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Vor Rekord-Kulisse Kampf auf Biegen und Brechen

Hilpoltstein (bb) – Wenn ein Punktspiel im Tischtennis vier Stunden und 15 Minuten dauert, geht es immer ganz knapp zu – meist kommt ein 8:8 dabei heraus. Doch als jetzt der ASV Grünwettersbach, die derzeit beste Mannschaft der 2. Bundesliga Süd, gegen den Außenseiter TV Hilpoltstein exakt viereinviertel Stunden fighten musste, stand es am Ende scheinbar klar 9:5 für den Favoriten. Was war geschehen?


Ganz einfach: Die Hilpoltsteiner Gäste lieferten den Badenern aus der Karlsruher Vorstadt in der voll besetzten ASV-Spothalle einen Kampf auf Biegen und Brechen. Man war fast immer auf Augenhöhe und hatte bis zum Schluss die Hoffnung, einen Punkt zu entführen. Erst als Felix Bindhammer gegen den Polen Marcin Miszewski trotz großer Bemühungen seine „mentale Sperre im Kopf“ nicht los wurde, war ein Spiel beendet, das die 220 begeisterten Zuschauer – Saisonrekord in Grünwettersbach! – immer wieder von den Sitzen riss und das auf Hilpoltsteiner Seite vor allem zwei Helden hatte: Dennis Dickhardt und Manuel Hoffmann.


Dennis DickhardtDer hessische Neuzugang im Hilpoltsteiner Trikot – er kam vom 1.FC Saarbrücken in die Burgstadt – schaffte sogar das Kunststück, das beste mittlere Paarkreuz der gesamten Liga zu düpieren. Dickhardt schlug die Ex-Erstligisten Geir Erlandsen (jetzt 8:3-Siege), norwegischer Rekordmeister, und Rade Markovic (9:2), ehemaliger serbischer Nationalspieler, in einer Manier, die auf ein noch besseres Ergebnis als seine derzeitige 7:2-Bilanz hoffen lässt.


Der 18-jährige Manuel Hoffmann behielt gegen den erfahrenen Miszweski, in der letzten Saison mit 19:8-Siegen einer der besten Spieler im hinteren Paarkreuz, auch in engen Situation seine Nerven und zeigte eine seiner besten Leistungen, seit er 2006 als 13-Jähriger von Neumarkt nach Hilpoltstein gewechselt ist. Das fachkundige Publikum war begeistert, und hatte ein bisschen vor dem letzten Einzel gebangt. Da wäre Hoffmann nämlich auf den gleichaltrigen Manuel Winter getroffen, der zuvor gegen Felix Bindhammer keine Chance gehabt hatte – die Aussichten Hilpoltsteins auf ein Remis wären nicht schlecht gestanden.


Doch soweit kam es erst gar nicht, denn der sonst so zuverlässige Felix Bindhammer hatte seine Nerven diesmal nicht im Zaun. Auch die drei Spitzenspieler des TV Hilpoltstein blieben glücklos: Alex Flemming, Nico Christ und Benni Rösner gingen trotz knapper Ergebnisse gegen allerdings bärenstarke Gegner in den Einzeln gänzlich leer aus. Sage und schreibe acht Spiele wurden im fünften Satz entschieden, nur Dickhardt und Hoffmann gewannen ihn.


Trotz der Niederlage fuhr das Hilpoltsteiner Team mit der Zuversicht nach Hause, dass die Formkurve steil nach oben zeigt und das letzte Vorrunden-Heimspiel gegen Aufsteiger Seligenstadt am kommenden Sonntag zu einem echten Tischtennis-Schlager werden könnte.


ASV Grünwettersbach – TV Hilpoltstein 9:5  Lei/Robertson – Rösner/Hoffmann 11:6, 11:2, 11:9; Erlandsen/Winter – Flemming/Christ 9:11, 6:11, 8:11; Miszweski/Markovic – Dickhardt/Bindhammer 11:7, 10:12, 11:5, 7:11, 11:9; Robertson –Christ 7:11, 8:11, 11:7, 11:9, 11:6; Lei – Flemming 8:11, 11:7, 12:10, 11:13, 11:7; Erlandsen – Dickhardt 11:5, 15:17, 9:11, 11:9, 6:11; Markovic – Rösner 12:10, 4:11, 11:8; 11:13, 11:7; Miszweski – Hoffmann 11:7, 12:14, 12:14, 11:8, 6:11; Winter – Bindhammer 5:11, 10:12, 2:11; Robertson – Flemming 12:10, 13:11, 11:8; Lei – Christ 11:5, 11:7, 6:11, 7:11, 11:9; Erlandsen – Rösner 11:8, 11:5, 8:11, 11:8; Morkovic – Dickhardt 12:10, 9:11, 7:11, 11:5, 9:11; Miszweski – Bindhammer 12:10, 11:2, 12:14, 11:6.