Hilpoltstein (bb) – Es ist das erste Aufeinandertreffen, doch es prickelt schon vor dem Match: Die Tischtennis-Cracks des TV Hilpoltstein gastieren am Sonntag um 14 Uhr beim bayerischen Rivalen SC Fürstenfeldbruck, dem finanzkräftigen Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Besonders reizvoll: Für die Gäste gibt es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Weltklassemann Andras Podpinka, der zuvor zwei Jahre lang bei den Mittelfranken seine immer noch großen Tischtenniskünste gezeigt hatte.
Nach dem letztlich überraschenden Aufstieg der „Brucker“ – Regionalliga-Favorit Bayern München durfte nicht hoch, weil Uli Hoeneß neben Fußball und Basketball keinen Bundesligasport wollte – war schnell klar, dass sich Fürstenfeldbruck eher im oberen Drittel der Tabelle etablieren wird. Der Etat der Oberbayern ist etwa doppelt so hoch wie der des TV Hilpoltstein.
So ist jetzt auch: das Team um Podpinka (44), der als Jugendtrainer beim bayerischen Tischtennisverband nach wie vor glänzende Arbeit leistet und mit Ferenc Toth (15) einen ehemaligen und mit Marcel Kutzner (14) einen aktuellen bayerischen Jugend-Spitzenspieler des TV Hilpoltstein unter seinen Fittichen hat, nimmt derzeit direkt vor dem TV den fünften Tabellenplatz ein. Das direkte Aufeinandertreffen wird zeigen, wer von den drei bayerischen Vereinen aus Bayern – Passau, Fürstenfeldbruck oder Hilpoltstein – zumindest am Ende der Vorrunde die Nase vorne hat.
Die Oberbayern haben sich jedenfalls gegenüber der Regionalliga erheblich verstärkt. Vom früheren Rivalen Bayern München kam der kroatische Ballkünstler Tomislav Zubcic (26) als neue Nr. 1. Zusammen mit dem britischen Nationalspieler und offiziellen Olympia-Botschafter Darius Knight (22) bildet er das vordere Paarkreuz, das bisher allerdings die Stärke der Liga anerkennen musste: 6:16 Siege sind nicht besser als die Hilpoltsteiner Bilanzen von Nico Christ und Alexander Flemming (zusammen 9:11), der als Sieger beim Bundesranglistenfinale TOP 48 vor zwei Wochen zudem eindrucksvoll bestätigt hat, dass er jeden Gegner in der 2. Bundesliga packen kann. Das werden voraussichtlich vorentscheidende Duelle auf Augenhöhe!
Doch auch im mittleren Paarkreuz ist der Liga-Neuling bestens bestückt. Neben dem unverwüstlichen Podpinka agiert mit dem 16-jährigen Florian Schreiner eines der größten Tischtennistalente Deutschlands. Der große Durchbruch bei den Herren steht dem Sprössling einer glanzvollen Tischtennis-Familie allerdings erst noch bevor. Den schafft vielleicht der 16-jährige Chinese Gao Sun Fei, der als einziger Spieler der Liga noch ungeschlagen ist. Zusammen mit ehemaligen Saarbrücker Spitzenspieler Bojan Crepulja (21) bildet er ein hinteres Paarkreuz, das auch für die bisher erfolgreichsten Hilpoltsteiner, Felix Bindhammer und Christoph Schmidl, zu einer hohen Hürde wird.
Die Hilpoltsteiner wünschen sich jedenfalls beim bayerischen Derby ein volles Haus, zu dem auch eine Menge Fans aus der Burgstadt anreisen werden. Für die heißt der Hit dann – frei nach S.T.S. – „Auf nach Fürstenfeld…“

