Hilpoltstein (bb) – Noch ist der Zug in die künftig eingleisige 2. Bundesliga für den TV Hilpoltstein nicht ganz abgefahren. Doch wenn sie in letzter Sekunde noch aufspringen wollen, dürfen die Tischtennis-Cracks aus Mittelfranken keines der fünf verbleibenden Saisonspiele mehr verlieren. Am Sonntag beim TTC Weinheim, dem Tabellendritten, hängen die Trauben freilich sehr hoch (14 Uhr).
Unter normalen Umständen haben wir keine Chance – doch die müssen wir nutzen“. Hilpoltsteins Teamchef Bernd Beringer flüchtet sich in Ironie, wenn er auf ein Wunder hofft. Und wenn es gegen Weinheim wie in der Vorrunde läuft, ist der Hilpoltsteiner Traum schnell ausgeträumt. 2:6 verloren die Burgherren im September an heimischen Tischen, nur Alexander Flemming holte Punkte.
Das ist auch diesmal die Voraussetzung, wenn die Revanche gelingen soll. Doch auch Nico Christ (7:15 Siege), Arne Hölter (10:9) und Dennis Dickhardt (7:7) müssen ihre aufsteigende Form nachweisen. Auf dem Papier stehen der 19-jährige belgische Nationalspieler Robin Devos (14:11), Ex-Erstliga-Akteur Jörg Schlichter (10:14), der 18-jährige Frederick Jost (13:7) und der routinierte Björn Baum (10:7) allesamt besser da als ihre Hilpoltsteiner Gegner. Allerdings war das in den vergangenen Jahren auch so und dass Papier manchmal sehr geduldig ist, zeigt die positive Bilanz der Gäste in den letzten beiden Spielzeiten: Hilpoltstein entführte jedesmal Punkte aus dem schönen Weinheim.
Ein besonderer Reiz des Spiels liegt in der Begegnung zwischen Alex Flemming (12:14) und dem früheren Nationalspieler Jörg Schlichter (30). Die sich gut verstehenden Freunde müssen eine Woche nach diesem vorentscheidenden Match gemeinsam ihren deutschen Meistertitel im Doppel verteidigen – im Punktspiel kämpfen sie aber erst mal gegeneinander. Insgesamt sieben der acht in Weinheim antretenden Spieler treffen sich bei den nationalen Titelkämpfen in Wetzlar. Nicht auszuschließen, dass die Doppel Hölter/Dickhardt und Jost/Baum hier wie da aufeinandertreffen oder sich die Spieler im Einzel begegnen. Apropos Doppel: Auch da ist Weinheim favorisiert. Die bisherige Bilanz von 19:7 ist die zweitbeste der Liga, Hilpoltstein steht mit 12:14 Siegen vergleichsweise bescheiden da.
Fünf Punkte Rückstand haben Bindhammer und Co auf den ASV Grünwettersbach. Die Badener nehmen derzeit den möglicherweise für ein Relegationsspiel reichenden sechsten Platz ein, müssen aber im März noch in Hilpoltstein an die Tische. Dieses Wochenende beim Tabellenvorletzten Saarbrücken dürften sie keine Punkte abgeben. Wenn die Hilpoltsteiner also gleichzeitig in Weinheim verlieren, sehen sie vom Aufstiegszug ohnehin nur noch die Rücklichter...

