Hilpoltstein (bb) - „Wer die unglaublichen Ballwechsel zwischen Alexander Flemming und dem jungen Belgier Cedric Nuytinck am letzten Wochenende gesehen hat, der kommt bestimmt wieder!“ Die Verantwortlichen des TV Hilpoltstein sind zuversichtlich, dass ihre Tischtennis-Asse beim bayerischen Derby am Sonntag ab 13:45 Uhr in der Stadthalle für einen neuen Zuschauer-Saisonrekord sorgen. Der Gegner ist kein geringerer als die Spitzenmannschaft des TTC Fortuna Passau, derzeit Tabellenvierter.
Gegen Passau hat der TV Hilpoltstein schon immer prickelnde Spiele bestritten. Erinnert sei an das letzte Jahr, als man nach einem 3:7 Rückstand sensationell noch mit 9:7 gewonnen hat. Diesmal wird das Match allerdings nicht über vier Stunden gehen, denn seit dieser Saison wird mit Vierer-Mannschaft gespielt, bei sechs Punkten für eine Mannschaft ist das Spiel beendet, die Spieldauer ist also deutlich kürzer geworden.
So langsam scheinen sich Bindhammer und Co an das neue System gewöhnt zu haben. Das am Schluss doch etwas unglücklich zustande gekommene 5:5-Unentscheiden in Grünwettersbach, einem der Mitfavoriten, und der klare 6:2-Erfolg am letzten Sonntag gegen die Erstliga-Reserve des 1. FC Saarbrücken zeigen den Aufwärtstrend. Kann er gegen die bärenstarken Niederbayern, die bisher immerhin doppelt so viele Pluspunkte (8) eingeheimst haben wie die Mittelfranken (4), fortgesetzt werden?
Das dürfte ganz entscheidend vom Ausgang der beiden Eingangsdoppel abhängen. Hier hat Passau (6:6-Siege) bisher ebenso keine Bäume ausgerissen wie der TV Hilpoltstein (5:7), wobei das Hilpoltsteiner Spitzendoppel Flemming/Christ von allen möglichen Varianten trotz zweier vermeidbarer Niederlagen die beste Bilanz (4:2) aufweist.
Dass ein 2:0 nach den Doppeln jedoch keine Erfolgsgarantie bedeutet, haben die Hilpoltsteiner in Grünwettersbach erlebt, zumal Passau mit zwei überragenden Einzelkönnern anreist. Der ehemalige Weltklasse-Akteur Daniel Zwickl, 29, ungarischer Nationalspieler und Olympiateilnehmer, zählt mit seiner 9:3-Bilanz zu den besten Spielern der Liga. Und im hinteren Paarkreuz liegt der Tscheche Frantisek Krcil mit 7:2-Siegen in der Bestenliste ebenfalls weit vorne. Da müssen sich Alexander Flemming (7:5) und Nico Christ (2:8) vorne sowie Arne Hölter (3:4), Dennis Dickhardt (3:3) und Felix Bindhammer (0:3) hinten gehörig anstrengen, wenn sie Einzelzähler einfahren wollen, zumal auch die bewährten Passauer Kräfte Tomas Sadilek (5:6), seit Jahren einer der besten Spieler der Liga, und Spielertrainer Martin Pytlik (3:6) nicht von schlechten Eltern sind.
Auch wenn sie nicht als Favorit ins Rennen gehen: es ist alles drin für die wieder mal relativ schlecht gestarteten Hilpoltsteiner, um mit einer zünftigen Aufholjagd doch noch einen guten Platz zu erreichen. Das Restprogramm von Passau ist jedenfalls deutlich anspruchsvoller als das der Mittelfranken, die am Sonntag ihr vorletztes Heimspiel in diesem Jahr bestreiten. Eines ist allerdings auch klar: Wenn kein Punkt gegen Passau kommt, wird’s für den TV Hilpoltstein, wenn zwar nicht unmöglich, jedoch schwer, die selbst gesteckten Ziele in der 2. Tischtennis-Bundesliga zu erreichen.

