Niederlage gegen den Tabellenführer der TT-Oberliga

Hilpoltstein (mu) – Das hatte man sich so ganz anders ausgemalt: nach fast vier Stunden hochklassigem Tischtennissport unterlag die Hilpoltsteiner Bundesligareserve dem TSV Gräfelfing an eigenen Platten mit 5:9. Damit ging das Spitzenspiel der Herren-Oberliga verdient verloren, die Gäste waren einfach einen Tick bissiger, angriffslustiger und auch spielerisch besser gewesen. Dadurch dürfte der erste Tabellenplatz bei nun fünf Zählern Rückstand wohl endgültig unerreichbar bleiben. Über den Relegationsrang könnte die Hilpoltsteiner Talentetruppe aber immer noch den Aufstieg schaffen. Hier kommt es ihr entgegen, dass im Parallelspiel Bad Königshofen gegen Etwashausen siegreich blieb und alle drei Teams nur zwei Zähler voneinander entfernt sind. Als nächstes tritt Hilpoltstein in Bad Königshofen an, wo man es selbst in der Hand hat, bis zum Rundenende von den Spitzenplätzen zu träumen.

Hannes Hörmann

Am Samstagabend bekamen die zahlreichen Zuschauer in der Stadthalle einen überragenden jungen Frontmann zu sehen: Hannes Hörmann gab diesmal eine ganze Reihe an Kostproben seines außergewöhnlichen Talents. Offensicht hat sich der bodenständige Wahl-Münchener gut auf das anspruchsvolle Trainingsprogramm am Tischtennisinternat eingestellt, denn in den vergangenen Wochen und Monaten hat Hörmann nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Gegen Jonas Becker, einen der Topcracks der gesamten Liga, und den Regionalliga-erprobten Maximilian Heeg überzeugte der Youngster spielerisch und mit großer Nervenstärke – beide Duelle gingen knapp, aber verdient an den Hilpoltsteiner.

Nach zuletzt wechselhaften Leistungen hatte sich der Slowene Jaka Golavsek deutliche Worte von TV-Manager Uli Eckert anhören müssen – offensichtlich hatte der frühere Oberligacrack die richtigen Worte gewählt. Denn der ruhige Mann mit der blitzsauberen Technik zeigte sich diesmal wie verwandelt: gegen die starken Florian Schwalm und Bertold Pilsl gewann der Topspinspezialist gleich beide Duelle. Einen Zähler konnte immerhin Spielertrainer Tomek Kabacinski gegen Schwalm beisteuern, nachdem er im Duell der Routiniers gegen Pilsl seine zweite Saisonniederlage hatte einstecken müssen.

Dass ansonsten kein einziges Spiel mehr zugunsten des TV Hilpoltstein entschieden werden konnte, darf man getrost als enttäuschend bezeichnen. Geburtstagskind Sebastian Hegenberger mühte sich vorne redlich, war gegen die übermächtigen Becker und Heeg aber permanent im Hintertreffen und blieb so auch ohne Satzgewinn. Deutlich mehr erwartet hatten sich die TV-Verantwortlichen von jungen dritten Hilpoltsteiner Paarkreuz mit Matthias Danzer und Johannes Stumpf. Danzer war vor Wochenfrist noch sensationeller Dritter beim nationalen Schülerturnier geworden und mit großen Hoffnungen in die Duelle gegangen. Doch weder gegen Daniel Bursian noch Christopher Triep hatte er eine realistische Siegchance. Gegen Triep war Stumpf zuvor deutlich mit 0:3 unterlegen. Bei beiden Youngstern sind für Eckert „Schwankungen ganz normal“, die „schwache Körpersprache“ konnte dem früheren Vorzeigekämpfer aber nicht wirklich gefallen haben.

Fatal war zudem der Spielbeginn verlaufen, als gleich alle drei Doppel an Gräfelfing gegangen waren. Überraschend hatten dabei die sonst so sicheren Hörmann/Golavsek knapp im fünften Satz gegen Heeg/Bursian verloren. So war man von Anfang an einem deutlichen Rückstand hinterhergelaufen, den man nie aufholen konnte. Dennoch sollten sich die TV-Talente nicht zu lange grämen, hatten sie doch ihren Teil zu einem hochklassigen Oberliga-Spitzenspiel beigetragen. Zudem kann Rang zwei ja immer noch erreicht werden.

Ergebnisse: TV Hilpoltstein II – TSV Gräfelfing 5:9

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