Regionalligaaufsteiger mischt weiter oben mit

Hilpoltstein (mu) – Die Regionalligaherren des TV Hilpoltstein haben aus einem guten Start tatsächlich einen sehr guten gemacht: in zwei weiteren Spielen am Wochenende schrammte sie zwar knapp an der Maximalpunktzahl vorbei, verbuchte aber nach zwei starken Leistungen drei von vier möglichen Zählern: zunächst holte man dank toll aufgelegter Doppel und einem sensationellen hinteren Paarkreuz am Samstagabend einen Zähler gegen die starken Gäste vom SV Aufbau Altenburg. Tags darauf dann siegte die Hilpoltsteiner Talentetruppe beim Mitaufsteiger und letztjährigen Oberligameister TSV Gräfelfing ganz deutlich und ungefährdet mit 9:2.

Hannes Hörmann

Nach fünf Spieltagen steht man bei 7:3 Zählern – ein Ergebnis, das kaum jemand vorhergesagt hätte in der so starken Tischtennis-Regionalliga Süd. So war denn auch TV-Macher Uli Eckert „mehr als zufrieden mit meinen Jungs, die sich noch einen Tick schneller akklimatisiert haben in der höheren Klasse, als wir gehofft hatten“. Zudem scheint die Transferpolitik aufzugehen, haben sich doch sowohl David Palkovsky als auch Frantisek Krcil auf Anhieb als Leistungsträger etabliert.

Krcil hatte es im vierstündigen Tischtenniskrimi am Samstagabend gegen Altenburg als einziger TV-Crack auf den ersten vier Positionen geschafft, in die Phalanx der gegnerischen Top-Four einzubrechen. Gegen Aleksandr Smirnov, vergangene Saison noch in der zweiten Liga aktiv, zeigte der Tschechische Routinier eine erstklassige Leistung und ließ seinem Gegner gar keinen Satzgewinn. Schade, dass er gegen den prima aufgelegten Antoni Witkowski anschließend eine 2:1-Satzführung nicht zum Sieg nutzen konnte. Hannes Hörmann zog gegen beide Akteure in vier Sätzen den Kürzeren, wobei seine Begegnungen einmal mehr auf Messers Schneide standen. In der Mitte war man derweil klar unterlegen, Routinier Tomek Kabacinski und Youngster Sebastian Hegenberger hatten gegen Pawel Kibala und Yhya Mosslly gar nichts zu bestellen und konnten nur jeweils einen Satz für sich entscheiden. Dass es dennoch zu einem nicht unverdienten Punktgewinn reichte, hatte man derweil den immer besser harmonierenden Doppeln und dem unbezwingbaren hinteren Paarkreuz zu verdanken.

Krcil/Hörmann scheinen sich auf Anhieb unter den Topduos der vierthöchsten Spielklasse zu etablieren und steuerten am Samstag mit einem 3:2 über Witkowski/Mosslly sowie einem dominanten 3:1 im Schlussdoppel über Smirnov/Kibala gleich zwei Zähler bei. Zu den besten Dreierdoppeln scheint das routinierte Duo Kabacinski/Palkovsky zu gehören, was ihr nie gefährdetes 3:0 über Wohlfahrt/Fehrle unterstrich. Das dritte Paarkreuz ist aktuell das Hilpoltsteiner Paradepaarkreuz: zwar hatten sich David Palkovsky und Matthias Danzer gegen die einzigen einheimischen Altenburg-Akteure Patrick Wohlfahrt und Daniel Fehrle schon im Vorteil gewähnt. Vier ganz starke Auftritte bei 12:1 (!) Sätzen sind derweil aller Ehren wert und waren zudem die halbe Miete, dass man gegen die starken Gäste noch einen Zähler in der Burgstadt behalten konnte.

TV Hip II – SV Altenburg 8:8

Wie stark der Unterschied zwischen der Oberliga und Regionalliga ist, sehen die Tischtennisexperten schnell am Münchener TSV Gräfelfing. Der ehemalige Erstligist ist in der vergangenen Saison durch die Oberliga gerauscht und hat nur gegen den TV Hilpoltstein II einmal Federn gelassen. Mit nahezu unverändertem Team steht man nach drei Spieltagen bei zwei Zählern und wird sich mit hoher Sicherheit nach unten in der Tabelle orientieren müssen. Der TV Hilpoltstein hat bekanntermaßen eine andere Transferstrategie gewählt und mit einer stark verstärkten Aufstiegsmannschaft auch in München überzeugt: um 13 Uhr startete er am Sonntagmittag in Gräfelfing und brauchte für seinen glatten 9:2-Sieg noch nicht mal drei Stunden.

Krcil/Hörmann hielten sich zu Spielbeginn gegen Heeg/Bursian wieder einmal schadlos, während Hegenberger/Danzer gegen Becker/Schwalm nur anfangs mithielten. Eine erste kleine Vorentscheidung gab es im Dreierdoppel, in dem Kabacinski/Palkovsky im Aufeinandertreffen der Routiniers gegen Pilsl/Triep nach zunächst vergebener 2:0-Führung im fünften Satz nochmal zulegen konnten (11:2). Nachdem tags zuvor die ersten vier TV-Akteure nur einen Sieg in acht Duellen erzielen konnten, waren es derer in Gräfelfing gleich fünf aus sechs. Einzig Sebastian Hegenberger musste die Routine und Erfahrung von Bertold Pilsl nahtlos anerkennen und ging deutlich baden (0:3). Sein Paarkreuzkollege Tomek Kabacinski revanchierte sich derweil deutlich für den Vortag, als der Spielertrainer erstmals in seiner Zeit im TV-Trikot beide Einzel verloren hatte: Florian Schwalm hatte beim 3:0 des polnischen Aufschlagkünstlers keine Chance.

Frantisek Krcil hatte gegen den an guten Tagen unberechenbaren Maximilian Heeg noch überraschend viel Mühe beim 3:2-Sieg, bevor er im Topspiel des Tages dreimal knapp gegen Jonas Becker triumphierte. Dieser war zuvor dem in engen Situationen diesmal noch einen Tick bestimmter auftretenden Hannes Hörmann in vier Sätzen unterlegen. Und das Hilpoltsteiner Talent ließ diesem Auftakterfolg gleich noch einen weiteren Sieg folgen, als er Heeg in vier Sätzen niederhalten konnte. Auch das war eine Premiere, hatte der Hochbegabte doch noch nie zuvor zwei Regionalligasiege feiern können.

Hinten zeigte David Palkovsky und Matthias Danzer schnell, dass sie den tollen Eindruck vom Vortag konservieren wollten: ersterer hatte noch phasenweise etwas Mühe mit Daniel Bursian, triumphierte dennoch letztlich mit 3:1. Matthias Danzer legte derweil eine weitere tolle Leistung aufs Parkett, die mit einem ungefährdeten 3:0-Sieg über Christopher Triep belohnt wurde.

Nach Hörmanns zweitem Sieg gab es tosenden Jubel im TV-Lager, hatte man doch kaum mit einem so glatten Sieg beim letztjährigen Oberligameister gerechnet. Stolz konnte die Eckert-Truppe die Heimreise antreten und durchaus auch stolz auf das bislang Erreichte sein. Dass sich keiner der TV-Cracks auf den bisherigen Leistungen ausruht, dafür dürfte der Manager höchst persönlich sorgen.

TSV Gräfelfing – TV Hip II 2:9

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