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Schwaben wollen Hilpoltsteiner Festung stürmen

Hilpoltstein (bb) – Mit einer gehörigen Portion Rückenwind reisen die Tischtennis-Cracks der DJK Stuttgart an diesem Sonntag zum TV Hilpoltstein, wo sie um 14 Uhr in der Stadthalle auf die einzige noch verlustpunktfreie Mannschaft der 3. Bundesliga treffen. Das sensationelle 6:1 beim Mitfavoriten Mainz 05 vom letzten Wochenende kann den Schwaben Flügel verleihen, die ihnen Bindhammer und Co allerdings stutzen wollen.

Die Fachwelt staunte nicht schlecht ob des Stuttgarter Kantersieges. Das Geheimnis war allerdings bald gelüftet, denn bei Mainz fehlte Südamerika-Meister Felipe Olivares, mit 8:4 Siegen im vorderen Paarkreuz einer der besten Spieler der Liga. Trotzdem kam der Stuttgarter Erfolg nicht von ungefähr: Mit dem unverwüstlichen Mu Hao (bisher 11:3-Siege vorne) und Alexander Frank (5:2 hinteres Paarkreuz) verfügen sie über zwei Stützen im Team, die jedem Gegner zu schaffen machen, und ihre Doppel-Bilanz (10:4) ist die drittbeste der Liga.

Vor allem Mu, 35, glänzt wie zu besten Zeiten. Der Deutsch-Chinese spielt seit acht Jahren mit ausschließlich positiven Bilanzen in Stuttgart, er ist Jugendtrainer und führte als solcher die DJK Stuttgart 2014 zum „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“, eine der höchsten deutschen Sportauszeichnungen. Als absolut seriöser Tischtennis-Profi kann er selbst die besten Gegner schlagen. Auch als Doppelpartner ist Mu ein Ass, was die makellose 7:0-Bilanz mit Partner Dennis Wiese beweist.

Auch Wiese ist ein Phänomen. Der Stuttgarter Kapitän, mit 30 Jahren ein Jahr jünger als sein Hilpoltsteiner Pendant Felix Bindhammer, kam mit neun Jahren zur DJK und hat diese, wie Bindhammer den Turnverein, nie verlassen. Seine Bilanz von 4:8- Siegen im starken vorderen Paarkreuz kann sich durchaus sehen lassen.

Noch besser steht Alexander Frank da – allerdings im hinteren Paarkreuz. Der mehrfache württembergische Jugendmeister verfügt über gute Nerven und ein großes Kämpferherz. Nesthäkchen ist Daniel Hartmann. Der 20-jährige Schüler (3:5 im hinteren Paarkreuz) machte in Mainz das „Spiel seines Lebens“, als er dem erfahrenen Benjamin Bator noch den vorprogrammierten Sieg raubte. Wenn er einen „Lauf“ bekommt, kann er wie sowohl Dennis Dickhardt (6:1) als auch Felix Bindhammer (4:2) gefährlich werden.

Eine Vorentscheidung in dieser prickelnden Begegnung zweier Tabellennachbarn könnte in den Doppeln und im vorderen Paarkreuz fallen. Flemming/Christ (5:0) und Dickhardt/Bindhammer (4:1) sind in dieser Saison zu allem fähig. In den anschließenden Einzeln ist alles offen, doch könnten Alexander Flemming (5:3) gegen Wiese und der zur Zeit groß aufspielende Nico Christ (6:2) gegen Mu für wichtige Punkte sorgen.

Der TV Hilpoltstein geht vorgewarnt, aber doch zuversichtlich in die Begegnung. Der Spielplan hat es bisher nicht gut gemeint mit den Mittelfranken, sie hoffen jedoch im erst zweiten Heimspiel der Saison, dass ihre vielen Fans „richtig heiß“ sind auf Tischtennis und direkt vom Hilpoltsteiner Weihnachtsmarkt in die nahe Stadthalle pilgern – und jubeln können.