Weiteste Reise in der verrückten Liga

Hilpoltstein (bb) – Die weiteste Fahrt der Saison könnte für die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein auch zur wichtigsten werden. Am kommenden Sonntag um 14 Uhr müssen sie beim Tabellen-Nachbarn TuS Celle antreten, den sie in der Vorrunde noch mit 6:3 besiegt hatten. Der Gewinner hat anschließend ein ausgeglichenes Punktverhältnis, der Verlierer dürfte zumindest vorläufig auf einem Abstiegsplatz der 2. Tischtennis-Bundesliga stehen.

Francisco Sanchi

Nach einer 520 km langen Anfahrt müssen sich die Mittelfranken auf eine geänderte Aufstellung des Aufsteigers einstellen. Fedor Kuzmin, international renommierter Star der Niedersachsen, rückt nach einer für ihn bescheidenen 7:9-Bilanz vorne überraschenderweise ins hintere Paarkreuz. Seinen Platz nimmt der erst 19-jährige Shootingstar Tobias Hippler mit einer 9:4-Bilanz aus der Vorrunde ein. Hier trifft der Gewinner des letztjährigen TOP-48-Ranglistenturniers, wo er auch Alexander Flemming knapp besiegte, erneut auf den Hilpoltsteiner Kapitän (8:10-Siege), der natürlich auf Revanche sinnt, zumal in der Vorrunde Hippler sowohl gegen Dennis Dickhardt (8:8) als auch gegen Francisco Sanchi (5:5) unterlegen war. Da sieht man mal wieder, dass in dieser verrückten Liga jeder jeden schlagen kann.

Ungeschlagen verließ hingegen David Reitspies (9:7) beim Vorrundenspiel die Box. Der Neuzugang aus Tschechien entpuppte sich ohnehin als bester Spieler des TV. In der Rückrunde würde der Sympathieträger gerne noch einmal seine Bilanz verbessern, was gegen die „jungen Wilden“ aus der deutschen U-23-Nationalmannschaft nicht einfach wird. Denn auch Cedric Meissner (18) hat mit seiner 6:8-Bilanz und vor allem mit seinem klaren Sieg gegen den amerikanischen Überflieger Kanak Jha (Mainz, 10:4) bewiesen, dass er keinen Gegner fürchten muss.

Das Match könnte sich also in den Doppeln und im hinteren Paarkreuz entscheiden. Hier haben die Celler mit Kuzmin, der in beiden Einzeln als Favorit an die Tische tritt, und mit dem  erst 20-jährigen Jugend-Europameister mit der Mannschaft, Nils Hohmeier (2:4), zumindest auf dem Papier die besseren Karten. Zudem ist das junge Celler Team mit dem Ex-Hilpoltsteiner Arne Hölter (25) und dem ehemaligen Jugend-Nationalspieler Jannik Xu (18) sehr flexibel aufgestellt, was sich besonders beim Poker mit der Doppel-Aufstellung als Vorteil erweisen könnte. Dennoch gelten die Hilpoltsteiner mit Flemming/Reitspies (8:1), dem besten Doppel der Liga, als leicht favorisiert in dieser Disziplin.

Die Hilpoltsteiner zollen dem Konzept des TuS Celle, mit überwiegend jungen deutschen Talenten die 2. Bundesliga zu rocken, großen Respekt. Auch wenn im ersten Jahr noch nicht alles gelingt: den Celler Zuschauern gefällt die Philosophie anscheinend gut. Über 150 Fans pro Spiel sind ein starker Rückhalt. Hoffentlich reicht er aus, um den Klassenerhalt zu sichern. Für die Spiele nach dem kommenden Sonntag drücken Flemming und Co jedenfalls kräftig die Daumen…

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