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Tischtennis-Krimi endet 5:5 Unentschieden

Hilpoltstein (wwl) – Es war ein Tischtennis-Krimi bei der Rückkehr in die Stadthalle: Die Zweitliga-Spieler des TV Hilpoltstein gingen beim 5:5-Unentschieden gegen den TTC GW Bad Hamm durch ein Wechselbad der Gefühle und blieben auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen. Die fast schon unheimliche Serie der Hilpoltsteiner geht also weiter. Sie können sogar den Allzeitrekord aus dem Jahre 2015/16, als sie in der Abschlusstabelle Platz drei mit 23:13 Zählern punktgleich hinter Jülich und Aufsteiger Bad Königshofen belegt hatten, knacken. Doch wir wollen nicht vorgreifen.

Dass sich Hilpoltstein überhaupt in der Position befindet, derartige Überlegungen anzustellen ist schon überraschend genug. Vor Saisonbeginn eher als Kellerkind gehandelt, steigerte sich die an zwei Positionen erneuerte Mannschaft erheblich und legte zuletzt eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage hin. Damit war das Thema Klassenerhalt vorzeitig abgeräumt. Und es kam noch besser. Spätestens nach dem fulminanten Rückrundenauftakt mit 3:1 Punkten gegen Dortmund und Köln, können die Burgstädter als Tabellenvierter sogar nach oben blicken Und ja, in dieser Liga ist vieles möglich, die beiden Spitzenteams aus Dormund und Jülich ließ Punkte am Wochenende liegen. „Keine Mannschaft ist unschlagbar“, bringt es Hilpoltsteins Abteilungsleiter Robert Nachtrab. auf den Punkt.

Auch der TTC GW Bad Hamm nicht. Der mit vielen Ambitionen gestartete Traditionsverein blieb in der Vorrunde hinter den Erwartungen zurück. Als Grund für das im wahrsten Sinn des Wortes „mittelmäßige“ Abschneiden hat der GW-Vorsitzende Martin Vatheuer die mangelnden Leistungen im vorderen Paarkreuz ausgemacht. Eine Kritik, die in erster Linie an die Adresse von Florian Bluhm gerichtet ist, der vom SV Neckarsulm nach Westfalen gewechselt war. Bluhm, der als Abwehrspieler einer im Männertischtennis aussterbenden Spezies angehört, war nie in der Lage den Weißrussen Pavel Platonov auch nur annähernd zu ersetzen.

Als Folge musste die Mannschaft zur Rückrunde umgestellt werden. Für Bluhm und den gleichfalls nicht überzeugenden Gerrit Engemann, rückten der zweifache Paralympcis-Sieger Laurens Devos und der starke Japaner Jo Jokotani in das vordere Paarkreuz auf. Doch am Sonntag weilte der Mann aus Nippon bei den japanischen Meisterschaften und stand den Grünweißen nicht zur Verfügung. Eine Steilvorlage für Hilpoltstein, doch ein Selbstläufer war die Partie dennoch nicht, dafür war die Qualität der Gäste auch ohne ihren neuen Spitzenmann einfach zu hoch.

So entwickelte sich vor rund 140 Zuschauer in der frisch renovierten Stadthalle eine spannende Begegnung mit Höhen, Tiefen und so manchen Unwägbarkeiten. Zunächst standen die Doppel an - die einzig verbliebene Baustelle der erfolgsverwöhnten Hilpoltsteiner, bei denen sich im Laufe der Saison bereits acht verschiedene Paarungen ausprobieren durften (oder mussten). Wirklich überzeugt hat noch keine Kombination. Die Bilanz von 8:14 spricht Bände. Am Sonntag gaben Alexander Flemming und Hermann Mühlbach als neuente Paarung ihr Debüt und schlugen auch gleich zu. Nicht so gut lief es bei Andy Perreira und Petr Fodotov am Nachbartisch, doch mit der Punkteteilung konnte Hilpoltstein sehr gut leben.

In den Einzeln zeigten die Hilpoltsteiner ihre glänzende Verfassung. Allen voran Andy Perreira. Der kubanische Nationalspieler legte in den vergangenen Wochen eine erstaunliche Metamorphose hin. Anfangs wirkte er noch ein wenig hüftsteif, doch er arbeitete an seiner Fitness und nahm ein paar Kilos ab. Das Resultat waren zuletzt unglaubliche 6:0-Siege. Am Sonntag löste er seine beiden Aufgaben mit einer Brillanz und Selbstverständlichkeit, die ihm zu Beginn der Saison wohl nur wenige zugetraut hatten, auch der Autor dieser Zeilen nicht.

Daneben verblassten die durchaus ansprechenden Leistungen seiner Mannschaftskollegen etwas. Alexander Flemming hielt sich zwar gegen Laurens Devos schadlos, hatte gegen Abwehrspieler Bluhm jedoch einmal mehr das Nachsehen. Den fünften Punkt holte Petr Fedotov gegen den ehemaligen Jugend-Nationalspieler Gerrit Engemann, während Hermann Mühlbach ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein komplett leer ausging.

„Dennoch können wir mit dem Punkt hochzufrieden sein“, resümierte Co-Abteilungsleiter Uli Eckert. Eine Einschätzung, mit der er sicherlich nicht allein dasteht.

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