Wer gewinnt das Schlagerspiel am 1. Advent?

Hilpoltstein (bb) – Die 2. Tischtennis-Bundesliga spielt verrückt: Jeder schlägt jeden, der Null-Punkte-Letzte Neckarsulm holt beim Zweiten Borussia Dortmund seinen ersten Zähler, Tabellenführer Mainz verliert 6:0, Passau ist in schweren Abstiegsnöten. Da kommt das Schlagerspiel des TV Hilpoltstein am Sonntag um 14 Uhr gegen Borussia Dortmund gerade recht, um die Stadthalle zum Kochen zu bringen.

Alex "The Flash" Flemming, frischgebackener World Cup-Sieger im Clickball.

Mit einem Sieg gegen die berühmten Borussen könnten sich Flemming und Co vom siebten Platz aus (7:7 Punkte) ganz weit nach vorne katapultieren und am Ende der Vorrunde sogar einen der drei Spitzenplätze belegen, bei einer Niederlage geriete der TV selbst in den Abstiegsstrudel – so nah liegt alles zusammen.

Die „Schlacht von Schwarz-Gelb gegen Schwarz-Gelb“ wird also zur vorweihnachtlichen Weichenstellung. Vielleicht gibt es sogar eine Premiere: Gewinnen die Einheimischen, wäre es der erste Heimsieg gegen Dortmund seit Bestehen der eingleisigen 2. Bundesliga. Das Kuriose: In Dortmund hat Hilpoltstein noch nie verloren, zu Hause nie gewonnen. Das Gesetz der Serie soll also durchbrochen werden.

Kein einfaches Unterfangen: Hilpoltsteins neuer Spitzenreiter in der Q-TTR-Wertung, David Reitspies (7:5 Siege),  hat noch nie gegen die Dortmunder Asse Alberto Mino (8:4) und Erik Bottroff (8:4) gespielt. Alexander Flemming schon – seine faszinierenden Kämpfe gegen Erik Bottroff, den „Riesen mit dem Zauberhändchen“, haben fast so viel Kult-Charakter wie seine Künste in der alternativen Tischtennis-Variante Clickball. Hier ist die Hilpoltsteiner Nr. 1  sogar Weltspitze – was zu weiteren Verpflichtungen führt. So kommt der frischgebackene World Cup-Sieger im Clickball erst am Samstag vom Erdteil-Länderkampf Europa gegen China aus der Volksrepublik zurück, wo er das europäische Team anführt. Ob die Umstellung so schnell gelingt?

Gut möglich, dass sich die prickelnde Begegnung sogar erst im hinteren Paarkreuz entscheidet. Dennis Dickhardt (7:5) und Francisco Sanchi (4:3) haben gemeinsam eine fast ebenso gute Sieg-Bilanz wie ihre Dortmunder Kollegen Krisztian Nagy (7:4) und Evgeny Fadeev (4:7). Dennoch ist der westfälische Vorzeige-Club leicht favorisiert: seine Doppel-Bilanz von 11:3 ist die beste der Liga. Umso erstaunlicher ist das Unentschieden gegen den schon abgeschlagenen NSU Neckarsulm (1:17 Punkte) am letzten Spieltag zu bewerten, auch wenn es ohne Spitzenmann Mino zustande kam. Der Equadorianer war ebenso wie der Argentinier Sanchi auf Hilpoltsteiner Seite bei den pan-amerikanischen Spielen im Einsatz. Am Sonntag stehen beide Südamerikaner ihren Vereinen wieder zur Verfügung.

Die Hilpoltsteiner Cracks hoffen, dass sie ihre vielen Fans mit einem Sieg-Geschenk am ersten Adventssonntag von der Stadthalle aus auf den Weihnachtsmarkt entlassen können, der am nahen Marktplatz fast gleichzeitig stattfindet. Der Liveticker ist beim letzten Heimspiel des Jahres ab 14 Uhr zugeschaltet.

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