Sieg und knappe Niederlage am Wochenende

Hilpoltstein (mu) – Die zweite Tischtennismannschaft hat sich mit einer abermals feinen Leistung einen Tag nach dem knappen 6:9 in Jena belohnt: nach gut drei Stunden Spielzeit siegte die Truppe um Frontmann Frantisek Krcil bei der Heimpremiere in der Herren-Regionalliga 9:4 gegen den Mitaufsteiger aus Magdeburg, die DJK Biederitz.

Hannes Hörmann

Gleich zu Spielbeginn zeigten die Hausherren, dass sie äußerst gewillt waren, sich anders als am Vortag für einen couragierten Auftritt auch mit den Punkten zu belohnen. Couragiert war die Leistung der Gastgeber in der Tat von Beginn an: Das Topduo Krcil/Hörmann überzeugte einmal mehr beim 3:0 gegen Kulczycki/Lesnicki, gleiches galt für das prima aufgelegte Dreierdoppel Kabacinski/Pavlovsky, das ebenfalls in drei Durchgängen siegte gegen Heyden/Huszti. Hegenberger/Danzer konnten gegen Nowokunski/Zarski derweil bestenfalls in Satz Nummer zwei mithalten.

Spitzenspieler Frantisek Kcril präsentierte sich im ersten Einzel des Tages gegen die mit fünf Akteuren aus Polen angetretenen Gäste einmal mehr in Bestform und als tolle Nummer eins, Karol Zarski hatte ihm dreimal wenig entgegenzusetzen. Hannes Hörmann scheint sich derweil überraschend schnell in der höheren Spielklasse zurechtgefunden zu haben: gegen den Spitzenspieler der Gäste, Jacek Nowokunski, überzeugte er nach zunächst vergebenen Matchbällen im dritten und vierten Satz nicht nur spielerisch, sondern bewies am Ende auch eiserne Nerven. Nach Sebastian Hegenbergers tollem Dreisatzerfolg über Jugendnationalspieler Darius Heyden war der Jubel im TV-Lager große, alle freuten sich mit dem trainingsfleißigen Nachwuchsakteur über seinen ersten echten Sieg in der Regionalliga-Mitte. Die Niederlage von Spielertrainer Tomek Kabacinski gegen seinen polnischen Landsmann Radoslaw Kulczycki konnte die Bundesligareserve verschmerzen, war man doch hinten abermals richtig gut aufgelegt. David Palkovsky ließ Justin Huszti beim dreimaligen 11:7 keinen echten Stich, während sich auch Teamnesthäkchen Matthias Danzer in drei knappen wie ansprechenden Sätzen gegen den routinierten Roman Lesnicki durchsetze – so ging es mit 7:2 für die Burgstädter in den zweiten Durchgang.

Dieser startete mit der ersten Saisonniederlage von Frantisek Krcil, der laut TV-Macher Uli Eckert „mit etwas Gefühlsproblemen beim ersten Heimauftritt“ zu kämpfen hatte und im Topspiel des Tages gegen Jacek Nowokunski mit 1:3 den Kürzeren zog. Ein ums andere Mal mit der Zunge schnalzen ließ Youngster Hannes Hörmann die zahlreichen Tischtennisfans aus der Region, als dieser auch gegen Karol Zarski nach zwischenzeitlich verspielter 2:0-Satzführung im letzten Satz nochmal richtig aufdrehte und seinen zweiten Fünfsatzsieg des Tages feierte. So hatte der hoch motiviert ins Spiel gegangene TV-Express schon einen Zähler sicher. Sebastian Hegenbergers recht glatte Niederlage gegen Radoslaw Kulczycki war im Anschluss schnell Makulatur, weil nebenan Tomek Kabacinski dem jungen Darius Heyden gar keine Chance ließ.
Das verdiente 9:4 sorgte für großen Jubel im TV-Lager sowie allen anderen Anhängern beim ersten Regionalliga-Heimspiel in der TV-Geschichte der Zweiten. Den Start kann man nach einer knappen Niederlage gegen den Topfavoriten und zwei Siegen als äußerst gelungen einstufen. Diese Mischung aus sich stetig entwickelnden Toptalenten und spielstarken Routiniers scheint eine ganz interessante zu sein. Und sie macht Lust auf mehr.

Ergebnisse


SV Schott Jena – TV Hilpoltstein II 9:6

Tags zuvor hat nicht viel gefehlt für eine der bis dato größten Überraschungen der noch jungen Saison in der Regionalliga der Herren: nach vier Stunden hochklassigem Tischtennis und großartiger Gegenwehr unterlag die junge Mannschaft des TV Hilpoltstein dem hoch favorisierten Gastgeber vom SV Schott Jena knapp mit 6:9.

Wie knapp es am Ende zuging, belegen die letzten Duelle des Tages: nach einem 1:6- und 4:8-Rückstand hatten sich die Burgherren zurückgekämpft und durch zwei glatte Siege der TV-Routiniers Tomek Kabacinski (3:0 gegen Leonard Süß) und David Palkovsky (3:0 gegen Nico Müller) auf 6:8 verkürzt. Das wie entfesselt aufspielende Topduo Krcil/Hörmann hatte sein Schlussdoppel gegen Rezetka/Mega im Eildurchgang mit 3:0 für sich entschieden. So war ein Unentschieden auf einmal greifbar, hätten Matthias Danzer oder noch besser sein Jenaer Kontrahent Ziad Wael bei den Hilpoltsteiner Planspielen mitgespielt. Leider musste Danzer zunächst eine 2:1-Führung abgeben und unterlag im vierten Satz in der Verlängerung und auch im letzten Durchgang denkbar knapp mit 8:11. So stand statt einer Punkteteilung der vierte Saisonerfolg von Jena, das die drei ersten Saisonauftritte glatt gewonnen hatte und nun zum ersten Mal an seine Grenzen gehen musste.

Ein Unentschieden hätten sich die TV-Cracks in dem Tischtenniskrimi sicher verdient gehabt, hatten sie doch nach schnellen Rückständen von 0:4, 1:6 und eben 4:8 nie aufgesteckt. Dass sie nicht nur kämpferisch überzeugten, sondern auch ihre tolle Spielstärke eindrucksvoll belegten, lag diesmal insbesondere an zwei TV-Routiniers, allen voran dem neuen TV-Frontmann Frantisek Krcil. Mit dem hoch dekorierten Tschechen scheint TV-Manager Uli Eckert ein echter Coup gelungen zu sein, blieb die Nummer eins doch auch im zweiten Spiel der neuen Saison ohne Niederlage. Was er zum Auftakt mit der Nummer eins der Slowakei, Pavol Mego, veranstaltete, war aller Ehren wert (3:0). Als er auch dem starken Roman Rezetka nicht mal einen Satzgewinn zustand, verfiel sogar der sonst eher mahnende Eckert in kurzzeitige Euphorie: „Frantisek ist echt phänomenal!“.

Nach seinem etwas unglücklichen Auftakt in Holzhausen zeigte Neuzugang David Palkovsky diesmal eindrucksvoll, warum man ihn geholt hat und große Hoffnungen in die Nummer fünf steckt: weder Ziad Wael noch Nico Müller kamen hinten auch nur in die Nähe eines Satz-gewinns. Die weiteren Zähler für die Burgherren holten der dritte TV-Routinier Tomek Kabacinski (3:0 gegen Leonard Süß) und Youngster Matthias Danzer hinten (3:1 gegen Nico Müller).

Warum es letztlich nicht zu einem überraschenden wie verdienten Punktgewinn reichte, wird schnell beim Blick auf den Spielberichtsbogen deutlich: fünf Duelle gingen über die volle Distanz, alle fünf gingen an die ostdeutschen Kontrahenten. Die größte Chance hatte dabei das Topduo Krcil/Hörmann bei 2:0 und 10:4-Führung gegen Spanik/Süß vergeben. Neben Danzer in seinem Abschlusseinzel war Hannes Hörmann bei seiner Klasseleistung gegen Mego (11:13 im fünften Satz) am knappsten am Sieg vorbeigeschrammt. Sebastian Hegenberger ist in der Mitte noch in der Akklimatisierungsphase. Der trainingsfleißige Youngster zeigte sowohl gegen Süß als auch Spanik phasenweise tolles Regionalligatischtennis, hatte aber jeweils im letzten Satz nichts mehr zuzusetzen. Am Ende gingen die Köpfe nur kurz nach unten, war man doch ohnehin als krasser Außenseiter ins Duell mit dem Topfavoriten gegangen. Stattdessen überwog der Stolz auf die tollen Leistungen der Youngster in der hohen Spielklasse sowie die Gewissheit, dass mit den drei Routiniers im TV-Trikot auf jeden Fall zu rechnen ist. Nach einer etwas kürzeren Nacht stand schon am Sonntagnachmittag der dritte Spieltag mit dem Heimspiel gegen Biederitz an.

Ergebnisse

 

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