Hilpoltstein (bb) – Krise beim TV Hilpoltstein? Die Verantwortlichen und die Spieler des Tischtennis-Zweitligisten wollen das Wort nicht hören. Die Ausbeute aus den bisherigen vier Spielen ist zwar mager – bisher holte man erst einen Punkt, und den ausgerechnet beim Tabellenführer Bad Königshofen – doch die Zuversicht auf bessere Zeiten ist ungebrochen. An diesem Sonntag steht die schwere Reise zum ASV Grünwettersbach im Terminkalender. Um 15 Uhr will man bei dem ambitionierten Karlsruher Vorstadtverein die allerdings dringend notwendige Aufholjagd starten.
Vielleicht ist man beim mittelfränkischen Vorzeigeclub auch deshalb so wenig beunruhigt, weil der schlechte Saisonstart in Hilpoltstein schon Tradition hat. Während der bis dato neunjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit sind Bindhammer und Co noch nie gut aus den Startlöchern gekommen, um zuletzt meist im sicheren Mittelfeld zu landen. In dieser Saison geht’s jedoch um viel mehr als um einen Mittelfeldplatz: Nur wer am Ende auf den Rängen 1 bis 5 landet, qualifiziert sich für die eingleisige 2. Bundesliga, die ab 2014/2015 die jetzige zweigeteilte Liga ablöst. Wer auf den Plätzen 6 – 10 landet, steigt in die dann neue 3. Bundesliga ab – und dahin wollen die der Reform gegenüber kritisch eingestellten Hilpoltsteiner auf keinen Fall.
Zumindest eins haben die Mittelfranken mit ihrem badischen Gegner gemein: Auch der muss sich überraschenderweise Sorgen um den Klassenerhalt machen. Die schwere Verletzung ihres langjährigen Kapitäns Rade Markovic hat die sogar für den Meistertitel gehandelten Karlsruher doch arg gebeutelt, so dass sie sich derzeit mit 4:6 Zählern auch nur zwei Plätze vor dem TV Hilpoltstein wiederfinden. Beim letzten Match jedoch gegen die bis dato desolate Saarbrückener Erstliga-Reserve war der sympathische Serbe wieder dabei und holte beim 6:1 auch gleich einen Einzelsieg.
Es dürfte also wieder eng werden für die Gäste. Allerdings waren die Spiele zwischen den beiden befreundeten Rivalen in der Vergangenheit hart umkämpft, in der letzten Saison landeten die Hilpoltsteiner in Grünwettersbach gar einen Kantersieg (9:3). Doch jetzt wird mit vier statt mit sechs Spielern angetreten – möglicherweise ein Vorteil für die Badener, deren vier beste Cracks in der Einzelbilanz bisher immer weit vorne landeten.
Im von den Hilpoltsteinern ungeliebten Bundessystem kommt es sehr auf die Doppel an. Und gerade da müssen sich die Mittelfranken erheblich steigern, wenn sie eine Chance haben wollen. In vier Spielen verließen nur Flemming/Christ zweimal als Sieger die Tische, noch kein anderes Doppel hat bisher gepunktet. Auch in den Einzeln sieht's bisher nicht gut aus für den TV: Lediglich Spitzenmann Alexander Flemming kann mit einer 4:4-Bilanz einigermaßen mithalten. Nico Christ (1:5), Arne Hölter (1:3), Dennis Dickhardt (1:2) und Felix Bindhammer (0:3) müssen sich erheblich steigern, wenn sie gegen die Grünwettersbacher Asse Adam Robertson (8:2), Lei Yang (5:4), Rade Markovic (1:0) und Geir Erlandsen (4:5) eine Chance haben wollen.
Das brutal schwere Auftaktprogramm für den TV Hilpoltstein endet dann erst einmal – eine Woche später geht’s zu Hause gegen Saarbrücken, das bisher noch schlechter da steht als die „Hipperer“. Allerdings sollte der Abstand zu Platz 5 nicht zu groß werden, wenn man nach der Hälfte der Vorrunde dann richtig angreifen will. Ein Pünktchen in Karlsruhe wäre zum Erreichen dieser Zwischenetappe also schon hilfreich...

