Hilpoltstein (bb) – Sechs Wochen ohne Punktgewinn, drei Niederlagen in Folge: Für den TV Hilpoltstein könnte die düsterste Phase eines schweren Saisonauftakts vorbei sein. Kommt jetzt die Zeit der Ernte? Die mittelfränkischen Tischtennis-Asse gehen in der 2. Bundesliga jedenfalls mit Zuversicht in die letzten drei Spiele der Vorrunde. Am Ende soll – nach jetzt 4:8 Zählern – ein positives Punktverhältnis stehen.
An diesem Samstagabend soll in Grenzau ein kleiner Siegeszug Fahrt Richtung Hilpoltstein aufnehmen. Denn nach den „dicken Brocken“, wie Kapitän Felix Bindhammer die bisherigen sechs Gegner bezeichnet, geht es jetzt gegen die drei Vereine, die das Tabellenende zieren. Die Erstliga-Reserve aus dem Tischtennis-Mekka im Westerwald führt das stark gefährdete Trio an. Null Punkte und insgesamt nur neun Spielgewinne in sechs Begegnungen: das lässt wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt – außer der Gast aus Hilpoltstein leistet sich einen ebenso großen Schnitzer wie zu Beginn der letzten Saison, als Grenzau die favorisierten Mittelfranken mit einer 9:2-Packung nach Hause schickte.
Doch damals sah die Welt noch anders aus als heute: Hilpoltsteins Neuzugang Nico Christ musste gleich im ersten Spiel verletzt aufgeben und abschenken, mit Andrian Dodean und Gilles Michely verfügten die Grenzauer damals über ein exzellentes vorderes Paarkreuz. Jetzt haben die Rheinland-Pfälzer nach dem Abgang von Dodean und Michely mit dem Spanier Alvaro Robles nur noch einen halbwegs konkurrenzfähigen Spitzenspieler. Der andere, Alberto Mino aus Equador, ist ihnen nach den ersten beiden Spielen irgendwie abhanden gekommen – jedenfalls ist er seit Mitte September nicht mehr aufgetaucht. Urgestein Dennis Müller, 29, konnte seinen großen Kampfgeist bisher auch nicht zeigen, weil er schwer an der Schulter verletzt ist, und von den anderen vier Spielern kam bisher – nichts, kein Sieg, kein Erfolgserlebnis, keine Punkte.
Eine Spazierfahrt wird die fast 400 Kilometer lange Reise ins idyllische Brexbachtal für das Bindhammer-Team dennoch nicht. „Gerade die angeschlagenen Gegner sind oft die gefährlichsten“, warnt der vorsichtige Kapitän mit einer Binsenweisheit vor einer erneuten Blamage. Umso mehr wollen die Gäste die Gelegenheit nutzen, um ihr Spielverhältnis aufzupolieren. Allein Felix Bindhammer mit 6:3-Siegen steht im positiven Bereich. Alexander Flemming (4:8), Nico Christ (5:7), Arne Hölter (1:10), Dennis Dickhardt (4:6) und Christoph Schmidl (4:5) haben noch gehörigen Nachholbedarf, wenn das sportliche Saisonziel (mindestens Platz fünf) realisiert werden soll.
Das ist durchaus noch machbar, denn auch die Gegner nach dem Match gegen Grenzau sind zumindest auf dem Papier deutlich schwächer einzuschätzen als das einzige Zweitliga-Team Deutschlands, das ohne ausländische Unterstützung auskommt. Aufsteiger Mainz (25.11.) und Saarbrücken II (02.12.) stehen derzeit ebenfalls hinter dem sportlichen Aushängeschild aus dem Landkreis Roth auf den Plätzen acht und neun. Wenn es nach dem TV Hilpoltstein geht, sollen sie dort auch bleiben.

