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Alexander Flemming holt Bronze im Herren-Doppel

Philipp Floritz verlässt TV Hilpoltstein am Saisonende

Hilpoltstein/Trier (jom) - Mit einem großen Erfolg und einer noch größeren Enttäuschung ist gestern für den TV Hilpoltstein die deutsche Tischtennis-Meisterschaft in Trier zu Ende gegangen. Während Alexander Flemming als Dritter im Herren-Doppel die erste DM-Medaille in der Geschichte der Hilpoltsteiner Tischtennisabteilung gewann, verkündete Philipp Floritz nach seinem frühen Turnieraus, dass er den Verein verlassen wird. „Das ist für uns ein schwerer Schlag“, sagte Abteilungsleiter Bernd Beringer, der am Samstagabend das entscheidende Gespräch mit dem Jungnationalspieler führte. „Aber wir müssen es akzeptieren.“

Philipp FloritzNach dem letzten Spieltag in der 2. Bundesliga Süd wird Floritz, der am Samstag sowohl im Einzel als auch im Doppel in der ersten Hauptrunde scheiterte, in die Hanauer Trainingsgruppe des neuen Tischtennis-Bundestrainers Jörg Roßkopf wechseln. Was aber nicht bedeutet, dass der 18-Jährige, dem bisher drei Privattrainer in seiner eigenen Trainingsgruppe in Rosenheim zur Verfügung standen, in der nächsten Saison gleich für den Erstligisten TG Hanau spielt. „Für die erste Liga ist er auch noch nicht reif“, so Beringer. Welches Trikot das bayerische Ausnahmetalent stattdessen trägt, entscheidet sich wohl erst in den nächsten Wochen. Aber es wird nicht mehr das Trikot des TV Hilpoltstein sein. So viel sei jetzt sicher.

Mit dem Abschied von Philipp Floritz geht für die Hilpoltsteiner Tischtennis-Abteilung zwar nicht die Welt unter. „Aber ein kleiner Traum ist schon geplatzt“, gab Beringer zu. Schließlich sei es das große Ziel gewesen, mit Floritz um die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd mitzuspielen. Immerhin gebe es noch viele Spieler auf dem Markt, die in der nächsten Saison den freien Platz im Hilpoltsteiner Spitzenpaarkreuz einnehmen können. „Jetzt bemühen wir uns eben um einen guten Ersatz. Dann sind wir garantiert nicht schlechter“, sagte Beringer trotzig. Zumal alle anderen Spieler aus dem aktuellen Zweitliga-Team bereits ihre Zusage für die nächste Saison gaben.

Auch mit dem starken Auftritt von Alexander Flemming bei der deutschen Meisterschaft kann sich der Hilpoltsteiner Abteilungsleiter über den Abschied von Philipp Floritz hinwegtrösten. In der ersten Hauptrunde des Herren-Einzels setzte sich der Leipziger hauchdünn mit 11:9 im Entscheidungssatz gegen den Jugendnationalspieler Robin Malessa durch, der in der Qualifikation bereits gegen den bayerischen Meister und dortigen Flemming-Bezwinger Benjamin Rösner gewonnen hatte. In der zweiten Runde, dem Achtelfinale, folgte aber das befürchtete Aus mit einer 2:4-Niederlage gegen Zoltan Fejer-Konnerth. Der Hilpoltsteiner Spitzenspieler hatte zwar in allen Sätzen seine Chancen, aber der langjährige Nationalspieler Fejer-Konnerth war „einfach immer einen Tick besser“, so Beringer.

Doch dafür lief es in der Doppelkonkurrenz umso besser für Alexander Flemming und seinen Partner Jörg Schlichter (TSV Gräfelfing). Nach ihrem glatten Auftaktsieg blieb den Titelverteidigern überraschenderweise die Neuauflage des Vorjahresfinals erspart, weil Steffen Mengel und Ruwen Filus vom Erstligisten TG Hanau - zwei künftige Trainingspartner von Philipp Floritz - sensationell am Regionalliga-Duo Dickhardt/Graf scheiterten. Diese Paarung besiegten Flemming/Schlichter im Viertelfinale mit 4:2 Sätzen und sicherten sich damit eine weitere DM-Medaille.

Der erneute Einzug ins Endspiel blieb ihnen jedoch verwehrt: In einem hochklassigen Halbfinale mussten sich die Titelverteidiger trotz einer tollen Leistung mit 2:4 Sätzen gegen die beiden Nationalspieler und neuen deutschen Doppelmeister Dimitrij Ovtcharov und Patrick Baum geschlagen geben. „Das ist ein Doppel von europäischem Spitzenformat“, sagte Bernd Beringer, der sich am Ende der Trierer Turniertage ebenso zufrieden zeigte wie der Hilpoltsteiner Spitzenspieler. „Der dritte Platz ist in Ordnung“, sagte Flemming. „Unseren Titel konnten wir zwar nicht verteidigen, aber wir haben einfach auch gegen ein sehr gutes Doppel verloren.“

Bericht vom Hilpoltsteiner Kurier