Kaum von der WM zurückgekehrt, wollen die Verantwortlichen des TV Hilpoltstein am Ostersonntag versuchen, wenigstens ein winziges Stück der in Dortmund vorgefundenen Tischtennis-Euphorie auf die kleine mittelfränkische Burgstadt und die 2. Bundesliga zu übertragen. Teamchef Bernd Beringer: „Ich habe unter den 11.000 Besuchern in Dortmund viele unserer Fans getroffen. Wenn die alle kommen und noch jemanden mitbringen, ist die Stadthalle trotz des etwas ungünstigen Termins gegen die Spitzenmannschaft Mühlhausen rappelvoll“.
Beim letzten Heimspiel der Saison ist nicht das übermächtige China der Gegner, sondern „nur“ der vor der Saison von allen Bundesligavereinen zum Top-Favoriten erklärte thüringische Traditionsclub Post SV Mühlhausen. Auch dort spielt allerdings ein einstmals erstklassiger Chinese: Tang Bing (39) zählte jahrelang zu den Besten der Liga, doch heuer stottert der deutsch-chinesische Motor bei 13:15 Siegen etwas, so dass Nico Christ (15:17) und Alexander Flemming (13:19) nicht chancenlos in das Top-Duell mit Tang Bing gehen.


Schwerer wird es indes gegen Mattis Burgis (21:6), der mit seinem lettischen Team bei der WM zwar nur den 54. Platz belegte, dabei allerdings ungeschlagen blieb. Der bis dato drittbeste Spieler im mittleren Paarkreuz ist der Tscheche Petr David (17:5), der besonders gegen Hilpoltstein immer exzellent spielt. An einem guten Tag können ihn allerdings Dennis Dickhardt (18:8) und Felix Bindhammer (9:7) in Schwierigkeiten bringen. Das Gleiche gilt für den unangenehm agierenden Björn Ungruhe (9:14), der den Verein nach dieser Saison verlassen wird.


Fast zwei Tischtennis-Generationen auseinander sind im hinteren Paarkreuz Jindrich Pansky, 51, der frühere Doppelweltmeister (mit Milan Orlowski), und das ostdeutsche Talent Erik Schreyer, 20. Beide gehören mit ihren Bilanzen (11:6, bzw. 11:4) zu den Aktivposten der thüringischen Ausnahmemannschaft. Benjamin Rösner (8:5), der zweifache bayerische Meister, wird sich allerdings in seinem letzten Heimspiel im Hilpoltsteiner Trikot mit einer guten Leistung verabschieden wollen.


Bundesliga-Heimspiel-Debüt für Marcel Kutzner
Anstelle des beruflich zu sehr eingespannten Kapitäns Alexander Möst, der mit Wehmut Abschied aus der 2. Bundesliga nimmt, packen die Hilpoltsteiner ein echtes Überraschungs-Ei aus: der gerade 14 Jahre alt gewordene Marcel Kutzner gibt sein Heim-Debüt. Gegen die auf dem für sie enttäuschenden vierten Tabellenplatz stehenden Thüringer wird der „Knirps“ nach seinem sensationellen Bundesliga-Einstand in Seligenstadt wahrscheinlich nicht noch einmal siegen können, dennoch: es wird ein besonderes Erlebnis für ihn, vor so großer Kulisse aufzulaufen und unverkrampft seine schon beachtlichen Tischtenniskünste zu zeigen.
Vorstellung der neuen Mannschaft vor Spielbeginn
Der Oster-Überraschungen nicht genug: Mit der Begrüßung um 13:45 Uhr stellt der mittelfränkische Zweitligist seine neue Mannschaft vor, von der Bundesliga-Boss Bernd Beringer jetzt schon schwärmt: „Das wird ein Kracher - jung, ehrgeizig, sympathisch, mit Ambitionen auf einen Platz an der Sonne. Dass es uns zum zweiten Mal gelungen ist, ein starkes, nur aus deutschen Spielern bestehendes Team zusammenzustellen, freut uns besonders. Wenn alles gut läuft, könnten wir für die ein oder andere Überraschung sorgen und unseren Zuschauerrekord auf neue Höhen treiben“. Alle Spieler sind übrigens da -die „alten“ und die „neuen“. Das Hilpoltsteiner Osternest wird also reichlich gefüllt sein.

