Hilpoltstein (bb) – Der TV Hilpoltstein liegt in Lauerstellung: Als Tabellendritter in der eingleisigen 2. Bundesliga haben die fränkischen Tischtennis-Cracks noch alle Chancen, aus eigener Kraft den Meistertitel zu holen. Voraussetzung für die noch mögliche Sensation – Hilpoltstein wurde vor der Saison als erster Abstiegskandidat gehandelt – ist aber ein Sieg im Bayern-Derby gegen den Tabellenneunten TuS Fürstenfeldbruck am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der Stadthalle.
Es ist das vorletzte Heimspiel des Flemming-Teams. Der aus Leipzig stammende, aber schon lange „eingefränkelte“ Kapitän der Hilpoltsteiner ist zuversichtlich: „Wir werden die Brucker nicht unterschätzen. Obwohl sie sich nach der Saison aus dem Bundesligasport zurückziehen, werden sie alles geben, um ihren Freunden in ganz Bayern einen würdigen Abgang zu bereiten – die schenken uns nichts“, meint Flemming, der in der Rückrunde mit 7:3 Siegen zu den besten Spielern der Liga zählt, besser noch als der tschechische Weltklasse-Akteur Michal Obeslo (8:5) auf Brucker Seite, dem er in der Vorrunde noch mit 1:3 Sätzen unterlegen war.
Mindestens genauso spannend dürfte das Duell der beiden tschechischen Landsleute gegeneinander werden. Petr David auf Hilpoltsteiner Seite ist nach einer Eingewöhnungsphase im vorderen Paarkreuz der bärenstarken Liga angekommen. Seine 5:1-Bilanz aus den letzten sechs Spielen zeigt sein großes Potential auf, so dass er gegen seinen in der Weltrangliste hoch eingestuften Gegner Obeslo durchaus Gewinnchancen hat.
Fürstenfeldbruck wird ohne seinen ehemaligen deutschen Jugendmeister und –Nationalspieler Florian Schreiner nach Hilpoltstein anreisen. Erst wollte man seinetwegen das Spiel auf 12 Uhr vorverlegen, weil das Großtalent am Sonntag noch einen Flieger ab Paris via Chile bekommen will, wo er in der nächsten Woche ein World-Cup-Turnier bestreitet. Doch das Risiko, den Abflug zu verpassen, war Schreiner dann doch zu groß, so dass er auf einen Einsatz verzichtet und es beim alten Spielbeginn 14 Uhr bleibt.
Für ihn rückt ein alter Bekannter aus Hilpoltstein ins Team: Andras Podpinka, ehemaliger Vize-Weltmeister mit der Mannschaft (Belgien), deutscher Meister und Champions League-Gewinner (Grenzau), hat zwei Jahre lang in Hilpoltstein seine Fans fasziniert und „nebenbei“ die Jugend trainiert. Das macht er jetzt seit einigen Jahren in Fürstenfeldbruck – mit so großem Erfolg, dass er als einziger der Brucker dem Verein auch nach dem Rückzug in die Bayernliga erhalten bleibt. Das Wiedersehen mit dem „Oldtimer“ (45) in Hilpoltstein ist allein schon einen Besuch wert. Ihn zu schlagen, wird für Nico Christ wie für Dennis Dickhardt eine knifflige Aufgabe.
Das gilt im Übrigen auch für die Begegnungen gegen die beiden Serben Bojan Crepulia und Filip Cipin. Vollprofi Crepulia (in der Rückrunde hinten 5:6) hat am vergangenen Wochenende die Fachwelt aufhorchen lassen, als er die beiden starken Jülicher Ozawa und Oostwouder „panierte“. Wenn er am Sonntag im vorderen Paarkreuz auch so „zuschlägt“, könnte es eng werden für die Hilpoltsteiner Cracks, die unbedingt – wie in der Vorrunde beim knappen 6:4-Erfolg – beide Doppel gewinnen wollen. Kapitän Flemming noch mal: „Wir brauchen die Hilfe der Fans, um gegen diesen gefährlichen Gegner zu gewinnen“. Wer nicht in die Halle kommen kann, für den ist das Match am Liveticker zu verfolgen.

