Hilpoltstein (bb) – Bei tropischen Temperaturen jeden Tag fünf Stunden Training in der überhitzten Stadthalle – es ist der schiere Wahnsinn! Doch es hilft nichts: Hilpoltsteins beste Tischtennisspieler müssen schwitzen, schwitzen, schwitzen! Am kommenden Sonntag pünktlich um 11 Uhr beginnt in eben dieser Stadthalle für das Bundesligateam des TV Hilpoltstein die neue Saison. Traditionsgemäß steht der DTTB-Pokal am Anfang einer neuen Ära.
Trotz aller Strapazen: So ein Vorbereitungslehrgang hat schon Vorteile. Die neue Mannschaft – man spricht von der besten, die es je in Hilpoltstein gab – ist über eine Woche lang komplett beieinander, man lernt sich kennen, kann experimentieren, andere Doppel ausprobieren, die „Neuen“ sportlich und menschlich integrieren. Man wächst schon früh zusammen.
Auf zwei Positionen wurde das Team verjüngt und verstärkt. Für den langjährigen Kapitän Alexander Möst, 30, kam mit Christoph Schmidl, 19, ein guter „alter“ Bekannter, der bei Welt- und Europameisterschaften der Jugend große Erfolge erzielt und zuletzt beim Oberligisten FC Tegernheim nahe seiner Heimat eine tolle Saison gespielt hat. Für den Würzburger Benny Rösner, 26, der es ebenso wie Möst nicht mehr ganz geschafft hat, Beruf und Hochleistungssport unter einen Hut zu bringen, haben sich die Hilpoltsteiner einen weiteren jungen „Hochkaräter“ geangelt: Arne Hölter, ebenfalls erst 19, war international mindestens ebenso erfolgreich wie Schmidl. Er wird mit der Erfahrung aus dem Spitzenpaarkreuz der 2. Bundesliga Nord (TuS Celle) in Hilpoltstein als neue Nr. 3 aufschlagen.
Die gesamte Mannschaft stellt sich am kommenden Samstag erstmals der Öffentlichkeit vor: das traditionelle Hopfenpflückerfest der Pyraser Landbrauerei ist bei einem Pressetermin die Bühne für den ersten großen Auftritt eines Teams, dem Fachleute durchaus zutrauen, die ganz Großen der 2. Bundesliga Süd ein bisschen zu ärgern. Ein Platz in der vorderen Tabellenhälfte ist das Ziel . Nachdem die Liga noch stärker und ausgeglichener geworden ist, würden die Hilpoltsteiner mit ihrer komplett deutschen Mannschaft – es isst die einzige in der 2. Liga - da jedenfalls für Furore sorgen.
Das können sie sogar schon am Sonntag bei der DTTB-Pokal-Vorrunde. Allerdings hat es das Los mit den Mittelfranken wieder mal nicht sonderlich gut gemeint. Im Viertelfinale der Vorrundengruppe II, die komplett in der Stadthalle ausgetragen wird, treffen die Hilpoltsteiner um 11 Uhr auf den TTC Weinheim, in der vergangenen Saison am Ende Tabellenzweiter war. Der Sieger dieser Partie bekommt es dann im Halbfinale um 14 Uhr mit dem Meister ASV Grünwettersbach zu tun, dessen vier Spitzenleute nach der letzten Saison die Paarkreuz-Tabelle angeführt haben, also extrem stark sind. Im Finale wartet dann voraussichtlich der Tabellendritte der letzten Saison, der TTC Frickenhausen II, wo mit den Gebrüdern Qiu zwei der größten deutschen Talente ihre immensen Fortschritte zeigen werden.
Für den Sieger dieser Vorrundengruppe, die mit Dreier-Mannschaften im gleichen Spielsystem ausgetragen wird, wie es in der 1. Bundesliga (TTBL) zur Anwendung kommt, wartet Anfang September im Pokal-Achtelfinale ein äußerst attraktiver Gegner: der TTC RS Fulda-Maberzell braucht sich mit Wang Xi, einem der besten Abwehrkünstler der Welt, dem Schweden Robert Svenson und dem deutschen Supertalent Patrick Franziska noch nicht mal hinter Rekordmeister Bosrussia Düsseldorf mit Timo Boll zu verstecken.
Das Schöne: Hilpoltstein als Sieger seiner Vorrundengruppe hätte Heimrecht – es wäre der Knüller des Jahres! Doch davor haben die Götter noch viel mehr Schweiß gesetzt als jetzt im Training…

