TT-Landesliga Nord-Ost: Spielbericht TV Hilpoltstein II – TV Erlangen II 9:4
(mu) – Der TV Hilpoltstein hat seine sensationelle Rückrunde mit einem tollen Erfolg beendet: nach dem überlegenen 9:1-Erfolg bei Sparta Nürnberg am Samstag bezwangen die Burgstädter den bis dato in der Rückrunde verlustpunktfreien Spitzenreiter Erlangen mit 9:4.
Nachdem am Vorabend der letzte verbliebene Konkurrent um Platz zwei, TV Altdorf, in Lauf ein 1:9-Debakel erlebt, war von vornherein klar, dass Hilpoltstein der zweite Rang nicht mehr zu nehmen war. Zeitgleich hatte Erlangen mit einem 9:5-Erfolg bei Schlusslicht Burglengenfeld die Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht – mit drei Punkten Vorsprung auf Hilpoltstein war ihnen Platz eins nicht mehr zu nehmen.
Somit hatte der Ausgang des Spitzenspiels der diesjährigen Landesliga zwischen den beiden besten Rückrundenteams keinerlei Auswirkungen mehr auf die Tabelle. Für den TV Hilpoltstein spricht, dass er trotz alledem mit vollem Einsatz ins Spiel ging und dieses unbedingt gewinnen wollte. Schließlich wollte der diesmal pausierende Kapitän Tobias Mulack „unbedingt die beste Rückrundenmannschaft werden.“
Dies gelang den Gastgebern vor zahlreichen Zuschauern in der Stadthalle auch – eindrucksvoll war nicht nur die Art und Weise, sondern auch die Höhe des Erfolgs. Den Grundstein konnte man zu Beginn des Spiels in den Doppeln derweil noch nicht legen: Rainer Frisch und Tarik Mahroum überzeugten wie eh und je und hatten kaum Mühe mit Krause/Thaldorf. Die bis dato ungeschlagenen Hoffmann/Kupfer verloren zum ersten Mal, allerdings nach toller Gegenwehr erst in fünf Sätzen gegen die ganz starken Schaub/Bönold. Das junge Dreierdoppel Kutzner/Toth hatte schlichtweg Pech bei vielen Kantenbällen ihrer Gegner Lorek/Fischer und verlor denkbar knapp mit 9:11 im letzten Satz.
Eine erste Führung für Hilpoltstein brachten nun gleich die ersten beiden Einzel: Manuel Hoffmann hatte gar keine Mühe mit dem hoch konzentrierten Bönold, überraschender viel allerdings das Ergebnis am Nebentisch aus: Rainer Frisch, der zuletzt einen kleinen Durchhänger hatte und das Saisonende herbeisehnte, zeigte seine stärkste Leistung der gesamten Rückserie. Gegen Schaub, der bis dato noch kein Spiel verloren hatte, siegte er nach phänomenaler Leistung hochverdient in vier Durchgängen.
Der Knackpunkt des Spiels folgte nun in der Mitte: Tarik Mahroum wurde zwei Sätze lang fast schwindelig, so wurde er von seinem Gegner Lorek durch die Box geschickt. Nachdem er im dritten Satz bereits Matchbälle abgewehrt hatte, kämpfte sich der Noppenkünstler immer besser ins Spiel und siegte mit einer taktischen Meisterleistung noch in fünf Sätzen. Richtig hochklassiges Tischtennis wurde am Nebentisch geboten, und wie so häufig war der Jüngste im Team, Marcel Kutzner, maßgeblich daran beteiligt. Gegen den routinierten Krause kämpfte und spielte er sich nach 1:2-Satzrückstand zurück ins Spiel und drehte dieses auf bemerkenswerte Weise.
Nachdem der Zweitjüngste, Ferenc Toth, diesmal nicht so gut drauf war und unnötig gegen Thaldorf den Kürzeren zog, zeigte der ebenfalls 15jährige Manuel Kupfer eindrucksvoll, dass er sein kurzes Zwischentief überstanden hat: gegen den guten Fischer siegte er dreimal knapp, aber letztlich hochverdient. Beim Stande von 6:3 ging es in den zweiten Einzeldurchgang.
Diesen eröffnete Teamroutinier Rainer Frisch mit einer glatten Niederlage gegen Bönold, bei ihm war sichtlich die Luft raus nach seiner tollen Leistung gegen Schaub. Gegen ebendiesen wuchs Frontmann Manuel Hoffmann wieder einmal über sich hinaus und fügte dem sympathischen Erlanger Spitzenmann nach fehlerfreier Vorstellung die zweite Niederlage bei.
Den berühmten Sack zu machte dann das diesmal bärenstarke mittlere Paarkreuz: Tarik Mahroum kämpfte gegen Krause wieder wie ein Löwe und siegte knapp, aber verdient 3:2. Weniger spannend wurde es am Nebentisch: Marcel Kutzner überzeugte hier zum wiederholten Male nicht nur durch tolles Spielverständnis und überraschende Angriffe, sondern auch durch die für sein junges Alter durchaus ungewöhnliche taktische Reife.
Nach der kaum zu toppenden Rückserie darf man als Belohnung an der Relegation zum Aufstieg in die Bayernliga teilnehmen. Dabei muss man Ende April zunächst gegen den Zweiten der Landesliga Nord-West antreten und sich dann mit dem Drittletzten der Bayernliga messen. Der jungen Truppe wäre es zu wünschen, dass sie den Sprung schafft.
Ergebnisse: TV Hilpoltstein II – TV Erlangen II 9:4

