Wohin geht die Reise des TV Hilpoltstein?

Hilpoltstein (bb) - Es wird nicht leicht – aber der TV Hilpoltstein will für seine Auftaktpleite in der 2. Tischtennis-Bundesliga morgen unbedingt Wiedergutmachung leisten. Beim TTC Fortuna Passau, seit Jahren eine der besten Mannschaften der Liga, hängen die Trauben erfahrungsgemäß hoch. Dennoch fahren Bindhammer & Co. zuversichtlich in die schöne Drei-Flüsse-Stadt.

Ob die Rückreise auch schön wird, hängt von der Verfassung der Hilpoltsteiner Tischtennis-Asse statt. Ist der bis dato verletzte Nico Christ wieder soweit hergestellt, dass er gegen Tomas Sadilek und Frantisek Krcil, die bärenstarken Tschechen im vorderen Paarkreuz der Passauer, gewinnen kann? Konnten die schulisch und berufsmäßig eingespannten Benjamin Rösner und Alexander Möst zwei Wochen lang so gut trainieren, dass sie auf den Punkt topfit sind? Hat Alexander Flemming seinen Kopf so frei, dass er in den entscheidenden Phasen sein zweifellos vorhandenes großes Potenzial abrufen kann? Kann Dennis Dickhardt seinen Aufwärtstrend fortsetzen und Felix Bindhammer zu alter Stärke zurückfinden? Kommt gar Manuel Hoffmann zum Einsatz, der „Matchwinner der letzten Saison“, als er in Passau nach einem 1:5-Rückstand mit zwei sensationellen Einzelerfolgen die Wende zum Sieg einleitete?

Alexander Flemming

Alexander Flemming (Foto: Erik Thomas)

Viele Fragen, auf die Hilpoltsteins beste Sportler eine gute Antwort geben müssen. Ansonsten wird der Fehlstart komplett – und das vor dem dritten schweren Auswärtsspiel hintereinander in Weinheim und dem nicht minder diffizilen ersten Heimmatch gegen den TTC Frickenhausen II, der am letzten Wochenende eben jene Fortunen mit einer 9:3-Packung nach Hause schickte, die am nächsten Tag die hohe Weinheimer Hürde allerdings mit einem überzeugenden 9:5-Sieg überwanden.

Tatsache ist, dass Passau nicht schwächer aufgestellt ist als in der letzten Saison, in der man allerdings hinter dem TV Hilpoltstein landete und eine Zeit lang sogar in Abstiegsgefahr schwebte. Die Neuzugänge Frantisek Krcil (vorher FC Tegernheim) im vorderen und Mathias Habesohn im mittleren Paarkreuz sind vom Potenzial her sogar noch stärker einzuschätzen als die Deutschen Michael Plattner (Auslandsaufenthalt) und Jürgen Hegenbarth (Rückzug vom Leistungssport). Der Österreicher Habesohn sorgte mit zwei knappen Siegen in Weinheim für die entscheidenden Zähler, und Altmeister Hegenbarth holte gar als „Edel-Joker“ für den verhinderten Ägypter Ali Walaa Hazaah den Siegpunkt.

Wenn der Ägypter aufläuft, was zu erwarten ist, stellen die Niederbayern gegen die komplett deutsche Mannschaft aus Hilpoltstein sechs ausländische Spieler auf – ein Weg, den jahrelang der FC Tegernheim gegangen ist. Jetzt sind die Oberpfälzer vor allem mangels Zuschauer- und Sponsoren-Interesse ganz aus der Bundesliga verschwunden - ein Schicksal, das den sympathischen Passauern erspart bleiben sollte. Vor leeren Rängen dürfte das einzig verbliebene bayerische Derby jedenfalls nicht stattfinden. Die Passauer Fans sinnen auf Revanche und die Spieler wohl auch – es liegt genug Spannung in der Luft für einen echten Tischtennis-Hit.


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