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Sekt oder Selters

Hilpoltstein (bb) – Die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein bestreiten Oster-Samstag um 18 Uhr ihr nächstes Schicksalsspiel: Beim Tabellennachbarn TTC Ober-Erlenbach entscheidet es sich, ob die Mittelfranken weiterhin zur Spitzengruppe der eingleisigen 2. Bundesliga gehören oder ob sie sich im Mittelfeld verheddern.

Sekt oder Selters also. Mit ganz viel Glück könnte bei einem Hilpoltsteiner Sieg sogar der Sprung ganz nach vorne gelingen. Allerdings nur, wenn der derzeitige Spitzenreiter TSV Bad Königshofen (19:11 Punkte) sein Heimspiel gegen den Tabellenachten Borussia Dortmund (15:15) morgen verliert und der Zweite TTC indeland Jülich (17:11) gleichzeitig beim Neunten TuS Fürstenfeldbruck (12:18) mindestens einen Punkt abgibt. Unmöglich ist in dieser verrückten Liga zwar nichts, denn nach wie vor gilt: Jeder kann jeden schlagen. Doch Voraussetzung für diese eher unwahrscheinliche Konstellation ist immer ein Erfolg des Dritten TV Hilpoltstein (17:11) im Duell mit den befreundeten Rivalen aus Hessen.

Wie auch immer: Dort hängen die Trauben hoch. Der Mitaufsteiger gehört zu den Überraschungsteams der Liga. Umso mehr, als man öfter ohne den verletzten DTTB-Kaderspieler Dominik Scheja auskommen musste. So auch bei der 4:6-Vorrunden-Niederlage in Hilpoltstein und so auch heute, denn der aufstrebende 19-Jährige hat sich am Wochenende in Bielefeld bei den deutschen Meisterschaften erneut am Rücken verletzt, so dass er wohl erneut längere Zeit ausfallen dürfte. Für ihn rückt der blutjunge Verbandsliga-Akteur Fabian Zhou ins Team – er gibt gegen die routinierten Nico Christ (Rückrunde 4:4) und Dennis Dickhardt (3:4) sein Bundesliga-Debüt im hinteren Paarkreuz. Ob er ihnen ein Ei ins Nest legen kann?

Noch härter als der Ausfall von Scheja könnte die Hessen die Abwesenheit ihres Spitzenspielers Kohei Sambe treffen, der wohl nicht rechtzeitig von den bestens besetzten Katar Open zurückkehrt, wo er wertvolle Weltranglistenpunkte sammeln will. Der 19-jährige Japaner war in der Vorrunde einer der besten Spieler in dieser starken Liga. Eine seiner nur drei Niederlagen erlitt er gegen den wie entfesselt aufspielenden Alexander Flemming (13:13) in der Vorrunde. Der sympathische Sachse im Hilpoltsteiner Trikot bekommt es nun höchstwahrscheinlich ebenfalls mit einem Japaner zu tun: Yuto Hidashi ist in Europa noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, doch sein Sieg gegen den Dortmunder Erik Bottroff ließ die Fachwelt immerhin aufhorchen.

Zuverlässiger Punktesammler auf Erlenbacher Seite ist in jedem Fall der in Deutschland geborene, vom chinesischen Erfolgstrainer Qiu abstammende frühere deutsche Jugendmeister Qiu Dang (18:10), der sich überaus positiv entwickelt hat. Gegen ihn werden sich sowohl Kapitän Flemming (Rückrunde 6:2) als auch der ins vordere Paarkreuz gerückte Petr David (3:6) schwer tun.

Ein heftiger Schlag ins Genick traf die Bad Homburger Vorstädter, als bekannt wurde, dass drei ihrer vier Stammspieler nach der Saison den Verein verlassen: Sambe und Qiu zieht es nach nur einem Jahr in die 1. Liga, und der Ur-Hesse Jens Schabacker wechselt ebenso überraschend zu seinem früheren Teamkameraden Julian Möhr zum Drittligisten Neckarsulm. Wie sie diesen Rückschlag beim Aufbau eines nachhaltigen Spitzenteams mental verkraften, wird sich heute schon zeigen. Auch wenn der Gast aus Hilpoltstein unter diesen Umständen leicht favorisiert ist: Gewonnen ist das Match noch lange nicht. Unter www.tvhiptt.de kann man es am Live-Ticker verfolgen.