Derbygeschichte in Mittelfranken
Rückblende: Rund ein halbes Jahrhundert hatten die einheimischen Fans auf ein derartiges Gipfeltreffen warten müssen. In den 1970er Jahren kämpften der TV Jahn Glaishammer Nürnberg und der TV 48 Erlangen in der Regionalliga Süd, der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse, um die Vorherrschaft im mittelfränkischen Männertischtennis. Lang, lang ist’s her. Auch, wenn beide Teams zeitweise in der 1981 neu eingeführten viergleisigen Bundesliga Süd unter-wegs waren, kreuzten sich ihre Wege dort nicht mehr. Die Zeit der regionalen Derbys auf Unterhaus-Niveau war nach ziemlich genau einem Jahrzehnt vorbei.
Nach einer langen sportlichen Durststrecke hauchte der TV Hilpoltstein 2005 mit seinem sensationellen Aufstieg in die damals noch zweigleisige 2. Bundesliga Süd dem starken Geschlecht Mittelfrankens in Sachen Tischtennis wieder neues Leben ein. Seitdem waren die Burgstädter das unangefochtene regionale Aushängeschild.
Doch eine derartige Konstellation weckt Begehrlichkeiten. Im Sommer 2025 bewiesen die Tischtennis-Spieler im rund 30 Kilometer entfernten Windsbach, dass ihr 6000 Einwohner zählendes Städtchen im Land-kreis Ansbach nicht nur mit dem Knabenchor für Furore sorgen kann, sondern auch mit der schnellste Sportart der Welt. Kurz und gut: Der TSV stieg als souveräner Drittligameister in das Unterhaus auf. Das Saisonziel des Neulings – Platz vier oder fünf – war rasch erreicht. Nach holprigem Beginn legte er eine Serie von neun Siegen hintereinander hin und beseitigte unlängst letzte theoretische Zweifel am Titelgewinn. Geplant war das nicht: „Wir sind zu schnell zu gut geworden“, lächelt Manager Andreas Staudacher.


