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9:7-Erfolg in einem Wahnsinnsspiel

TT-Landesliga Nord-Ost: Spielbericht TV Hilpoltstein II – SV Neukirchen b. Hl. Blut

(mu) – Die zweite Mannschaft des TV Hilpoltstein hat in der Tischtennis-Landesliga der Herren ihre derzeit tolle Verfassung unterstrichen: in einem an Spannung, Dramatik und unglaublichen Ballwechseln kaum zu toppenden Duell besiegte sie die weit gereisten Gäste aus Neukirchen b. Hl. Blut haarscharf mit 9:7.

Dabei war eine Punkteteilung bereits beschlossene Sache: Rainer Frisch und Tarik Mahroum standen wieder einmal im Schlussdoppel – und wieder standen sie mit dem Rücken zur Wand: ein 0:2-Satz- und 1:6-Rückstand im dritten Satz waren eigentlich nicht mehr aufzuholen gegen eine famose Paarung Roubicek/Schindlatz. Doch Punkt für Punkt kämpften sich die beiden Topspieler des TV Hilpoltstein zurück ins Match und zogen den dritten Satz noch rüber. Im vierten Durchgang schien es dann endgültig zu spät zu sein, als ihre Gegner beim Stande von 10:7 drei Matchbälle und einige riesige Einschussmöglichkeiten hatten. Doch das Hilpoltsteiner Duo retournierte auf schier unglaubliche Weise einen Ball nach dem anderen und rettete sich noch in den Entscheidungssatz. Auch hier hatte Neukirchen Matchball, auch hier wehrte das Hilpoltsteiner Duo diesen mit einem Wahnsinnsballwechsel ab – und nutzte postwendend den ersten eigenen Siegpunkt zum 12:10 im Schlussdoppel. Nun lagen sich alle Spieler in den Armen, der Jubel kannte im gesamten TV-Lager keine Grenzen mehr. Alle TV-Akteure waren glücklich, nur einer war mit den Nerven am Ende: TV-Manager Bernd Beringer hatte es sich persönlich zur Aufgabe gemacht, das Entscheidungsspiel zu zählen – und war hinterher sichtlich mitgenommen: „So einen Spielverlauf mit einem Sieg nach so aussichtslosen Rückständen habe ich in 40 Jahren Tischtennis noch nicht erlebt!“ konstatierte ein bewegter Beringer, der sichtlich stolz war auf seine junge Bundesligareserve.

Bei aller völlig berechtigten Begeisterung über die Fortschritte der drei Ausnahmetalente Kutzner, Kupfer und Toth geht in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal fast ein bisschen unter, dass mit Rainer Frisch seit Wochen ein Akteur in bestechender Verfassung auftritt, der altersmäßig durchaus der Vater der drei Jungstars sein könnte. Hilpoltsteins „Mister Tischtennis“ durchlebt derzeit eine Renaissance und zeigt Woche für Woche Topleistungen. Nicht wenige Stimmen behaupten, dass Frisch auch zu früheren Regionalligazeiten kaum stärker agierte als zuletzt. Mit seinen zwei Klasseleistungen in den beiden Doppelerfolgen mit Tarik Mahroum sowie zwei annähernd fehlerfreien Einzelvorstellungen gegen das tschechische Duo Cech/Roubicek war er zweifelsohne der Mann des Abends und sprach hinterher glücklich von der „besten Leistung seit vielen Jahren“.

Auch sein Paarkreuzkollege Mahroum präsentierte sich abermals spielstark und landete einen überzeugenden Viersatzsieg gegen Cech.

Herausragend im Einzel war ebenso der 15jährige Manuel Kupfer. Nachdem er sich in Windsbach durch unkonzentriertes und lautes Auftreten noch selbst um den Lohn seiner Mühen gebracht hatte, hatte er sich offensichtlich die Kritik seines Mannschaftsführers zu Herzen genommen und sich diesmal ausschließlich auf sein Spiel konzentriert – mit herausragendem Erfolg und zwei fehlerfreien Vorstellungen gegen die Routiniers Aschenbrenner und Koller. Der ein Jahr jüngere Ferenc Toth war im Eingangseinzel noch zu viel mit sich selbst beschäftigt, rehabilitierte sich dann aber mit einer ganz feinen Leistung gegen Koller im letzten Einzel des Tages. Mannschaftskapitän Tobias Mulack war mit starken Rückenschmerzen ins Spiel gegangen, die ihn keinen aktiven Ball spielen ließen – gegen die guten Schindlatz und Schamberger konnte er so keine Gegenwehr leisten. Letztgenannter war noch eine Klasse zu gut für das Teamnesthäkchen Kutzner. Doch gegen den staunenden Schindlatz hatte er mehr als einmal angedeutet, welch immenses Potential in ihm steckt. An dem Neuzugang aus Gunzenhausen, der das Zeug zum Publikumsliebling hat, werden die Burgstädter noch ganz viel Freude haben, da sind sich alle einig.

Nach diesem äußerst knappen Sieg nach vierstündigem Kampf steht man mit 10:4 Punkten so gut da wie nie zuvor für möglich gehalten. Nun warten mit Sparta Nürnberg und Erlangen noch zwei Hochkaräter auf die Burgherren, die gegen diese beiden Gegner mit der bewährten Mischung aus spielerischer Klasse und immensem Teamgeist erneut alles geben wollen.

Ergebnisse:

http://bttv.click-tt.de/cgi-bin/WebObjects/ClickBTTV.woa/wa/groupMeetingReport?meeting=4804217&championship=V000+2011%2F12&group=157470