Den Pflichtsieg haben sie am Neckar also eingefahren, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ganz nebenbei ihr Spielverhältnis ein wenig aufpoliert. Seit Wochen gehen dem TV Hilpoltstein die Spiele wie selbstverständlich von der Hand. Kein Wunder, mit 17:9 Punkten und Tabellenplatz drei lässt es sich ganz entspannt spielen. Eine komfortable Situation, die sich die Hilpoltsteiner durch großartige Leistungen redlich verdient hatten.. Da kam die Partie bei der Neckarsulmer Sportunion gerade recht.
Ein Team, das darauf und dran war, sich des über Jahre erworbenen Rufes einer Fahrstuhl-mannschaft zu entledigen und sich in der Liga zu etablieren. Das aber änderte sich schlagartig, als im Sommer 2021 Spitzenmann Florian Bluhm, nach Ruven Filus zweitbester deutscher Abwehr-spieler, zum Zweitligakonkurrenten TTC GW Bad Hamm wechselte. Seitdem ist die Mannschaft – bei allem Respekt – in der zweiten Bundesliga nicht mehr konkurrenzfähig. In der Winterpause hat auch noch der Inder Sanil Shetty, der bis dahin ohnehin nur durch Abwesenheit geglänzt hatte, den Verein in Richtung Passau verlassen. Um einen Ersatzspieler haben sich die Schwaben gar nicht erst bemüht. Ein untrügliches Zeichen, dass man sich bei der Neckarsulmer Sportunion mit dem Abstieg abgefunden hat.
Auch der Spielverlauf ist rasch erzählt. Und um es gleich vorwegzunehmen: Wirklich in Bedrängnis geriet Hilpoltstein in Neckarsulm zu keinem Zeitpunkt. Schon in den Doppeln, der einzig verbliebenen Klippe, nicht: Anschließend lösten auch Alexander Flemming, Andy Perreira und Petr Fedotov ihre Einzel-Aufgaben mehr oder weniger deutlich. Dabei gelang Flemming in seinem zweiten Match ein Kabinettstück der besonderen Art, als er einen Ball seines Gegners quasi „hinterrücks“ retournierte. Es war der Schlag der Saison.
Weniger Grund zur Freude hatte Hermann Mühlbach, der trotz feiner Technik gegen den unberechen-baren Russen Andrey Semenov beim 0:3 auf verlorenem Posten stand. Doch das sollte der einzige Punkt der Gastgeber bleiben.
So setzten sich die Hilpoltsteiner schließlich mit 6:1 durch. Nach gerade mal zwei Stunden und zwanzig Minuten war die für Tischtennis-Verhältnisse unge-wöhnlich kurze Begegnung beendet. „Wir sind zufrieden“, zeigte sich Co-Abteilungsleiter Ullrich Eckert vom Auftritt seiner Schützlinge durchaus angetan.
Wohin die sportliche Reise die Burgstädter in dieser Saison noch führen kann, wird man in den nächsten Wochen sehen. Da stehen nämlich noch schwere Aufgaben an.
Der nächste Gegner ist der wiedererstarkte 1. FC Saabrücken TT II, der in der Rückrunde noch keinen einzigen Zähler abgegeben und das Klassenziel fast schon erreicht hat. Anschließend geht es nach Berlin zur alten Dame, danach gegen Jülich und Mainz, das einem Bundesligaaufstieg nicht nur sportlich sondern auch strukturell durchaus nicht abgeneigt ist. Zum, Abschluss der Saison stehen sich in Stadthalle Hilpoltstein und Fortuna Passau im Bayernderby gegenüber. Wenn der Eindruck nicht täuscht, könnte das vorläufig Letzte seiner Art gewesen, sein, denn die Niederbayern müssen nach 21 Jahren die Liga aller Voraussicht nach verlassen.


