(bb) – Für die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein beginnt das neue Jahr gleich mit einem Knaller: Der erste Gegner im ersten von sechs noch folgenden Heimspielen in der Rückrunde der 3. Bundesliga trägt einen großen Namen – FC Bayern München. Das Match findet allerdings nicht in der Hilpoltsteiner Stadthalle statt, sondern in der Grundschule der oberpfälzischen Gemeinde Beratzhausen, rund 60 Kilometer von Hilpoltstein entfernt. Spielbeginn ist am Sonntag um 14 Uhr, Begrüßung 13:45 Uhr.
Dass der rührige TTV Beratzhausen bereits zum dritten Mal ein Hilpoltsteiner Tischtennisspiel austrägt, hat einen Grund: Der Tischtennisverein feiert sein 35-jähriges Bestehen mit einer großen Benefiz-Veranstaltung, in deren Mittelpunkt er das prickelnde Bundesliga-Duell zwischen den Mittelfranken und den Bayern stellt, Für Hilpoltstein ist das nichts Neues, denn schon zweimal hat man in Beratzhausen vor großer Kulisse gespielt -damals hieß der Gegner FC Tegernheim.
Die Bayern sind als Aufsteiger aus der Regionalliga mittlerweile in der Bundesliga angekommen. Beim Vorrundenspiel im September waren sie bei der 0:6-Niederlage gegen die „Hipperer“ mit deren zehnjähriger Bundesliga-Erfahrung noch chancenlos, doch mittlerweile haben sich Plattner und Co an die neue Mannschaftsstärke mit vier Spielern zumindest einigermaßen gewöhnt.
Ein klares 6:1 gegen Versbach und zwei doch etwas überraschende Unentschieden gegen Bietigheim-Bissingen und Mainz haben die Bayern nach der Vorrunde auf den 8. Platz geführt – wenn sie den halten könnten, wäre es ein Erfolg und mit dem Nicht-Abstieg verbunden. Darauf hofft man zumindest beim Deutschen Tischtennisbund, denn dort sieht man natürlich das ungeheure finanzielle Potential in einem der größten Sportvereine der Welt. Auch wenn man Tischtennis beim FC Bayern derzeit noch nicht professionell betreibt, sondern nur in ein großes Nachwuchsprojekt investiert: Was nicht ist, kann ja noch werden, und wer weiß, wer in naher Zukunft bei den Bayern die Weichen stellt.
Spitzenspieler bei Bayern München ist ein in Hilpoltstein geschätzter ehemaliger Klassemann: Michael Plattner hat mittlerweile promoviert und verdient als Mediziner in einer Münchner Klinik seine Brötchen. Mit 8:9-Siegen in der Vorrunde hat er sein Soll erfüllt und seinen Mannschaftskameraden Szaba Szappanos (7:9), einem ungarischen Profitrainer, sowie den deutschen „Amateuren“ Julian Diemer (5:8) und Manfred Degen (3:9) keine schlechte Vorgabe gemacht. Nachholbedarf hat man noch bei den Doppeln (6:12), wo man dem TV Hilpoltstein (14:4) doch deutlich hinterher hinkt.
In der Tabelle hat der 1. FC Saarbrücken mittlerweile den TV Hilpoltstein mit einem klaren 6:1 gegen Verfolger DJK Stuttgart als Spitzenreiter abgelöst. Überraschender kam jedoch die Mühlhausener Niederlage in Neckarsulm, so dass derzeit alles auf einen Zweikampf zwischen Saarbrücken und Hilpoltstein hinausläuft. Ein Sieg gegen Bayern München ist da auf alle Fälle Pflicht. Ob er gelingt, hängt davon ab, wie Alexander Flemming (9:6), Nico Christ (9:6), Dennis Dickhardt (12:2) und Felix Bindhammer (8:5) aus der Winterpause gekommen sind.

