TT-Bayernliga Nord: Spielbericht TSV Ansbach – TV Hilpoltstein II 9:7
(mu) – Die zweite Herrenmannschaft ist mit einer denkbar knappen Niederlage in die Saison gestartet: beim TSV Ansbach unterlag sie am Samstagabend in einem dreieinhalbstündigen Tischtenniskrimi zum Auftakt der Bayernliga-Nord mit 7:9.
Dabei wäre ein Punktgewinn nicht nur verdient gewesen, wie im Nachhinein alle Anwesenden konstatierten, er war auch schon zum Greifen nahe: so führten die beiden Youngster Manuel Hoffmann und Marcel Kutzner in einem famosen Schlussdoppel bereits mit 6:2 im Entscheidungssatz gegen Lengerov/Herbst. Doch letztlich setzte sich doch noch die deutlich größere Routine des Ansbacher Duos durch – die Halle bebte nach dem knappen 11:8 im letzten Satz des Tages.
Mit dem verlorenen Schlussdoppel gaben die Burgstädter drei ihrer vier Doppel ab, womit der wohl entscheidende Unterschied zwischen zwei in den Einzeln komplett ausgeglichenen Teams ausgemacht war. Hier hatte sich Hilpoltstein möglicherweise ein bisschen verzockt, als man kurz vor Spielbeginn entschieden hatte, die noch ohne große Matchpraxis angetretenen Topleute Hoffmann und Kutzner gemeinsam in Doppel eins zu stellen. Denn zur Überraschung aller unterlagen die beiden ganz glatt gegen Weger/Schubert. Das einzige siegreiche Doppel wurde vom letztjährigen Spitzenduo Mahroum/Frisch gewonnen, in dieser Spielzeit auf Rang drei geführt.
Nach seinem erfolgreichen Doppelauftakt überragte mit Tarik Mahroum in den Einzeln ein TV-Akteur, dem es wohl nur wenige in dieser Art zugetraut hatten. Zunächst brachte er dem ob der unberechenbaren Spielanlage seines Gegners ein ums andere Mal verzweifelnden Herbst eine empfindliche Niederlage bei. Eine klasse Leistung des Hilpoltsteiner Allrounders, schließlich spielte sein Gegner früher lange Jahre in der Regionalliga und gehörte vergangene Saison zu den Topleuten in der Liga. Aktuell zu den Topleuten zählt Mahroums zweites „Opfer“, der erst 15jährige Schubert. Diesem brachte er nach fünf Siegen zum Auftakt die erste Niederlage bei, sehr zum Unmut der zahlreichen Ansbacher Fans. Zuvor hatte Schubert in einem sehenswerten Duell zwischen zwei gleichaltrigen Akteuren Hilpoltsteins Manuel Kupfer in vier Sätzen bezwungen. Dieser revanchierte sich allerdings im Anschluss durch eine ganz feine und nahezu fehlerfreie Vorstellung gegen Herbst. Ein prima Einstand des talentierten Rückhandspezialisten im mittleren Paarkreuz der Bayernliga
Ein solcher blieb dem Team-Nesthäkchen Marcel Kutzner versagt – neben beiden Doppeln musste das erst 14jährige Riesentalent auch in beiden Einzeln seinen Gegnern zum Sieg gratulieren. Gegen den Bulgarischen Spitzenspieler der Gastgeber, Lengerov, war dies keine große Überraschung, zu clever agierte der spielstarke Ansbacher. Mehr ausgerechnet hatte sich der Hilpoltsteiner Linkshänder allerdings gegen Weger: in einem Duell zwischen Routine und Spielstärke setzte sich noch die größere Erfahrung durch – bitter für den frustrierten Jungen und auch das Team, da der Weger-Sieg gleichbedeutend mit dem strategisch wichtigen 7:4-Vorsprung für Ansbach war. Zuvor hatte Manuel Hoffmann im Duell der Spitzenspieler nach einigen sehenswerten Ballwechseln Lengerov zum Sieg gratulieren müssen, nachdem er zuvor den unangenehmen Weger nach Anfangsschwierigkeiten noch klar besiegte hatte.
Hinten schließlich machten Rainer Frisch und Tobias Mulack gegen Danzer letztlich keinen Stich, zu sehr haderten beide mit sich und den vielen Rückschlagfehlern auf die unangenehmen Aufschläge des Ansbacher Linkshänders. Deutlich besser machte es das routinierte dritte Paarkreuz jeweils gegen den Ansbacher Kapitän Besser: Rainer Frisch bekam zunächst einige harte Bälle seines Gegners „eingeschenkt“, eher er sein Spiel umstellte und noch in vier Sätzen siegte. Tobias Mulack spielte gegen den selben Gegner annähernd fehlerfrei und konzentrierte sich bei wenigen Gegenangriffen darauf, seinem Gegner die Fehler zu überlassen. Leider sollte der Anschluss zum 7:8 nur noch Ergebniskosmetik aus Hilpoltsteiner Sicht sein, wie sich im dramatischen Schlussdoppel zeigte.
Die Enttäuschung war natürlich riesig im TV-Lager. Lange zu grämen braucht sich allerdings niemand, denn kämpferisch hatten alle das Maximum gegeben, man war wie schon in der letzten Saison als echtes Team aufgetreten und hat sich teuer verkauft. Zudem haben einige Akteure auch spielerisch noch Luft nach oben, sodass man sich sicher ist, dass schon bald die ersten Bayernliga-punkte eingefahren werden. Die nächste Chance dazu bietet sich in 3 Wochen in Tiefenlauter.
Ergebnisse: TSV Ansbach – TV Hilpoltstein II 9:7

