Premiere in der Tischtennis-Hochburg Grenzau

Lockerer Aufgalopp oder heißer Herbst? Nach dem Fehlstart im DTTB-Pokal beginnt für den Tischtennis-Zweitligisten TV Hilpoltstein die Saison jetzt richtig. Im ersten Punktspiel am Samstag um 19 Uhr bei der Reserve des Erstligisten TTC Grenzau ist für das neuformierte Team um Urgestein Felix Bindhammer ein Sieg fest eingeplant - alles andere käme für Teamchef Bernd Beringer einer Katastrophe gleich.

Der TTC Grenzau war nach der letzten Saison Tabellenletzter in der 2. Bundesliga und ist nur mit viel Glück dem Abstieg entronnen. Auch jetzt werden die Westerwälder von den meisten Konkurrenten wieder zum Kreis der Abstiegskandidaten gezählt. Einzig der luxemburgische Nationalspieler Gilles Michely sowie 26-jährige Neuzugang Adrian Dodean im Spitzenpaarkreuz dürften den routinierten Tischtenniscracks des mittelfränkischen Aushängeschilds das Wasser reichen können.

Ob der mehrfache rumänische Meister jedoch überhaupt zum Einsatz kommt, ist fraglich. Gestern in der Champions League im 5.000 Kilometer entfernten Orenburg am Rande des Ural und womöglich auch am Sonntag im ersten Punktspiel der Erstligamannschaft gegen den 1. FC Saarbrücken muss Dodean den Singapur-Chinesen Li Hu vertreten, der als neuer Star der Grenzauer allerdings noch mit Visa-Problemen zu kämpfen hat. Ob man "dazwischen" seine nominelle Nummer Vier im Heimspiel gegen Hilpoltstein "verheizt", ist eher unwahrscheinlich.

Nico Christ

Hilpoltsteins neue Nummer 2: Nico Christ  (Foto: Ammer)

Doch ganz egal, wie Grenzau aufläuft: der letztjährige Tabellenfünfte aus Mittelfranken geht eindeutig als Favorit an die Tische der Brexbachhalle. Die drei deutschen Neuzugänge Nico Christ, 29, (vom letztjährigen Erstligisten TSV Gräfelfing), Benni Rösner, 25, (amtierender bayerischer Einzelmeister) und Dennis Dickhardt, 24, (vom 1. FC Saarbrücken) dürften in ihrem Paarkreuz nicht nur auf dem Papier stärker einzuschätzen sein als ihre Gegner. Aber auch Spitzenmann Alexander Flemming, 24, Felix Bindhammer, 28, an Nr. 5 oder „Oldie“ Alexander Möst, 30, stehen in der deutschen Rangliste vor ihren teilweise unerfahrenen Gegnern. Allein der sympathische Lehramtsstudent Dennis Müller, 22,  kann im mittleren Paarkreuz an einem guten Tag groß aufspielen. Und gerade hier hat Hilpoltsteins Neuzugang Dennis Dickhardt nach seiner Pokal-Niederlage am letzten Sonntag einiges gutzumachen.

Man darf gespannt sein, wie das einzige Bundesligateam Deutschlands, das ohne ausländische Stars auskommt, die Abgänge der Routiniers Andras Podpinka oder Tomas Demek und die damit verbundene Verjüngung verkraftet. Die erste Auswärtshürde jedenfalls sollte klar überwunden werden. Ansonsten blüht den Hilpoltsteinern, die ihre Runde mit zwei weiteren Auswärtsspielen in Passau und Weinheim fortsetzen müssen, ein heißer Herbst.


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