(mu) – Die zweite Tischtennismannschaft des TV Hilpoltstein belegt nach der Hinrunde der Herren-Bayernliga Nord einen hervorragenden zweiten Tabellenplatz. Nach einem etwas durchwachsenen Start war sie in der zweiten Vorrundenhälfte immer besser in Schwung gekommen und hatte am Ende noch vier überzeugende Erfolge feiern können. Nachdem zudem der bisherige Tabellenführer FC Eschau beim TTC Kist etwas überraschend den Kürzeren zog, rutschte der TV-Express kurz vor Weihnachten noch auf den zweiten Platz vor im Tableau – punktgleich mit Eschau auf Rang drei und einen Zähler hinter Kist.
Felix Bindhammer - Wichtigstes Faustpfand beim bislang so erfolgreichen Kampf um die Tabellenspitze war in der ersten Halbserie zweifelsohne das vordere Paarkreuz der Burgherren: Felix Bindhammer, nach zehn Jahren Bundesligatischtennis seit dieser Spielzeit Frontmann der Zweitligareserve, mauserte sich dort auf Anhieb zum besten Spieler der Liga und blieb als einziger vorne ohne Niederlage. Nur wenige Male konnten seine Gegner an einem Erfolg über den bodenständigen Realschullehrer schnuppern, meist verliefen Bindhammers Auftritte recht deutlich, u.a. gab es 3:0-Siege über die Topleute Kabaczinski und Molenda.
Doch der TV Hilpoltstein konnte sich glücklich schätzen, neben Bindhammer noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer zu haben: der 26jährige Slowene Jaka Golavsek hat in seiner zweiten Spielzeit im TV-Dress noch einmal einen Leistungssprung gemacht und kommt auf ganz tolle 15:3 Siege. Somit stellt Hilpoltstein das stärkste vordere Paarkreuz der Liga.
Einen weiteren Leistungssprung in seiner noch kurzen Karriere konnte der 12jährige Hannes Hörmann hinlegen: den Riesensprung von den Schülern bis in die Herren-Bayernliga machte er ohne große Anlaufschwierigkeiten und kommt in der Mitte auf bemerkenswert ausgeglichene 6:6 Erfolge: ein toller Bayernligaeinstieg für den Schüler mit dem schier unerschöpflichen Potential. Nach durchwachsenem Start konnte sich sein Paarkreuzkollege Tarik Mahroum deutlich steigern. Der unorthodox agierende Allrounder kommt nach einigen starken Auftritten auf ordentliche 5:9 Siege in der Mitte.
Teils in der Mitte, teils hinten kam Hilpoltsteins Tischtennisroutinier Rainer Frisch zum Einsatz – und so unterschiedlich wie sein Paarkreuz war auch sein Abschneiden: während der sympathische und häufig mit sich selbst so kritische Familienvater in der Mitte noch auf den ersten Erfolg wartet (0:6), war der Ur-Hilpoltsteiner hinten nicht zu schlagen (4:0). Dass Frisch auch in der Mitte in Normalform ein Guter sein sollte, davon sind alle im TV-Lager überzeugt.
Kapitän Tobias Mulack hatte gegen Ende der Hinrunde zwar stressbedingt ein paar Wackler, kommt aber nach überwiegend guten Leistungen auf sehr ordentliche 5:6 Siege hinten. Wenn beim kampfstarken Vorhandspezialisten der Kopf frei ist, sollte sogar noch ein bisschen Luft nach oben vorhanden sein. Ähnliches gilt für seinen Paarkreuzkollegen Alexander Christoph (6:8), seit wenigen Monaten volljährig. Der Gymnasiast deutete mehr als einmal sein Potential an und holte beispielsweise gegen Rugendorf und Stein sogar die entscheidenden Punkte zum Mannschaftserfolg.
Mit dem nach einjähriger Verletzungspause wiedergenesenen Florian Seitz hat man ab sofort zudem eine weitere ganz spielstarke Alternativ in der Hinterhand, wenngleich sich der Aufschlagkünstler erst langsam wieder an das Bayernliganiveau herantasten möchte.
Hinter Seitz lauern mit Bastian Hegenberger und Moritz Reichart zwei immens talentierte und motivierte Youngsters auf Bayernliga-Einsätze. Beide dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den einen oder andere Einsatz machen.
Noch Potential hat man sicherlich in den Doppeln: auf der einen Seite stellt man mit Bindhammer/Golavsek (10:0) das beste Bayernliga-Doppel, auf der anderen Seite kommt sonst kaum eine weitere Paarung mehr auf ein positives Ergebnis.
Ob der TV-Express tatsächlich bis zum Schluss um den Oberliga-Aufstieg mitspielen kann, wird spannend sein zu beobachten. Die erste Aufgabe auf diesem Weg ist gleich eine ganz schwere: am kommenden Samstag tritt man beim routinierten wie heimstarken Tabellenvierten TTC Tiefenlauter an.

