeist auf der anderen Seite des Tisches am besten den eigenen unbedingten Siegeswillen entgegensetzt. Doch daran haperte es diesmal bei den sonst so zuverlässigen Profis.

Da nutzte es wenig, dass Felix Bindhammer mit seiner besten Saison-Leistung gleich zwei Punkte einfuhr und Manuel Hoffmann, der für den immer noch verletzten Kapitän Alexander Möst eingesprungen war, gegen Stephan Pache klar gewann und auch gegen den vielfachen saarländischen Meister Oliver Kerling auf der Siegesspur war. Doch am Ende wurde der Druck auf den 17-jährigen Youngster im Hilpoltsteiner Team zu groß, denn am Nebentisch hatten Kleprlik/Demek,  das neuformierte Spitzendoppel der Hausherren, ziemlich kläglich das Schlussdoppel vergeigt.

Fazit: Ohne erhebliche Leistungssteigerung wird man auch am kommenden Samstag beim TTC Grenzau II leer ausgehen. Und dann sähe die Bundesligawelt des TV Hilpoltstein, der  fürs Erste auf einem Abstiegsplatz steht, reichlich duster aus.

TV Hilpoltstein – 1. FC Saarbrücken II 7:9  Kleprlik/Demek – Nuytinck/Keiling 11:7, 12:10, 8:11, 11:9; Flemming/Hoffmann Crepulja/Wang 10:12, 8:11, 6:11; Podpinka/Bindhammer – Dickhardt/Pache 11:9, 9:11, 11:6, 8:11, 11:5; Kleprlik – Nuytinck 7:11, 6:11, 10:12; Flemming – Crepulja 3:11, 10:12, 11:6, 11:8, 11:6; Podpinka – Dickhardt 2:11, 7:11, 11:8, 7:11; Demek – Wang 11:7, 16:18, 11:8, 8:11, 5:11; Bindhammer – Keiling 6:11, 11:4, 11:9, 12:10; Hoffmann – Pache 11:4, 11:6, 12:10; Kleprlik – Crepulja 8:11, 18:20, 11:3, 8:11; Flemming – Nuytinck 9:11, 11:8, 13:11, 11:9; Podpinka – Wang 11:1, 8:11, 11:9, 6:11, 6:11; Demek – Dickhardt 8:11, 11:1, 7:11, 11:8, 11:13; Bindhammer – Pache 11:8, 8:11, 11:9, 11:6; Hoffmann – Kerling 9:11, 11:8, 10:12, 3:11; Kleprlik/Demek – Crepulja/Wang 3:11, 7:11, 8:11.