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TV Hilpoltstein am Scheideweg

Hilpoltstein (bb) – Es ist das drittletzte Heimspiel der Saison – und eines der wichtigsten. Am Sonntag ab 14 Uhr (Begrüßung 13:45 Uhr) entscheidet sich in der Stadthalle, ob der TV Hilpoltstein wieder an die Spitze der 2. Tischtennis-Bundesliga zurückkehrt oder gar noch in den Abstiegskampf verwickelt wird. Gegner ist der Tabellenletzte TTC Ruhrstadt Herne, der sich zum ersten Mal in der Burgstadt vorstellt.

Ein Selbstläufer ist das Match auf keinen Fall für Flemming und Co, denn der ehemalige Erstligist aus dem Ruhrpott hatte bisher ausgesprochenes Pech. So auch in der Vorrunde, als der TV Hilpoltstein bereits mit 1:4 zurücklag, um sich mit einem etwas glücklichen 6:4-Sieg schließlich doch noch die sensationelle Herbstmeisterschaft zu sichern.

Inzwischen steht der Abstieg der Unglücksvögel aus Nordrhein-Westfalen aber fest – zu oft mussten sie mit Ersatz antreten oder hatten mit Verletzungen zu kämpfen. Der zweite Abstiegsplatz jedoch ist noch vakant, obwohl der TuS Fürstenfeldbruck seinen Rückzug nach der Saison angekündigt hat. Doch nur wenn Fürstenfeldbruck (derzeit 12:16 Punkte) Vorletzter wird, ist alles klar. Wenn sich jedoch eine Mannschaft neben Herne hinter den Oberbayern platziert, muss die in die Relegation und gegen einen Tabellenzweiten aus den 3. Bundesligen Süd oder Nord um den letzten freigewordenen Platz in der 2. Bundesliga kämpfen.

In dieser verrückten 2. Bundesliga kann es noch jeden Verein erwischen – selbst den derzeitigen Tabellenführer TSV Bad Königshofen (17:11 Punkte), der morgen/heute beim Verfolger Passau (16:12 Punkte) antritt. Auch der TV Hilpoltstein, der mit einem Spiel weniger und 15:11 Zählern jetzt auf dem sechsten Platz rangiert, steht am Scheideweg. An diesem Wochenende sind alle Mannschaften im Einsatz, manche sogar zweimal – die Tabelle könnte also erneut kräftig durcheinander gewirbelt werden. Deswegen sollte der TV alles unternehmen, um dieses „Schicksalsspiel“ in der Stadthalle zu gewinnen.

Zuletzt hat der durchaus prominente Ruhrgebiets-Club ein bisschen geschwächelt. Bei keiner der fünf Rückrunden-Niederlagen kam er auch nur in die Nähe eines Punktgewinns – anscheinend hat man sich mit dem Abstieg bereits abgefunden. Dabei war Manager Arthur Schemp vor der Saison noch optimistisch: „Platz Fünf sollte drin sein“, orakelte der Herner Macher, was bei vier Spielern mit damals über 2.300 Leistungspunkten auch angemessen erschien. Doch Spitzenmann Dragan Subotic (3:24 Siege) war mehrere Spiele lang verletzt, bewies aber mit seinen Siegen gegen den Passauer Star Frane Kojic und auch gegen Nico Christ in der Vorrunde, dass er’s „drauf“ hat. Auch Uros Gordic (8:14) hat im hinteren Paarkreuz eine bessere Bilanz vorzuweisen als z.B. Dennis Dickhardt (9:14).

Bester Herner Spieler ist der Ungar Adam Szudi (10:11), der im vorderen Paarkreuz gegen Jeden in dieser bärenstärken Bundesliga gewinnen kann. Ob er dies wie in der Vorrunde eine Woche vor den nationalen Meisterschaften auch gegen einen in Höchstform befindlichen Alexander Flemming (12:13) und gegen den Hilpoltsteiner Neuzugang Petr David (vorne 2:6) schafft, wird den Reiz der Begegnung ausmachen. Eine Überraschung hat man im Hilpoltsteiner Lager auf jeden Fall parat: Die Mannschaft der nächsten Saison wird vorgestellt.

Wer es nicht in die Halle schafft: Das Spiel ist am Liveticker zu verfolgen.