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Sympathien für den Underdog

Hilpoltstein (bb) - Gestern Nacht noch bei der Sportlerehrung des Landkreises, heute schon auf der Fahrt nach Neu-Ulm, wo morgen ab 11 Uhr für Hilpoltsteins Tischtennis-Asse das größte sportliche Ereignis ihres Lebens stattfindet: das Liebherr-Pokal-Finale, kurz auch Final Four genannt, elektrisiert Tischtennis-Fans und Medien gleichermaßen.

Den Samstag nutzen die Mittelfranken, um gemeinsam mit ihrem prominenten Gegner in der ratiopharm-Arena noch ein Stündchen lang zu trainieren. Borussia Düsseldorf, Deutschlands erfolgreichster Verein über alle Sportarten hinweg, kommt in Bestbesetzung in die bayerische Grenzstadt, wo der einzige Zweitligist unter den besten vier Pokal-Mannschaften Deutschlands quasi Heimrecht und als „Underdog“ zwischen den Weltstars sicher auch viele Sympathien der „neutralen“ Zuschauer genießt.

Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) als Veranstalter rechnet mit einem nahezu ausverkauften Haus: Beifall von 3.500 Fans hat noch keiner der Hilpoltsteiner „Amateure“ (ein Pilot, ein Physiker, ein Student, ein Trainer) erhalten. Damit der Applaus auch stürmisch wird, fahren gut 250 Anhänger des Tabellensiebten der 2. Bundesliga mit – eigene Fan-Shirts, gute Stimmung und kostenfreie Getränke im Bus inklusive.

Das lässt Düsseldorfs Weltklasse-Team zwar nicht vor Ehrfurcht erschüttern. Dennoch sollten Timo Boll (Weltranglistenplatz 11), Stefan Fegerl (19), Kristian Karlsson (24), Kamal Achanta (59) und Anton Källberg (88) zumindest ein kleines bisschen auf der Hut sein, schließlich haben die Hilpoltsteiner mit Werder Bremen im Viertelfinale den deutschen Mannschaftsmeister von vor zwei Jahren bezwungen. Hilpoltsteins Kapitän Alexander Flemming sieht mit Humor dem „Spiel der Spiele“ entgegen: „In dieser Saison sind wir im ungeliebten System der TTBL (frei aufstellbare Dreier-Mannschaften, ohne Doppel, drei Siege reichen zum Matchgewinn) noch ungeschlagen, die Doppel werden uns jedenfalls nicht wie so oft in der Liga zurückwerfen…“